Stay Angry Festival Tag 2: Youth Avoiders, Blut & Eisen, Vulture, Hetze, Vengeance 82, Skelethal, Jaehzorn, 12.09.2026 in Oberhausen, Druckluft - Bericht von der Redaktion
Stay Angry Festival Tag 2, 12.09.2026 in Oberhausen
Nebenbei können wir natürlich auch immer mal nen Blick darauf erhaschen, was hier sonst so geht! Das Stay Angry! Festival findet zum ersten Mal statt, an zwei Tagen (heute wie erwähnt der zweite), das Programm wird so zwischen Punk und Metal kuratiert - also Punkbands die auch Metalfans hören können, treffen auf Metalbands die auch Punker*innen goutieren. Außerdem alles DIY und antifaschistisch (anscheinend muss man ja heutzutage erwähnen, dass Festivals politisch sind).
Ich kenne zwar keine einzige der angekündigten Bands, aber mich hat das Konzept des Stay Angry Festivals überzeugt. Außerdem höre ich sowohl Punk als auch Metal und alles dazwischen. Zudem war ich schon lange nicht mehr in der Druckluft, ein weiterer Grund also. Anreise nur Samstag, da ich am Freitag selbst noch eine Veranstaltung hatte. Leider komme ich dank der Bahn deutlich später an als geplant. Hätte gerne noch 1, 2 oder 3 mitbekommen. Aber andererseits möchte ich mich nicht beschweren, schließlich ist es das einzige Wochenende bis Ende des Jahres, wo ich ohne SEV mit dem Zug in den Pott komme, denn meine Bahnstrecke wird saniert.
Der Nachmittag beginnt mit einer Runde "1, 2 oder 3". Ich muss zugeben, zu den Banaus*innen zu gehören, die diese Sendung nicht kennen. Deswegen war zumindest die erste Runde für mich sehr verwirrend, warum tanzen die da alle so komisch rum? Aber gut, zum Glück hab ich nicht mitgespielt.
Die Fragen kommen aus dem Ressort Punk und Metal (und Zeppeline) und das ganze Drumrum ist schon ganz unterhaltsam, inklusive der Gewinne (wie etwa eine goldene Sportshorts). Gutes Nachmittagsprogramm!
Bin ich schief, die Kamera oder der Pavillon? Keine Ahnung! Zu Beginn unseres Arbeitseinsatzes war Kaffee mit Schuss sehr begehrt und verlagerte sich erst später in Richtung Kuchen, während die andere Pavillon-Seite zu späterer Stunde deutlich mehr Zulauf verzeichnen konnte - verständlich, dort gab es Cocktails wie die "Wutschorle". Gestern gab es die Cocktails wohl noch an unserem Tisch und ich bekomme immer Panik, wenn bei mir jemand Cocktails bestellt. Was weiß ich was da rein muss! Aber wir hätten noch Apfel-Zimt-Kuchen. Ohne Schuss.
Kurz rein zur ersten Band JÆHZORN. Passt natürlich gut zur Wutschorle. Es reichen mir ein paar Minuten, die verursachen aber ordentlich Grummeln in allen Organen. Ist, glaube ich, so Black Metal oder? Ich hab doch keine Ahnung von Metal und finde eigentlich alles (oder sagen wir, vieles) was mit Metal zu tun hat, eher lächerlich. Aber live ist dann doch vieles sehr annehmbar. Die durchweg bösen Töne von Jaehzorn auch.
Da habe ich leider bis zum Schluss nicht wirklich einen Zugang zu gefunden. Aber die Mistgabel als Mikroständer fand ich gut.
Da habe ich leider bis zum Schluss nicht wirklich einen Zugang zu gefunden. Aber die Mistgabel als Mikroständer fand ich gut.
Das heutige Lineup ist (gut für mich) etwas punkiger als gestern. Und so freu ich mich sehr auf HETZE! Die Belgier*innen machen auch keine Kompromisse. Da gibt es Hardcore-Punk, kurze schnelle und laute Brecher, die herzlich dazu einladen, mit Körperteilen um sich zu werfen. Klingt auch alles sehr wütend! Vermutlich passt auch hier eine Wutschorle sehr gut. Ich bleibe bei der Wasserschorle, die macht auch wütend.
Lieder über alles was scheiße ist und natürlich die da oben. Die Barriere zum Publikum wird auch immer mal wieder durchschritten, ob jetzt Sängerin Eva nach unten springt oder nur das Mikrofon wandern darf - hier in die Hand von Tourfahrer Nico, der auch ein bisschen die Stimmorgane massieren darf.
"We are HETZE from Belgium and we bring you trouble!" Dieser Ansage der Gitarristin ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Schön aggressiver Hardcore-Punk, der durch die immer wieder vorkommenden, Grindcore typischen Blast-Elementer nochmal zusätzlich an Wumms gewinnt.
