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Turnstile, The Garden, High Vis, 20.11.2025 in Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle - Bericht von der Redaktion

Turnstile, 20.11.2025 in Düsseldorf

Fö: Ah, Turnstile. Zuletzt gesehen 2022, bis heute ist das Konzerte auf meiner Top-Liste, einfach weil alles daran so surreal krass war. Jetzt in der Philipshalle, die seit 14 Jahren Mitsubishi Electric Halle heißt. Das ist auch surreal. Ich fand ja das Palladium schon viel zu groß, aber das hier? Einfache Punkerformel: Doppelt so viele Menschen = halb so viel Spaß. Zieht man noch den doppelt so hohen Eintrittspreis mit in die Korrelation, erwartet uns vermutlich ein viertel so geiles Konzert wie damals, was, wenn man ehrlich ist, auch immer noch ganz ordentlich ist. Ich hatte mich trotzdem aus genau diesen Gründen dagegen entschieden. Sowie noch weiteren. So habe ich Turnstile seitdem nicht mehr groß verfolgt. Sie brachten in der Zwischenzeit ein neues Album raus das eigentlich genauso klingt wie das letzte (Erfolgsformel einfach nochmal angewandt), gaben ein paar Statements ab die ich so nicht unterschreiben kann, die ich aber auch einfach nicht verfolgt hab weil die Band aus meinem Radar schnell verschwunden ist. Ganz normale Reaktion, je bekannter ne Band desto weniger reizvoll, auch wenn ich sowas Bands nicht vorwerfen will, für mich persönlich stellt es sich aber halt so dar.
Also: Abgehakt. Eigentlich. Dann die Nachricht von Fredi, dass die Karte eines Arbeitskollegen für lau zu haben wäre und nur gepflückt werden muss, was sich auch schwieriger gestaltet als gedacht, weil ich mich in den Tagen vorm Konzert beruflich in nem ganz anderen Bundesland befinde und zu keiner persönlichen Übergabe fähig bin. Wer kauft denn auch heutzutage noch physische Tickets? Naja, Fredi und Peter sei dank, wird die physische Karte gegen ein digitales Ticket eingetauscht, das mich dann auch erreicht. Wäre das schon mal abgehakt! Also danke an Daniel, Fredi und Peter für den ganzen Hassle. Und natürlich meinem Arbeitskollegen, dem ich im Zug noch schnell meine Tasche zur weiteren Verwahrung anvertraue, bevor ich in Düsseldorf aussteige und zur ehemaligen Philipshalle gondel.
Dr. Mabuse: Ich war bisher drei mal in dieser Halle und jedes Mal war es legendär. Da das Ding an der Düssel tatsächlich ein Dorf und keine Stadt ist, steht auch nur wenig Parkraum zur Verfügung und deswegen verpasse ich große Teile der ersten Band. Das kann echt nicht deren Ernst sein und wirkt wirklich sehr provinziell. Als ich im Jahr 2000 hier war, hieß der Laden wie Fö oben schrieb noch Philipshalle und RAGE AGAINST THE MACHINE spielten für unverschämte 50 DM. Das war damals echt heftig teuer und führte zu etwas Kritik an der Band. Allerdings war das Konzert ein totaler Abriss und ich habe tatsächlich zu „Killing in the Name“ gestagedived. Dann war ich 2023 bei THE PRODIGY in der Halle und es war absolut mindblowing! Jetzt also TURNSTILE und das ohne große Erwartungen, weil ich einfach mit zwei Kindergartenfreunden am Start bin, die ich mein ganzes Leben lang schon kenne! 
