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Fjørt, Kochkraft durch KMA, 19.01.2024 in Dortmund, FZW - Bericht von der Redaktion

Fjørt & Kochkraft durch KMA, 19.01.2024 in Dortmund

Fö: Fjørt & Kochkraft durch KMA, was ne Kombination. Ich glaube, wäre diese Zusammenstellung nicht so explosiv, wäre ich wohl nicht hingegangen. Beides Bands, die für ganz eigene Interpretationen von "intensive Live-Shows" stehen und doch auf unterschiedlichen Skalen agieren. Großartig!
Was viel wichtiger ist als intensive Live-Shows, darauf sollte man immer und insbesondere in diesen Tagen hinweisen, das ist natürlich der Kampf gegen Rechtsextremismus. Deswegen soll auch eine Mitteilung, die nachmittags über die Sozialen Netzwerke lief, nicht unerwähnt bleiben: die Bands und das FZW haben kurzfristig beschlossen, das heutige Konzert etwas später stattfinden zu lassen, damit den vorher stattfindenden Demos in Bochum und Dortmund beigewohnt werden kann. Finde ich sehr gut, auch wenn dieses Angebot sich eher an die Fjørt-Fans richtet, während die Kochkraft-durch-KMA-Fans sich entscheiden müssen, denn die spielen immer noch zu früh, um von Demo-Teilnehmer*innen einer Demo, die um 19 Uhr startet, erreicht werden zu können. Aber so ist das mit den Kompromissen. Die "große" Demo in Dortmund steht ja auch erst für den Folgetag an. Was parallel zum Kochkraft-Auftritt in Dortmund-Dorstfeld passierte, lest ihr zum Beispiel hier, in Bochum waren gar ganze 13.000 Leute auf der Straße, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren - und am Folgetag in Dortmund um die 30.000!
Dr. Mabuse: Weil mir von beiden Bands, die ich mal wieder nicht gekannt habe, massiv vorgeschwärmt worden ist, mache ich mich ziemlich spontan auf den Weg zum FZW. Mit dem Auto fahre ich ausgerechnet in den Querdenker-Autocorso auf der B1. Das muss eine der peinlichsten Nummern gewesen sein, die ich in meinem Leben bisher bezeugen durfte. Zehn PKW und ein LKW fahren im Corso und beschallen die Autofahrer:innen im Stau mit ihrem Blödsinn. Zum Glück ist der Spuk schnell vorüber und ich komme pünktlich am FZW an, um noch eine Abendkasse-Karte zu erwerben.
Fö: Also dann! KOCHKRAFT DURCH KMA starten eine Viertelstunde später als ursprünglich angesetzt und dürfen dafür etwas länger. Durchaus fair! So, jetzt bin ich aber mal gespannt, wie das Kopfnick-Publikum von Fjørt mit den Energiebündeln klarkommt!
Fö: Erstmal muss ich damit klarkommen, dass das Konzert in der Halle stattfindet, bin irgendwie vom Club ausgegangen. Aber naja, mehr Platz zum dancen, und das ist bei Kochkraft durch KMA natürlich nötig! Der Auftritt - super! Die Songs knallen, die Band animiert sich und uns immer wieder aufs Neue, immer wieder eine Freude!
Dr. Mabuse: Tolle Performance, gute Stimme und super Message. 
Fö: Die Ansagen noch mehr auf dem Punkt als sonst und vor allem sehr politisch, gegen rechte Triebe, gegen die AfD, für mehr Menschsein. Lediglich die Ansage, dass "wir hier" ja alle "die guten" sind, fand ich etwas zu viel, wer will das schon bei geschätzt 800 Leuten im Raum so genau wissen? Andererseits tut es auch mal gut, sich selbst darin zu bestärken, das richtige zu tun.
Dr. Mabuse: Ich finde die Positionierung eigentlich gut, aber ich bekomme schon den Eindruck, dass das hier als „preaching to the choir“ rüberkommt. Im Ohr bleibt dann allerdings der Song „Panzer“ - darf man in der heutigen Zeit noch gegen Waffenexporte sein (ich persönlich denke man muss!)? Mutiges Statement!
Fö: Eine Vorband, die es schafft, nen Circle Pit zu initiieren, ohne dass es peinlich wirkt - muss man auch erstmal schaffen. Okay, einige Kapuzenträger*innen bringen sich lieber in Sicherheit (mir inklusive), aber mit fortwährender Dauer des Auftrittes merkt man, wie das Publikum immer weiter auftaut.
Dr. Mabuse: Dafür, dass offenbar ein Hund den Sound abgemischt hat, klingt das erstaunlich gut! Die Band gefällt mir! Ich werde sie wieder besuchen!
Fö: Sehr sinnvolle Personalentscheidung, Hunde können halt einfach mehr Frequenzen wahrnehmen als Menschen.
Dr. Mabuse: „Influencer:innen hassen diesen Trick“ mit schönen Antitainment Vibes! Chapeau! 