Ich habe kurz vor Beginn von Hetze festgestellt, dass es auch 0,5er Hansa gibt. Das finde ich schön und macht mich ganz un-wütend.
Die wütenden Hetze finde ich aber toll.
Ich habe kurz vor Beginn von Hetze festgestellt, dass es auch 0,5er Hansa gibt. Das finde ich schön und macht mich ganz un-wütend.
Die wütenden Hetze finde ich aber toll.
Angekündigt wird noch, dass sie bald neue Songs schreiben wollen, also vielleicht nächstes Jahr ein neues Album? Stark.
Dann SKELETHAL. Schlossi ist total begeistert, also schau ich auch mal für 1-2 Songs rein. Das ist dann wohl Death Metal. Auch hier passt natürlich eine Wutschorle. Sehr dichtes Getrümmer und böser Gesang, viel mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Fans des Genres mögen mir widersprechen.
Die Franzosen ballern so richtig einen raus! Extrem schnelles Geriffe, noch schnellere Soli, tief gegrunzter Gesang. Hier und da trotzdem auch mal etwas Melodie versteckt. Was hier an allen Gitarren abgeliefert wird ist für mich sehr beeindruckend, da verschwimmen die Finger an den Griffbrettern fast schon, so schnell ist das teilweise. Und dabei schütteln die auch noch wild ihre Köpfe, als wäre nichts dabei. Hammer!
Was für die Punk-Fraktion? BLUT+EISEN folgen nun. Warum haben sie sich eigentlich nicht für diesen Abend in "Wut+Eisen" umbenannt? Nunja. Sah ich erst vor wenigen Monaten beim Back To Future. Muss zugeben, immer noch keinen Song zu kennen, aber der Auftritt macht trotzdem Laune. Und da ich eh nur 2-3 Songs sehen kann, wird es auch nicht eintönig. Sehr intensiv und brachial, aber doch sympathisch. "Bei uns gibt's keine Balladen", kriegen wir noch zu hören.
Ansonsten ja, es ist halt deutschsprachiger Hardcore-Punk, seit kurzem mit neuer Sängerin Fox wieder recht aktiv. Ich treff später draußen noch Jens, der die Band dieses Jahr schon vier Mal gesehen hat und die fünf nur nicht geschafft hat, weil er verpennt hat.
Dieser 80er Vibe ist nicht so ganz meins, aber ein sympathischer Auftritt ist es allemal.
Dieser 80er Vibe ist nicht so ganz meins, aber ein sympathischer Auftritt ist es allemal.
Mein Highlight des Tages: YOUTH AVOIDERS! Ich weiß nicht was die sonst alles so avoiden, aber auf die Bühne bringen sie ne ordentliche Breitseite schneller garagier Hardcore-Punk-Brecher mit überschlagendem Gesang. Gewinnt keine Innovationspreise, und trotzdem haben sie einen sehr eigenen Sound kreiert, auch das muss man erstmal schaffen! Die ersten Reihen sind quasi durchgehend damit beschäftigt, wild zu zappeln und Fäuste zu recken. Ab und zu wird zum Amüsement des Sängers lauthals gegähnt.
Wenn ich das richtig verfolgt hab, war die Band eine der ersten Wünsche fürs Festival und ich freu mich sehr, dass das geklappt hat. Ich hab anschließend Nackenschmerzen. Selbst Schuld, wäre ich doch bloß Metaller, die sind viel trainierter im Nackenbereich!
Youth Avoiders machen in der Tat ordentlich voran! Richtig schneller Hardcore-Punk, so mag ich das. Haben mir wirklich ausnehmend gut gefallen, die werde ich definitiv weiter verfolgen.
Langsam geht der Kuchen zur Neige und am Stand kriegen wir nur noch gehaltvolle Tipps, was man mit Jägermeister alles so anstellen kann. Ist dann wohl langsam mal Zeit, abzubauen. Für ein paar Lieder kann ich dann noch bei VULTURE reinschauen.
Speed- und Thrash-Metal, sagt Wikipedia. Ich bin Banause, mir sagte die Band zuvor nichts. Bin ganz angetan davon was die hier so angekarrt haben, die ganze Bühne steht voller Banner und Nebelmaschinen, mich würde noch nicht mal wundern wenn hier gleich noch Flammen ins Publikum geschossen werden - aber wir haben Glück.
Ohne, dass ich die Band jetzt "Party-Band" schimpfen will, ist Musik und Auftritt aber doch auf eine ordentliche Metal-Party ausgelegt. Die von Fö erwähnten Bühnenaufbauten, die drei baugleichen Gitarren tun das ihre dabei, aber auch das sehr frische Auftreten der Band. Hier kann die Faust zu einem kurzweiligem Auftritt gereckt werden.
