Grenzkontrolle, Die Jugend von Gestern, 24.07.2026 in Dortmund, Dortmunder U - Bericht von Fö
Grenzkontrolle, Die Jugend von Gestern, 24.07.2026 in Dortmund
Wie auch immer, spannen wir den Bogen zurück zur Kultur. Der HMKV (Hartware MedienKunstVerein), ansässig im Dortmunder U, kümmert sich sonst um spannende Ausstellungen und kann heute mal zum 30jährigen Jubiläum etwas Musik auf die Bühne schicken!
Geht los mit DJ-Gelöte, elektronische Musik die so laut ist dass man sich nicht mal mehr unterhalten kann. Okay, bei Konzerten will ich das auch nicht, aber beim Aufwärmprogramm? Find ich irgendwie eher störend und auch nicht so wirklich passend zum Restprogramm, aber auch das ist Kunst. Zum Glück geht's dann doch irgendwann los mit Livemusik.
DIE JUGEND VON GESTERN! Jetzt auch schon ne Weile nicht mehr gesehen, nachdem ich denen mal bescheinigt hatte, in Dortmund an jeder Bushaltestelle zu spielen. Das sich-rar-machen hat sich auf jeden Fall bewährt. Es ist megavoll vor der Bühne, der Sound ist super, die Musik packend - wenn nicht grad die Gitarre ausfällt. Wer die Jugend von Gestern immer noch nicht kennt: Fans von deutschsprachigem Indie, Post Punk und Emo sollten hier ein-zwei Ohren riskieren!
Eine Ansage darüber, wie wichtig gerade jetzt Kultur-Akteur*innen wie der HMKV sind, was ja ganz schön an meine obige Anleitung anschließt. Ansonsten spricht hier meistens eher die Musik. Muss leider zu Papier geben, dass "Valentina" weiterhin der größte Hit der Band ist.
Dann GRENZKONTROLLE. Sorry, bin heute etwas lethargisch und hab keinen Bock vor die Bühne zu gehen, deswegen müsst ihr euch mit diversen Hinterköpfen begnügen. Seit wir die Band vergangenes Jahr beim Dortmund Urban sahen, hat sich da noch einiges getan. Die haben viel gespielt, sind auch um einiges bekannter geworden (echt krass wie voll es heute ist) und konnten auch schon einige große Festivals und Supportshows spielen. Zum Beispiel für die Sleaford Mods! Wahnsinn!
Zu hören gibt es son NDW-Post-Punk, düsterer und "halliger" als ich es in Erinnerung hatte. Der Gesang sehr akzentuiert und bestimmt auch ganz durchdachte Texte, aber da krieg ich zu wenig von mit. Spielt der Bassist eigentlich auch bei Die Verlierer oder hat der nur die gleiche Frisur? Ihr könnt ja mal (am besten anhand dieses Fotos) auf Recherche gehen!
Was mich beim letzten Mal schon irgendwie gestört hat, wird leider auch diesmal offenbar: anscheinend hat die Band noch nicht genug Programm, um ihren Zeitslot zu füllen - und so müssen zur Zugabe zwei bereits gespielte Songs (natürlich die, die eh schon am besten ankamen) serviert werden. Da wäre mir ein kürzerer Auftritt lieber gewesen, aber das restliche Publikum freut sich, als Sänger Gaspár zum zweiten Mal in die Menge läuft, um den Tanzkreis zu entfachen.









Kommentare:
Die deutsche Grammatik kennt drei Geschlechter: maskulin, femin, neutral.
Die grammatischen Geschlechter (genus) sind hierbei zu trennen von dem tatsächlichen Geschlecht (sexus), das in der Deutschen Sprache häufig nicht mit dem genus in logischem Zusammenhang steht.
Das, was du unter 'Gendern' verstehst, ist der Versuch Raum zu machen für Menschen, die sich nicht primär als männlich definieren und die in der deutschen Sprache, z.B. bei Berufsbezeichnungen, lange Zeit nicht mitgemacht wurden. Ob man diesen Raum lässt oder nicht sollte hierbei meiner Meinung nach den Menschen überlassen werden, die sprechen oder schreiben. Wie oft wurdest du denn aufgefordert zu gendern? Wir bei Bierschinken finden in letzter Zeit ständig Kommentare gegen das Gendern, was einen direkten Angriff auf unsere Schreibfreiheit darstellt und mal so ganz nebenbei; ich bin immer noch so Punk, dass ich etwas erst Recht tue, wenn irgendwer mir etwas versucht zu verbieten oder mich dafür angeht.
Der andere Teil deiner Argumentation ist dann aber tatsächlich noch bedenklicher, indem du unterstellst, dass Menschen, die gendern, kein Recht auf Kultur hätten. Zum einen sehe ich tatsächlich gerade in der Gruppe von Menschen, die gendern ein hohes Engagement für Kultur und zum anderen finde ich es spannend, wie du hier den Kulturbegriff zu deinen Gunsten deutest. Ich komme jetzt mal nicht mit dem offensichtlichen Beispiel, sondern beziehe mich auf den "Aufruf an die Kulturschaffenden" zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Wie die Verfasser, welche im Kern den Angriff auf Belgien mit der These "ohne deutsche Kultur wären sie längst vergangen“ führst du hier eine Armee aus Pappmache ins Feld gegen Redakteur*innen, die lediglich ein bisschen Raum schaffen wollen für Menschen, die vielleicht gar nicht die Kraft haben, sich an derartigen Diskussionen zu beteiligen.