Rage Against Racism Open Air: Ignition, Crypta, Crazy Lixx, Chuggaboom, Darkness, Omnium Gatherum, Eisenpimmel, 05.-06.06.2026 in Rheinhausen, JZ Mühle - Bericht von niklas
Rage Against Racism Open Air, 05.-06.06.2026 in Rheinhausen
Als ich am Freitag ankomme (allerdings später als geplant dank zwischenzeitlicher Streckensperrung...) spielen grade IGNITION. Ganz okayer 08/15-Metal, aber mit stabilen Ansagen. Von wegen den braunen Dreck aus der Szene raushalten und den Nazis keinen Millimeter Platz lassen. Ja bitte!
Danach spielen die Brasilianerinnen CRYPTA hervorragenden Death Metal. Die hier zu sehende Gitarristin guckt während des ganzen Sets unfassbar böse, als hätte man ihr den Teddybär weggenommen. Fvcking Trve!
Wie erwartet sind auch mal wieder dutzende Shirts und Patches zu sehen, die man unter dem Motto "Rage against Racism" nicht erwartet hätte. Rage kriegen die Träger (gendern soweit ich das mitbekommen habe mal wieder unnötig) eher nicht ab...wo sind IGNITION, wenn man sie braucht?
Dann noch die heutigen Headliner CRAZY LIXX aus Schweden. Stadionrock, Glam- und Hair-Metal holen mich ja sonst immer ab. Ich finds auch tatsächlich ganz gut, aber über die komplette Dauer des Sets kann mich das doch nicht fesseln. Also trinke ich noch ein letztes Bier und gehe schon etwas früher als geplant zur Bahn.
Zurück in Rheinhausen höre ich noch die letzten Klänge von Night in Gales. Eine zufällige Bahnbekanntschaft ist heute nur wegen CHUGGABOOM (oder wie ich sie nenne Chuggabugga) da. Dann hör ich mir das doch mal an. Es wird so eine Mischung aus Metal und Rap und Pop und so Zeug gespielt. Es gibt Parts, die klingen ganz cool, aber es gibt auch sehr viele Parts, die klingen schon ziemlich scheiße. Vor allem ist die Stimme des Sängers bei den cleanen Parts viel zu hoch. Insgesamt geht die Band also vielleicht als "ganz okay" durch.
Die Speerspitze der Bildungselite ist natürlich auch anwesend. Auf dieser Kutte finden sich übrigens auch noch mindestens zwei Deutschlandflaggen. Zu Kotzen gehen sie bitte woanders hin, das ist hier schließlich ein Festival der Toleranz.
Aber zurück zu Chuggabugga: aufgrund der tanzenden Menge vor der Bühne kommt in mir langsam aber sicher der Verdacht auf, dass wir hier irgendeine Internetgröße sehen, deren Hype ich mangels Interesse an Musikstreaming nicht mitbekommen habe. Vielleicht kann mich dahingehend mal jemand aufklären?
Nachdem ich eine vegane Currywurst (Urteil: okay, aber zu wenig) verdrückt und mich nur mittelmäßig eingesaut habe, treten auch schon DARKNESS aus Altenessen auf.
Thrash-Metal in die Fresse. Wer Sodom oder Destruction mag, wird wohl auch DARKNESS gut finden. Oder umgekehrt...
Emotional wird es auch, denn vor zwei Wochen ist überraschend Bassist Ben verstorben und heute ist der erste Auftritt der Band nach diesem Trauerfall. Frau und Kind des Verstorbenen sind auch im Publikum und man merkt, dass die Band ein bisschen angefasst ist. Trotzdem wird ein stabiles Set mit einigen Krachern gespielt.
Emotional wird es auch, denn vor zwei Wochen ist überraschend Bassist Ben verstorben und heute ist der erste Auftritt der Band nach diesem Trauerfall. Frau und Kind des Verstorbenen sind auch im Publikum und man merkt, dass die Band ein bisschen angefasst ist. Trotzdem wird ein stabiles Set mit einigen Krachern gespielt.
Hier zu sehen: die Überraschung des Tages. OMNIUM GATHERUM. Hab ich noch nie bewusst wahrgenommen und gefallen mir mit ihrem Nintendo-Metal richtig gut. Hat ein bisschen was von Children of Bodom und kann mich komplett überzeugen.
Und dann das: Wie auf einer Schlager-Kreuzfahrt setzen sich plötzlich Leute hin und fangen an zu rudern. What the fuck!? Ist das noch Punk? Seid ihr besoffen? Ich geh lieber nochn Bier holen...
Dann endlich EISENPIMMEL. Schnell nochn Foto gemacht, dann wird sich entspannt. Biertrinken, Mitsingen, Polonaise, Regen, watt willse mehr? Ach klar: Füße hoch, Fernsehn an, Arschlecken!
Zeit fürn Fazit: Das Rage against Racism ist halt, was es ist. Ein gemütliches Metal-Festival für umme. Die Ehrenamtlichen machen was sie können und das ist oft nicht viel (beispielsweise wurden trotz mehrfacher Anfrage an verschiedene Leute die Klopapierbestände nicht aufgefüllt. Danke an das Dong Open Air; die Rückseite eurer Plakate eignet sich ganz gut zum Arschabwischen). Das Bier ist mir natürlich auch viel zu teuer, aber ich bin es langsam Leid, darüber zu meckern. Immerhin kann man die nicht verbrauchten Verzehrkarten wieder ausgezahlt bekommen. Das macht dieses System zwar auch nicht besser, aber man regt sich etwas weniger auf. Wenn jetzt noch das Pfandsystem überarbeitet wird, hab ich fast nix mehr zu bemängeln...gab ja auch viel Gutes: die Schlangen waren alle angenehm kurz, viele Bekannte waren da und die Bandauswahl war dann ja doch überraschend gut. Alles in Allem also ein gelungenes Wochenende.





















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