Peter: Fö hat es schon erwähnt, das Konzert 2022 von Turnstile dem ich auch beigewohnt habe, war der absolute Hammer! Ich habe noch nie in den mehr als 25 Jahren die ich auf Konzerte gehe, so eine Eskalation erlebt. Noch nie hat es eine Band geschafft ein Publikum so sehr in Ekstase und Bewegung zu versetzen. Nach dem Konzert waren damals alle wie beseelt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich nach dieser Show auf der Toilette war und einfach niemand ein Wort gesagt hat, alle aber überglücklich dreinschauten. Der Moment hatte fast etwas heiliges. Da ich die darauf folgenden Jahre immer wieder meiner Partnerin erzählt habe wie intensiv dieses Konzerterlebnis war, war klar, wenn sie das nächste mal in Deutschland sind, müssen wir da zusammen hin. Ihr neues Album lief bei uns in Zwischenzeit auch ständig. Es ist wirklich eine konsequente Weiterführung des Albums "Glow" aber warum auch nicht? Von mir aus können sie das Konzept auch noch zwei Alben länger durch ziehen, wenn die Songs weiter so ein genial hohes Niveau halten. Leicht angeschlagen von einem vorhergegangen Infekt, begaben wir uns daher im vollbesetzten Auto zur Mitsubishi Electric Hall, die für mich auch eigentlich immer weiter die "Philipshalle" bleiben wird. Vladi springt, geplagt von Harndrang, schon kurz vor der Halle aus dem Auto und geht erst mal verloren. Wir werden derweil von relativ unmotivierten, wortkargen Securitys immer weiter von der Halle weggelotst und landen in einem recht abgelegenen Parkhaus. Nachdem man dann endlich in dieses vorgedrungen ist, muss man noch ein Stück zurück laufen. Immer wieder beobachte ich dabei Menschen, die obenrum nur mit T-Shirts bekleidet den Weg zur Halle antreten. Ein Wahnsinn bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. 
fred: Ich feier Turnstile seit Stunde eins, sowohl die ordentlichen auf-die-Fresse-HC-Bretter als auch die tanzbaren Alternative-Pop-Sample-Punk-Nummern. Nun ja Turnstile, bevor ich mir eine Karte bestellen wollte wurde ich gefragt ob ich nicht die Karte von N. übernehmen möchte, ja klar wer lässt sich halt schon so ein Konzert entgehen und ich habe weniger Stress (als ob). Zwei Wochen vorm Konzert fängt der struggle langsam an, Kumpel Daniel kann nicht, aus nachvollziehbaren Gründen, heißt sein Ticket ist über. Rumgefragt wird er sein Ticket nicht los, selbst nach knapp sieben Stunden am schwarzen Brett (Ticket geschenkt) mag keiner dieses Ticket haben und mich begleiten, glaube es liegt tatsächlich an mir. Hab das Ticket im Whatsapp-Status, keiner reagiert und möchte dieses Ticket haben. Telegram durchgeschaut wer würde infrage kommen, Fö angeschrieben, er nimmt es, wie gesagt für umme! Danke D! Wie es mit dem struggle um das Ticket weiter geht, habt ihr ja gerade schon gelesen. Ich fahr gemütlich mit zwei Kaltgetränken mit der Eisenbahn nach Düsseldorf, der Zug ist voll, ich ergatter mir noch einen Sitzplatz und bin happy. In Düsseldorf Hbf angekommen gehts mit der U-Bahn weiter, an der Halle treffe ich M. und F., ohne große Wartezeit kommen wir zügig in die Halle, zur Sache. 
Burn: Das mit der An- und Abreise war wirklich kompliziert. Nachdem ich am Tag zuvor nochmal die Zugverbindungen für die Rückfahrt gecheckt, und festgestellt habe, dass von Düsseldorf bis Essen ein Schienenersatzverkehr eingesetzt wird, habe ich mich dazu entscheiden, mit dem Auto zu fahren. Alleine. Ab der Autobahnabfahrt Oberbilk schäle ich mich eine halbe Stunde bis zum Veranstaltungsort, um zu erfahren, dass ich jetzt wieder zurück ins Parkhaus darf. Da bin ich doch gerade erst noch vorbeigefahren. Was ein Kack. Das ganze Prozedere hat insgesamt etwas mehr als 1 Stunde gedauert. High Vis sind da schon längst fertig. Ärgerlich.
Peter: Bei uns war es haargenau so!
Oberbüscher: War auch in Köln 2022 und habe die Mal auf dem Mainstream in Vünster gesehen, beide Male geil! Die Punkerformel geht hier nicht auf. So wie viele Dogmen mit denen sich unsere liberalisierte Subkultur heutzutage (oder schon immer?) rumschlagen muss. Ich finde auch nicht alles geil von Turnstile, aber sie stehen nun Mal für einen subkulturellen Epochenumbruch und da lohnt es sich live dabei zu sein. In welcher Rolle auch immer… Und das aktuelle Album „Never Enough“ klingt nun wirklich nicht wie „Glow On“. Zumindest nicht genauso ;) Warum hat das hier eigentlich noch keiner rezensiert? Traut sich keiner?
Dr. Mabuse: Ich bekomme die letzten beiden Lieder von HIGH VIS noch gerade so mit! Das ist sehr schade, denn das ist eine super Band! Freunde von mir verpassen sogar beide Vorbands, da sie nach langer Odyssee im letzten Parkhaus der Stadt den letzte freien Parkplatz zugewiesen bekommen haben. 