Fö: Haben die nen neuen Gitarristen oder war er beim Barbier?
Fö: Dann FJØRT! Ich hab im Archiv gekramt, die Band sah ich tatsächlich zuletzt vor knapp 10 Jahren(!), danach wurde mir der Hype irgendwie zu groß. Jetzt bin ich hier und dachte im Vorfeld noch "ah, es gibt noch Abendkasse, der Hype muss abgeflacht sein", um bestürzt festzustellen, dass das Konzert in der großen Halle stattfindet. Umso ungewöhnlicher, weil ich Bands aus diesem Post-HC-Genre sonst eher in kleinen Kellerlöchern vor 30 Zahlenden gewöhnt bin. Dort spielen sie dann 30-Minuten-Sets und nicht 110(!) wie heute. Kleiner Besuch in der Parallelwelt also!
Dr. Mabuse: Ich kannte aus dem Genre bisher nur Marathonmann und 8kids, die ich aber nie live gesehen habe. Fjørt beginnen schon mal stark, schön düster und erstmal auf Distanz zum Publikum.
Fö: Also entschuldige, Marathonmann sind ihr eigenes Genre und das lautet "unhörbar".
Fö: Ich muss dann noch zu Papier bringen, dass ich keinen einzigen Song kenne. Was nicht heißt dass ich mir die Band nie angehört hab, aber da ist einfach nichts hängen geblieben. Bin dann auch abermals überrascht, wie textsicher hier viele Besucher*innen sind und wie inbrünstig die Zeilen mitgesungen werden. Muss auch meine Aussage revidieren, Fjørt hätten ein Kapuzenpulli-Kopfnick-Publikum, zumindest in den ersten Reihen ist wirklich gut Action angesagt. Und viele tragen T-Shirts und nicht alle Shirts sind schwarz. Krass.
Dr. Mabuse: Die Band bringt eine gewaltige Energie in die Halle. Dass die so viele treue und textsichere Fans haben, hätte ich auch nicht erwartet.
Fö: Der visuelle Aspekt einer Fjørt-Show ist nicht außer Acht zu lassen, da wird echt gut was rausgehauen und trotzdem bleibt man sich in der dezenten Düster-Optik treu, auch wenn es heute mehr Leuchtmittel gibt als früher.
Dr. Mabuse: Manchmal muss ich bei den Stroboskop-Lichtblitzen weggucken, weil mir sonst schwindelig wird! Aber die Lichteffekte finde ich trotzdem ziemlich cool. Es passt alles zur Performance auf der Bühne.
Fö: 110 Minuten (+/-), wie erwähnt. War mir persönlich dann wirklich etwas zu lang und ich sehne mich klammheimlich nach einer 30-Minuten-Floorshow. Aber ich bin ja heute nicht der Maßstab!
Fö: Die Ansagen sogar ausführlicher als erwartet, insbesondere wenn es um den Kampf gegen Rechts geht. Ein Song nennt sich "Paroli" und hat genau das zum Inhalt. In der Größenordnung, in der die Band sich mittlerweile bewegt, halte ich es umso wichtiger, solche klaren Positionierungen zu machen. Daumen hoch dafür!
Dr. Mabuse: Siehe oben! Gut gemeint, bedient aber nur die eigene Echokammer. Ich hoffe allerdings, dass die Zuhörer:innen es in den Diskurs an den Stammtischen im Land tragen und dort für Demokratie und Menschenrechte einstehen! Draußen vor der Halle kann man für die Sea-Punks spenden. 
Fö: Naja, ich bin mir eigentlich fast sicher, dass in der heutigen Echokammer, die immerhin um die 1000 Leute fasst, auch Personen sind denen ein bisschen mehr Politisierung nicht schaden kann, die zum Beispiel nicht wählen gehen, nicht zu Demos gehen oder wie du sagst Stammtisch-Kontakte haben. Von daher finde ich solche Ansagen nie verkehrt, gerade wenn das Publikum größer ist als 30 Personen.
Fö: Am Ende noch eine etwas ausführlichere Ansage darüber, kleine Läden und AZs zu unterstützen, sich auch mal die kleinen unbekannten Bands anzuschauen und nicht immer das zu hören, was digitale Algorithmen so reinspülen. War etwas pathetisch, aber ich musste doch ein Tränchen verdrücken! Inklusive Gruß an Kill.Kim.Novak bzw. andorra~atkins, mit denen früher gemeinsam durch kleine Läden getourt wurde.
Dr. Mabuse: War ein starkes Konzert von beiden Bands und Fjørt wissen wo sie mal hergekommen sind und bedanken sich sehr authentisch für diese gemeinsame Reise mit Fans, Mitstreiter:innen und anderen Tourbands. Sehr sympathisch!
Fö: Nach dem Konzert noch Ulf, Michi und Basti (alias "Dings") getroffen. Basti schenkt mir eine Karte und sagt, ich soll das erwähnen. ok. Abschließend bleibt zu sagen, schönes Konzert! Kochkraft durch KMA wie immer großartig, Fjørt etwas zu lang aber sympathischer als gedacht.

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