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The Toten Crackhuren im Kofferraum, Dino Paris und der Chor der Finsternis, 02.05.2026 in Berlin, Festsaal Kreuzberg - Bericht von matsch

The Toten Crackhuren im Kofferraum, 02.05.2026 in Berlin

Nach der Abschlusskundgebung vor dem Biaz mit der BOLSCHEWISTISCHEN KURKAPELLE SCHWARZ-ROT sehe ich endlich mal THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM live. Tramersatzverkehr zerfasert den Ortswechsel und nach einer kurzen Stärkung geht es bei Betreten des Festsaals ziemlich sofort los.
Die ersten Beats von DINO PARIS UND DER CHOR DER FINSTERNIS hören wir vom Vorraum in der Nähe der Garderobe.
Musik aus einem Fußpedal, dazu witzige und ernste Texte mit politischem Anspruch. Nach ein paar Songs exklusiv im Wurstkostüm. "Fleisch ist Hot".
Der Softpop mit DIY-Attitüde wird dann auch mal mit Gitarre verstärkt und ich weiß nicht, wie ich die Musik treffend beschreiben kann. Ruhiger ist es, aber auch tanzbar und manchmal reißt es laut aus. Spaß zuzuschauen macht es auf jeden Fall. 
Auch weil DINO PARIS durchgehend für uns tanzt und viel sympathische Energie freisetzt. Gegen Ende des Sets dann auch mal mit Unterstützung. Gute Vorbereitung für das, was folgt.
THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERAUM, FSK-gerecht "Die Crackies", flattern nach einem tollen Awareness-Intro im Full-Engel-Dress auf die Bühne. "All wings are beautiful".
Mit Betreten der Engels übernimmt ein Lächeln den Festsaal. Lächeln auf der Bühne, Lächeln vor der Bühne und bestimmt auch strahlendes Lächeln nach draußen. Da lächel ich mit.
Choreos, Kostümwechsel, Glitzer, Seifenblasen. TCHICK feuern aus allen Rohren. Neben performativer Außerordentlichkeit bumst das auch saugut vom Sound. Noch bevor ich die neue Platte gehört habe, wünsche ich mir schon eine Live-Platte als nächstes Release. Denn die Songs kommen richtig gut in dieser Darbietung.
Sie waren mal ganz viele, dann zu viert und aktuell ein Trio. Mit der Live-Band zusammen sind sechs Leute auf der Bühne. Hier nur Doreen.
Hier nur Ilay.
Hier auf einmal ein Priester mit Saxofon, der in Seifenblasen gehüllt auf der Bühne soliert.
Viele Songs scheinen von der neuen Platte zu sein, aber ich kenne doch mehr, als ich dachte. Die Dichte eingängiger Parts, die anscheinend auch nach einmal Hören drin bleiben, ist einfach sehr hoch und mich begeistern auch die mir noch unbekannten Stücke. Zeit für einen Spazierkreis-Pit.
Schöne Ansagen, schöne Showeinlagen, schöne Menschen, die sich sogar entschuldigen, wenn sie die Schuhe anderer auch nur berühren, TCHIK lächeln sich die Herzchen raus. Hach, schön.
"Gurr gurr" flattert eine Taube zu den Engeln auf die Bühne und bietet Anlass auf die Spendenmöglichkeiten an den Ständen von Taubenhaus am SüdkreuzSeapunks und Viva con Agua im Vorraum hinzuweisen.
Auch der Bassist wurde beflattert. "Gurr gurr".
Lulus Kink ist gut behandelt zu werden. Nicht die einzige gute Zeile heute Abend.
Papierfliegertauben aus dem Publikum: "Kein Freund, ein Täubchen will ich". Irgendwie hatte ich nicht mit so einer Lovebomb an Wholesome-Entertainment gerechnet und bin am Ende ganz inspiriert von den Möglichkeiten, Shows so herzlich, unterhaltsam und trotzdem widerständig punkig zu gestalten. "Punk ist das, was du draus machst! [...] Punk ist für alle schön / Für Girlz und Boyz, für Girlz und Boyz / And all in between".


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