Stimmung ist heute übrigens bei jeder Band sehr ordentlich! Hätten zwar ein paar mehr Leute reingepasst, aber dafür sind hier alle nett. Heute gab's wohl parallel noch andere Metal-Veranstaltungen in Oberhausen, wir können uns also glücklich schätzen dass die coolen Leute hier sind.
Anschließend sind wir alle ganz gespannt auf die nächste Band. Ein Projekt, das sich nur für dieses Festival gegründet hat: VENGEANCE '82! Laut Internet ist das ein Livealbum von Judas Priest, und es handelt sich dann schließlich auch um eine Coverband von Judas Priest! Kenn mich mit Judas Priest nicht aus, aber ich stelle mal in den Raum, dass die Setlist nicht der Tracklist von besagten Livealbum entsprach.
Für son einmaliges(?) Projekt ist das schon echt sehr amtlich. Soundmäßig ist es mir zu hardrockig, aber das liegt eher am Original vermute ich. Auch hier wieder: Ich hab keine Ahnung von Metal und mit "Breaking The Law" ist auch nur ein Song dabei, den ich kenne. Alles andere macht aber auch gut Eindruck, vor allem das Organ des Sängers.
Zu Original-Sänger Rob Halford weiß ich nur, dass er gerne mit nem Moped auf die Bühne fährt (Quelle: meine Augen) und dass er nicht nur eine Schwulenikone ist, sondern sich auch oft antifaschistisch und gegen Trump äußert. Passt also auf die heutige Veranstaltung! Bin aber schon etwas enttäuscht, dass es kein Moped gibt. Das wiederum erinnert mich an einen Auftritt der Superfreunde auf ner Pennerparty vor knapp 20 Jahren, als sie zu dritt nackt auf nem Moped sitzend zum Auftritt in die Scheune reinfuhren. Hat sich nicht noch wer irgendeinen Körperteil an der heißen Maschine verbrannt? Jedenfalls ist meine Lebenserwartung an dem Abend durch die ganzen Abgase in der kleinen Scheune bestimmt etwas gesunken. Also können wir eigentlich froh sein, dass Vengeance 82 dieses Showelement nicht kopiert haben.
Ohne dass ich jetzt der große Judas-Priest-Experte wäre, aber das fand ich schon gut am Original. Ich kenne dann überraschenderweise auch die meisten Lieder irgendwie (wie gesagt, kein Judas-Priest-Experte), was zeigt, wie viele Hits das Original hat und anscheinend ins Allgemeingut geschafft haben.
Da ich müde war, wollte ich eigentlich noch während des Auftritts ins Bettchen, aber da es geregnet hat bin ich doch noch geblieben und habe es auch nicht bereut. Der offensichtliche Spaß der Band an ihrer Sache hat sich mühelos aufs Publikum übertragen.
Da ich müde war, wollte ich eigentlich noch während des Auftritts ins Bettchen, aber da es geregnet hat bin ich doch noch geblieben und habe es auch nicht bereut. Der offensichtliche Spaß der Band an ihrer Sache hat sich mühelos aufs Publikum übertragen.
Also, Stay Angry!, das hat doch gut funktioniert, dieses Festival!
Ja, sehr schön fand ich es, eine wirklich durchgehend angenehme Atmosphäre. Im Saal war es meistens zwar nicht so voll, aber ich glaube, es waren auch selten mal alle drin. Vermutlich hatte bei dem abwechslungsreichen Musikprogramm jeder und jede so seine Lieblinge und der gemütliche Außenbereich der Druckluft lädt auch zum Verweilen ein.
Zumindest für die Fressbude scheint es sich gelohnt zu haben, denn um 21h hieß es schon: keine Pommes und Burger mehr.
Aber ich hoffe, dass sich der Mut, etwas Neues zu wagen, auch für die Veranstaltenden des Stay Angry gelohnt hat.
Ja, sehr schön fand ich es, eine wirklich durchgehend angenehme Atmosphäre. Im Saal war es meistens zwar nicht so voll, aber ich glaube, es waren auch selten mal alle drin. Vermutlich hatte bei dem abwechslungsreichen Musikprogramm jeder und jede so seine Lieblinge und der gemütliche Außenbereich der Druckluft lädt auch zum Verweilen ein.
Zumindest für die Fressbude scheint es sich gelohnt zu haben, denn um 21h hieß es schon: keine Pommes und Burger mehr.
Aber ich hoffe, dass sich der Mut, etwas Neues zu wagen, auch für die Veranstaltenden des Stay Angry gelohnt hat.






























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