Peter: Ich habe mich im Vorfeld sehr über die Ankündigung von High Vis als Support gefreut und mache daher jetzt ein ziemlich langes Gesicht als wir sie in Gänze verpassen. Obwohl wir früh genug losgefahren sind, kam natürlich doch noch Stau hinzu und die Parkhaus-Anfahrt, die man wirklich besser hätte organisieren können, hat dann am Ende doch zu viel Zeit gefressen. Ärgerlich! 
fred: High Vis tatsächlich eher mein persönliches Highlight des Abends, da die noch nicht diesen fame Status besitzen und eher die underdogs sind. Deshalb freue ich mich um so mehr pünktlich in der Halle zu sein, ein Rammstein-Bändchen für die row zero zu bekommen und den Klängen der Band in der ersten Reihe zu huldigen. At Peter, fahrt nächstes Mal mit der Eisenbahn!  
Peter: Auf keinen Fall. Ich steh drauf, nach dem Konzert in absehbarer Zeit zu Hause in mein Bett fallen zu können und nicht ggf. irgendwo an einem hässlichen Bahnhof zu stranden!
Oberbüscher: Wir sind auch mitm Auto angereist und waren um ca. 18h da, so gerade noch aufs Gelände, aber Parken trotzdem ätzend. Egal jetzt drin und Row Zero Bändchen gesichert, weil High Vis megageil sind! Hab die Lads letztes Jahr in Vünster gesehen und das war sehr gut. Damals allerdings deutlich näher dran und volles Set. Naja die Grundstruktur wird heute beibehalten: Drop Me Out als Opener (Album 3), Choose to Loose Höhepunkt (Album 1), Trauma Bonds (Album 2) als Ender. Natürlich fehlen bei so einem Set Bänger wie Talk for Hours oder Gone Forever. Aber gut einem geschenkten Gaul... Wobei kann man bei einem 60€-Ticketnoch von Geschenken sprechen? Teuer sind bestimmt auch die Bomberjacken mit denen die Londoner allesamt auf die Bühne kommen. Bis oben hin zu, aber ist dann auch schnell zu warm. Ist wohl so ein Hooligan-Statement. Gesamteindruck: Die Band macht ihre Sache Musikalisch sehr gut (fast wie Stone Roses), bewegt sich aber sonst kaum. Dafür gibt Sänger Graham Sayle alles und legt sogar einen flotten Two Step auf die Bühne, wettert gegen die Billionäre diese Welt ("THEY are the problem!") und springt mindestens 1,5m aus dem Stand. Einfach toll! Warum hat die eigentlich noch keiner rezensiert?
Fö: High Vis hab ich eh verpasst, aber das war mir vorher klar. Vorne treffe ich noch Laszlo und Konsorten, was mich etwas beruhigt - wenn Laszlo da ist, heißt es dass ich mich auf einer Trve HC Show befinde. Credibility ist so wichtig! Ansonsten treffe ich erstmal niemanden von unserer versprengten Truppe und versuche irgendwie, inmitten dieser Menschenmassen klar zu kommen.
Dr. Mabuse: Den habe ich auch kurz gesehen und Dustin (mal ohne Kamera)! 
Peter: Wir finden Vladi wieder, der es sich mit seinem Bruder und Jenni direkt auf den Sitzplätzen oben auf der Tribüne gemütlich macht. Morris und ich wollen uns allerdings bewegen und dringen daher relativ problemlos in den Bereich vor der ersten Welle vor. Hier schauen wir uns dann zunächst einmal THE GARDEN an. Währendessen versuchen wir Fö und Fred ausfindig zu machen und auch ein paar weitere Kollegen müssten eigentlich Vorort sein, aber nichts zu machen, es ist einfach zu voll und zu dunkel. Vielleicht sollten wir in Zukunft bei solchen Veranstaltungen auf gut sichtbare, am besten reflektierende, außergewöhnliche Hüte setzten?  Hinter uns steht nämlich jemand der eine reflektierende Mütze auf hat. Zu diesem versuchen wir dann auch fred zu lotsen. 
fred: Die Sache mit dem Hut hast du dir auch nur ausgedacht um mich ein wenig zu verwirren, da wart ihr nämlich nicht. 
Oberbüscher: Laszlo hab ich nicht getroffen, euch auch nicht, aber dafür den Rest des Ruhrgebietes. Am Merch Stand stehen SLOPE und diskutieren, ob 50€ für ein Bandshirt zu viel sind. Auch ein guter Indikator für trve HC!
Fö: THE GARDEN nennt sich die Band, auf die ich mich aber nicht ganz konzentrieren kann, weil ich mich ärgere, dass man in den vorderen Bereich nur mit einem Extra-Bändchen kommt, für das ich anscheinend zu spät sind. Später erzählen andere Quellen, dass es offensichtlich noch welche gab, ich war wohl einfach nur zu blöd, sowie die Security am Wellenbrecher zu einsilbig. Ich hatte vollkommen vergessen, dass es in großen Hallen mittlerweile normal ist, mit Bändchen für den vorderen Bereich zu arbeiten. Als das "damals" neu war und ich noch hin und wieder auf große Shows gegangen bin, hatte ich immer vorgesorgt und nen Stapel verschiedenfarbiger Bändchen in der Hosentasche. Heute natürlich nicht, was mir weite Teile des Konzertes versaut - auch wenn es mir wahrscheinlich nur die Security versaut hat, die ein stetiges "kein Bändchen, kein Einlass" als Mantra vortrug. Leider habe ich meinen Anwalt nicht dabei, um auf den Vermerk "Freie Platzwahl" auf dem Ticket aufmerksam zu machen.
Dr. Mabuse: Ich gehe in den Seiteneingang bevor THE GARDEN spielen und höre gleich den glatzköpfigen Security brüllen „ohne Bändchen kein Einlass“. Ich habe natürlich keins, will aber trotzdem ganz nach vorne! Zum Glück ist er mit den sich nun beschwerenden Konzertgästen in eine Diskussion verwickelt und ich biege mich wie das Schilf im Wind an ihm vorbei in den Innenraum. Dr. Mabuse 1 Security 0!
Peter: Wie gesagt, bei uns wars kein Problem. 5 Minuten angestanden, Bändchen in Empfang genommen und rein in den vorderen Bereich. 
Dr. Mabuse:
 Cool, dass das noch geklappt hat, aber ich fand es super unübersichtlich und habe keine Bändchenausgabe wahrgenommen. Die hätte ich an den Eingängen vermutet. 
fred: Bei The Garden war ich vorne und habe getanzt, Musik hat mir sehr gut gefallen, war zwischendurch schon sehr Punk. Hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Oberbüscher: Blaue Schnürsenkel mitnehmen!
Fö: Meine Sicht sieht also ungefähr so aus (danke an die anderen Schreibenden für die besseren Fotos) und da ich so spontan auch meine Kamera nicht dabei hatte, lässt sich das auch nicht durch Superzoom regeln. Stehe ich hier also rum zwischen Menschen, die beim Konzert Schach aufm Handy spielen (kein Scherz!), sich erzählen welche Bands sie schon in kleinen Venues gesehen haben (I feel you) und darüber lästern, wie langweilig die Band ist.
fred: Ich wurde nach dem The Garden Auftritt noch belächelt weil ich sagte: Das war schon Punk. War es auch!
Oberbüscher: Wir haben den kalifornischen Garten auf der Hinfahrt gehört und es so gar nicht gespührt. Deswegen auch von weiter hinten geguckt. Und iwie wurden meine Erwartungen dann auch nicht mehr übertroffen. Self-fulfilling prophecy, I guess. Zuvor habe ich mich gefragt warum die fast ne Stunde kriegen und High Vis nur ne halbe. Der Blick auf die Spotify Klickzahlen erklärt das dann. Was sonst noch passiert ist: Zwischendurch bauen die so Trompeten und Pfeiffsounds in ihre Songs. Alles andere als songdienlich sind die...
Fö: Die Band: THE GARDEN kommen aus Kalifornien, sind zwei Leute und machen Musik, die alle Spielarten von Alternative Rock durch den Wolf dreht. Das wäre sogar ziemlich spannend, wenn das Ganze mit gutem Sound in nem kleinen Laden dargeboten würde, so verliert sich das etwas. Also irgendwie Rock mit Punk, auch ganze Elektro-Songs bis hin zu Synthpunk, gerappt wird auch. Könnte cool sein, ist für mich auf dieser Bühne, dieser Entfernung und diesem Sound aber einfach wie schlechte Youtube-Videos gucken.
Dr. Mabuse: Das stimmt. Es ist handwerklich gut gemacht, verliert sich auf der großen Bühne aber etwas.
Peter: Genau das selbe haben wir vorne auch resümiert. Irgendwie ist es mir aber auch alles zu viel Durcheinander, wodurch es etwas anstrengend wird. Aber es hat was, man findet wirklich viele Referenzen zu Bands die in den 80ern und frühen 90ern aktiv waren und gleichzeitig hat es durch die Elektro- und Rap-Einlagen auch etwas modernes. 
Dr. Mabuse: Eric Draven aus The Crow einmal live zu sehen passiert einem aber auch nicht „allen Tagen“!
Peter: Mann ey, den Spruch wollte ich bringen! Die Nummer mit den Handzeichen beim letzten Lied, versteh ich leider nicht. Kann das wer aufklären?
Fö: zwo Bier bitte.
fred: Bier voll teuer 9.50.- incl. 2.-Pfand. 
Peter: Ne, ich glaub das waren um die 7 Euro mit 3 Euro Becherpfand.
Oberbüscher: Zwischendurch schreit der ganz schön rum. Nur die harden kommen innen Garden!
Dr. Mabuse: Auf einmal springt der Schlagzeuger auch über die Bühne und zu Elektrobeats wird fast ein wenig gerappt! Ich fand, es hatte durchaus Unterhaltungswert! 
Dr. Mabuse: Die Aufmachung ist jedenfalls eine 10/10!
Fö: Ungefähr 45 Minuten Umbaupause. Das kennen wir noch vom letzten Mal, muss wohl so. In der Zeit hätte man ein komplettes HC-Festival abhalten können! Publikum brüllt immer wieder unvermittelt auf, wenn irgendwer denkt, TURNSTILE könnten nun anfangen, bis es irgendwann wirklich soweit ist!
Peter: Die Pause ist wirklich lang, so lang dass ich gleich zweimal aufs Klo muss. Leichte Ungeduld macht sich in den Reihen um uns bemerkbar!
fred: Die Zeit verbringe ich mit Leute suchen, habe es irgendwann aufgegeben, ich geh raus kiffen. 
Fö: Das Rezept ist: Band spielt, die Songs sind megageil, das Publikum rastet total aus, dann driftet der Sound ab in lange Passagen in denen teilweise gar nichts passiert, teilweise zumindest einzelne Bandmitglieder*innen einfach nur rum stehen. Das ist fair und angemessen, so können alle durchschnaufen und wieder sicheren Stand auf dem Boden finden, bevor es weiter geht. Bei nem guten Workout sind die Pausen ja auch wichtig!
fred: Ich fand die Pausen zwischen den einzelnen Songs teilweise echt unerträglich lang, nimmt mir persönlich die Magie und Energie raus. 
Oberbüscher: Vorm Wellenbrecher sind diese Pausen durchaus nötig um durchzuatmen, Schuhezumachen oder Handy suchen. Generell ist das hier schwierig, Fotos zu machen. Sind ja alle nicht mehr die Jüngsten.
Fö: Der Workout besteht sehr viel aus hoch springen. Zumindest hier bei mir in der Ecke. Herkömmliches Geschubse hat ausgedient, heutzutage bedeutet Pogo rauf und runter springen und kommt damit dem ziemlich nahe, was Altpunker über die Anfänge des Pogos erzählen. Mir ist das einfach nicht modern genug!
Peter: Vorne variieren die Moves da schon mehr, es wird gerannt, geschubst, gesprungen und gepogt. Fäuste werden gereckt und es wird ordentlich geschrien und mitgesungen. Manchen fliegt so dermaßen das Blech weg, dass sie kreischend komplett ausrasten wenn die Riffs sie treffen! Alles läuft hier auf Eskalationsstufe 10 von 10. Aber trotzdem alles mit Herz und Liebe. Ganz wie es sich für die "turnstileloveconnection" gehört. 
fred: Ich bin im Pit und habe Spaß. Packe ein paar geile Moves dabei aus, aber niemals Karate! 
Oberbüscher: Paar High Kicks gabs! Aber immer nur dann wenn keine Köpfe in der Nähe waren. Generell hab ich das Gefühl die meisten hier wissen schon was sie tun. Nicht so geil: Alle 10 Sek kommt von hinten ein Crowdsurfer auf unsere Köpfe gesurft.
Fö: Modern hingegen: Diese Kreise, die immer mal gebildet werden. Ich habe jedes Mal Fragezeichen, wenn ich sowas sehe! Was soll das sein? Also, ich glaube evolutionär ist dieses Phänomen entstanden aus missglückten Versuchen, eine Wall of Death zu starten, hat sich aber irgendwann zu einer eigenständigen Form des Konzertverhaltens entwickelt. Einziger positiver Aspekt ist, dass danach alles ein bisschen durcheinander gewürfelt ist und man nicht mehr da steht wo man vorher war. Bringt ein bisschen Abenteuer ins Konzerterlebnis! Ansonsten sind die einzigen, die davon profitieren, die 2-3 Tänzer*innen, die den Platz, den ihnen 50-60 (oder mehr) Tänzer*innen gewährt haben, für seltsame Tanzmoves nutzen. Ist das sowas wie Breakdance für grobmotorische Selbstdarsteller? Ich verstehe es einfach nicht! Helft mir! Und noch ne Frage: Wer initiiert diese Kreise? Sind es die Leute, die da hinterher auch selbst drin tanzen, oder sind es random Leute die selbst gar nicht wissen warum? Ist dies das ominöse Fünf-Affen-Experiment?
Oberbüscher: Brandon meinte doch selbst iwann "Open up the Pit!" und generell, das hört man doch wenn es so weit ist...
Peter: Ich hab es eher wie eine "Wall of Death" wahrgenommen, in die ein paar Menschen kurz reingetanzt sind. Es ist auch wirklich ein Moment von wenigen Sekunden, vielleicht einer halben Minute in der sich dieser Kreis bildet und dann wieder schließt. Als ich dabei bin die Szenerie zu fotografieren, läuft die Masse dann schon wieder unvermittelt zusammen, bzw. hüpft ineinander, so dass ich fast mein Handy in den Pit schleudere. Ich mag es, wie sich eigenständig so Dynamiken entwickeln. Ich find es auch klasse wenn dort einige Tänzer:innen kurz den Raum haben ein paar ihrer Moves aufs Parkett zu legen. 
Fö: Okay, vielleicht hatten die Leute bei euch ein besseres Timing, hier hinten erschien mir das alles sehr willkürlich und der für ne Wall of Death nötige Break kam nicht oder so spät, dass sich der Kreis eh schon wieder geschlossen hatte.
Oberbüscher: A propos Parkett: Was ist das eigentlich für ein krasser Fußboden für eine Konzerthalle in der Größe? Nono meint es ist kanadischer Ahorn. Alles klar, vermutlich direkt von der Kö.
Fö: Das Konzert macht mir insgesamt aber tatsächlich Spaß, die Wucht und Intensität die Turnstile entfachen, steckt halt doch an. Es kommt in keiner Sekunde an mein erstes Turnstile-Erlebnis heran, aber die oben beschriebene Formel mit "ein-Viertel-davon" kommt so ungefähr hin. Die Songs sind halt doch irgendwie Brecher und selbst wenn einfach nur stumpf abgerifft wird oder es komplett sphärisch wird, packt mich das.
Oberbüscher: Geil, jetzt haben wir Ihn!
Peter: Ja die Intensität der Show ist wieder immens. Obwohl man merkt dass viele hier die Eskalation erwarten und darauf aus sind, endlich ausrasten zu dürfen. Der Überraschungseffekt ist mittlerweile verpufft, der Hype in den letzten Jahren war dafür einfach zu groß! Da gibt es dann gleich einige Menschen die etwas "bierzeltig" die Riffs mit "Dödödöm" und "Bämbämbäm" Chören mitsingen und die in den Pausen zwischen den Songs laut "Turnstile, Turnstile" skandieren.  Daneben gibt es noch die Leute die darauf aus sind, endlich die anderen dabei beobachten zu können, wie sie komplett ausrasten. Mich bläst es ebenfalls wieder komplett weg auch wenn der Impact nicht zu groß ist wie beim ersten Mal, wo es mich komplett aus den Latschen gehauen hat. 
Peter: Das Set ähnelt dem vom letzten Mal stark, ausgenommen natürlich die Songs von der neuen Platte "Never Enough" die natürlich den Hauptteil der Show ausmachen. Dazwischen gibt es aber auch ältere Sachen von der "Time & Space" und der "Nonstop Feeling" wie "Drop" oder "7" von der "Step to Rhythm" die sich alle sehr gut ins Set einfügen. 
Peter: Am meisten erwartet und gefeiert werden dann aber natürlich die Hits der letzten beiden Platten wie "Mystery", "Blackout", "Don't Play", "Sole" und "Dull". 
Dr. Mabuse: Das ist so ein tolles Bild! Die Farben, die Dynamik, der Sprung - hängt es in ein (Bierschinken)-Museum. In ein paar Jahren freue ich mich, wenn es als Zufallsbild auf der ersten Seite kommt und dann werde ich denken: „Ja so war das!“
Peter: Ich schaffe es ungefähr etwas mehr als das halbe Set vorne zu bleiben, danach bin ich komplett am Hecheln und aus der Puste. Morris hab ich ab "TLC", der wohlgemerkt bereits als Zweites gespielt wird, verloren. Irgendwann fliegt er noch einmal kurz strahlend an mir vorbei, das nächste Mal sehe ich ihn dann erst vor der Halle wieder. 
Dr. Mabuse: Mit der Discokugel wird es romantisch. "Seein‘ Stars" ist der Song dazu. Vor der Zugabe sollen alle mal runterkommen!
Peter: Licht und Visuals sind heute Abend auch wirklich sehr gelungen und runden die ganze Show letztendlich noch ab. 
fred: Stark, gibt mir pink floyd vibes. 
Peter: Bitte niemals in meiner Nähe Pink Floyd erwähnen. Bekomm ich Hass-Vibes : )
Peter: Zum Ende hin, geselle ich mich zu Jenni und den anderen beiden auf die Tribüne und genieße das Spektakel von hier oben. Auch wenn mir die Bewegung gleich etwas fehlt, ist es abgefahren, von hier oben mit zu erleben wie die Masse von ca. 6000 Zuschauer:innen unten abgeht. Bis in die hinteren Reihen hat die Band ihr Publikum fest im Griff. Wie kleine Erdbeben durchzucken die Breaks und Riffs das Publikum und selbst hier oben auf der Tribüne sind Leute am springen und schreien!
fred: Viel zu groß viel zu viele Menschen, 500 bis 1000 Menschen hätten auch vollkommen gereicht.
Peter: Das seh ich anders, wenn nur 500 Leute das Vergnügen gehabt hätten die Band zu sehen, hätten 5500 Menschen nicht das Vergnügen gehabt die Band zu sehen. So find ich es besser. Große Band = Große Location. 
Dr. Mabuse: Dieser Logik kann ich nur beipflichten. Normalerweise bin ich dann eher schwer enttäuscht wenn zehn Sekunden nach Ankündigung der Tour schon alle Karten ausverkauft sind.
Dr. Mabuse: Wenn ich das richtig gelesen habe, dann ist die Gitarristin Meg Mills tatsächlich erst seit 2025 bei Turnstile am Start. Merkt man jetzt nicht unbedingt. Es wirkt alles sehr eingespielt!
Oberbüscher: Anders als auf diesem Bild gestaltet sich die Crowd heute sehr divers. All ages, all gender, all everything. Das ist wohl die Magie von Turnstile, dass die wirklich jeden an den Tisch kriegen. Leider entdecke ich zwischen der ganzen Farbenfreude auch wieder ein neongelbes Rammstein-Kreuz. Der hat echt wirklich gar nichts gecheckt...
Burn: Ich hatte im Vorfeld Bedenken ob ich wirklich in eine so große Halle gehen möchte. Auf Fotos machen habe ich verzichtet, da darauf sowieso nichts zu sehen gewesen wäre. Die Rechnung die Fö aufgemacht hat, finde ich schlüssig, kann aber keinen Vergleich ziehen. Der Sound in der Halle ist da wo ich stehe bescheiden. Auch an anderen Stellen wird es nicht viel besser. Dafür müsste man wohl weiter nach vorne. Ein Durchkommen ist aber fast nicht möglich. Die langen Pausen im Set, in denen nichts passiert irritieren mich schon etwas. Mich reißt Turnstile nicht so mit wie die anderen in der Halle, und hier im Bericht. Schade. Vielleicht bei einem anderen Konzert in deutlich kleinerer Location. Um 22:35 entscheide ich vorzeitig zu gehen, damit ich nicht nachher noch ne Stunde im Parkhaus brauche um raus zu fahren.
Peter: Die wäre dir gewiss gewesen! Vielleicht nicht eine ganze Stunde, 30 bis 45 Minuten aber sicherlich. 
Dr. Mabuse: Pat McCrory und Brendan Yates machen immer eine gute Figur!
Oberbüscher: Von Drummer Daniel Fang ich gar nicht erst an! Wobei Jojo mehrfach betont, dass der nicht alles so tight spielt wie auf Platte. Ich merke sowas ja nie, finde das aber sympathisch in der Größenordnung. Mein Lieblingsdrumpart ist das Jungle-Intermezzo bei Blackout.
Dr. Mabuse: „Finally I can see it - these birds not meant to fly alone!“ werde ich jetzt für immer in meinem Kopf behalten. Wie ich es schaffe das Parkhaus zu verlassen und alle sturzbetrunkenen Kinder heile nach Hause zu fahren ist eine Geschichte für kalte Wintertage am Kaminfeuer. Nach diesem wunderbaren Konzert kann mich jedenfalls nichts mehr stressen und ich fahre überglücklich heim.
Peter: Was ein Finale! Beim Song "Birds wird das Publikum mit auf die Bühne geholt und alle rasten noch mal komplett aus. Das Video davon, das Jenni gemacht hat, schaue ich mir in den nächsten Tag noch zig mal an und selbst beim Betrachten des Videos hab ich immer wieder Gänsehaut! Epischer Moment!
Dr. Mabuse: Ich bin auch ganz froh, dass ich das mitgefilmt habe! Ich habe es auch schon unzählige Male wieder angeschaut mit einem Lächeln im Gesicht!
Oberbüscher: Schön, dass wir uns da so Einig sind. Ein Video vor der Bühne zu erstellen ist schon allein aufgrund der Mengensurfer unmöglich. Irgendwann reichts mir und ich bestelle selbst den Lift eine Etage höher. Anscheinend genau im richtigen Moment, denn ich lande nicht im Orchestergraben, sondern direkt auf der Bühne. Hier also nochmal die Halle aus der perspektive der Band. Reicht mir auch für heute. Zu den Bandmitgliedern bahne ich mich jetzt nicht mehr durch, allerdings springt Brandon nochmal von Box zu Box wie ein kleines muskulöses Jump 'n' Run Männchen. Ob das beim nächsten Mal (dann vermutlich Lanxess Arena) wohl auch noch möglich sein wird?
Peter: Für mich war es, auch wenn das letzte Turnstile Konzert noch mehr Eindruck hinterlassen hat, weil es einfach überraschender war und einen somit komplett überrollt hat, das Konzert des Jahres! Die Band hat es mittlerweile geschafft einen eigenen Sound zu kreieren und zu etablieren und diesen in den Mainstream zu transportieren. Nur wenigen Bands gelingt solch ein Unterfangen, schon gar nicht vielen Hardcore-Bands, aber wenn man es wie Turnstile schafft, eine Menge von mehr als 6000 Menschen in eine wabernde, tanzende Masse zu verwandeln, dann sei einem der Hype und der Erfolg aber sowas von vergönnt! Wir verlassen die Halle somit alle überglücklich, gehen schnell am Merch-Stand mit den 50-Euro-Shirts vorbei, stehen danach noch eine Weile im Parkhaus rum bevor wir dieses verlassen können und machen uns dann ganz ohne weitere Hindernisse auf den Weg zurück nach Dortmund. Hammer Abend!
Fö: Pullis (oder waren es Longsleeves?) für 100 Euro! Dafür kann man ja schon fast auf zwei Turnstile-Konzerte gehen. Sowas kurbelt doch nur den Schwarzmarkt vor der Halle an, oder?
Peter: Online bekommt man sie vor und nach der Tour günstiger. Hab irgendwo gelesen, dass den Bands von den Veranstaltern oder den Locations so viel angeknüpft wird, dass sie dann versuchen das fehlende Geld wieder über teuren Merch rein zu bekommen. Trotzdem frech hohe Preise!
Fö: Ich bleibe dabei, dass das Konzert ungefähr ein Viertel so gut war wie beim letzten Mal, aber damit immer noch ziemlich stark! Mir persönlich hat es ziemlich verhagelt, so komisch zwischendrin vor nem Wellenbrecher weit weg der Bühne stehen zu müssen. Da geht einfach immens viel an Intensität verloren und das beim letzten Mal vorherrschende Gefühl "wie ne Club-Show, nur in ner großen Halle" will sich einfach nicht einstellen.
fred: Fazit des Abends: Schöner Abend auch wenn ich den überwiegend alleine verbringen musste, High Vis gesehen, The Garden und Turnstile gesehen, wahrscheinlich eins der besten Konzerte 2025 in Bezug auf Show und abgehen des Publikums. one luv 
Dr. Mabuse: Das war wirklich ein absolutes Highlight-Konzert in 2025!


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