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Dienstag, 17.03.2020: Im Interview: Pears

Die großartigen Pears haben kürzlich ein neues Album rausgebracht! Grund genug für Zwen, die Band mal etwas auszuquetschen. Drummer Jarret stand Rede und Antwort.

Bierschinken: Ihr habt gerade ein neues Album rausgebracht, das ihr einfach nur „Pears“ genannt habt. Dies ist – korrigiert mich, wenn ich falsch liege – nach „Go To Prison“ und „Green Star“ euer drittes Album. Warum habt ihr euch denn keinen gescheiten Titel überlegt?
Pears: Ein Album nach uns selbst zu nennen ist ein gescheiter Albumtitel. Wir denken, dass dieses Album uns ganz besonders repräsentiert. Nach Jahren, in denen wir Songs geschrieben haben und einen speziellen Sound entwickelt haben, verkörpert dieses Album einfach die zurückliegende Anstrengung. Ein selbst-betiteltes Album ist eine Proklamation von uns selbst. Dieses Album erfüllt genau diese Funktion.

Bierschinken: Ihr seid ja vor allem bekannt für hektische Breaks und ein Hochgeschwindigkeits-Schlagzeug. Auf „Pears“ hören wir auch mal ruhigere Töne wie in „Travelling Time“. Wie kamt ihr darauf?
Pears: Wir wussten, dass wir einen Pop-Song auf dem Album haben wollten. Besonders Zach liebt es mit langsamen Tempi und eher traditionelleren Songvorstellungen rumzuspielen. Er hatte bereits ein paar lose Enden für den Song und wollte, dass wir da zusammen dran arbeiten. Es macht außerdem Spaß zu zeigen, dass wir auch sowas spielen können – bisschen subtiler halt.

Bierschinken: Aber jetzt mal weg von der langsamen Nummer, ist der Grund, warum eure Musik so schnell und hektisch ist, der, dass so keine Chance für Chumbawamba, Lou Bega und Macarena besteht, euch zu verklagen?
Pears: Nein, die verklagen uns nicht. Und selbst wenn, wäre es ziemlich geile Publicity für uns. Wir klauen ja nicht explizit und geben das als unser Eigen aus. Wenn die Leute nicht checken, dass es offensichtlich eine Parodie ist, dann haben sie wirklich nicht das Recht über Kunst zu urteilen. Ist ja nicht ernst gemeint und die meisten verstehen das auch. Der Grund, weshalb unsere Songs so schnell sind, ist definitiv nicht, dass wir dann diese kleinen Referenzen haben können. Wir schreiben was wir schreiben und bringen den Spaß später rein.

Bierschinken: Teile von anderen Songs in eurer Musik zu verwursten war bei Pears ja auch ein Konzept von Tag 1 an. Wer hatte denn die Idee und warum?
Pears: Es macht Spaß, kleine Easter Eggs in die Songs zu packen. Humor macht gerade im Punkrock ziemlich viel Spaß. Und wenn wir irgendwo was wegnehmen können, das einfach gut in den Song passt und es auf eine geschmackvolle Art und Weise getan wird, warum nicht? Die Leute mögen es sowas zu finden, und ich weiß, dass ich mir das gerne anhöre. Brian und Zach haben das immer reingeworfen, seitdem sie zusammen Songs schreiben. Macht einfach Spaß.

Bierschinken: Das Album ist jetzt also draußen, aber ihr habt noch keine Tourdaten für Europa in dieser Saison. Angst vor Corona oder warum bleibt ihr weg? Wann dürfen wir eure hübschen Fressen wiedersehen?
Pears: Haha, wir bleiben nicht weg. Eine Tour wird gerade gebucht. Irgendwann später dieses Jahr. Wenn wir eine neue Platte draußen haben, kommen wir natürlich nach Europa. Geduld!

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Bierschinken: In den USA sind ja gerade die Vorwahlen der Demokratischen Partei. Dementsprechend wählen die Leute gerade, wer gegen Donald Trump antritt. Momentan läuft es auf einen Zweikampf zwischen Joe Biden und Bernie Sanders hinaus. Ihr unterstützt Sanders. Ist er der einzige, der Trump in einem Shithole entsorgen kann, und wie erlebt ihr die aktuelle politische Situation?
Pears: Ja, ich denke Bernie Sanders ist der einzige Kandidat, der Trump besiegen kann. Die Situation hier ist total abgefuckt und am Internet zu partizipieren ist demoralisierend und schrecklich, aber man muss sich über die kleinen Siege freuen. Es ist schwer, da Biden den demokratischen Status Quo präsentiert, was es schwer macht ältere Menschen dazu zu bringen, Sanders zu unterstützen. Junge Menschen unterstützen Sanders, weil wir diejenigen sind, die mit der Welt umgehen müssen, so wie sie uns die älteren hinterlassen haben. Die wollen nur wieder zurück zur Normalität – klingt für mich sehr nach „Make America Great Again“. Wir brauchen aber eine Komplett-Überholung der Regierung und des Wirtschaftssystems. Das Establishment versucht Bernie zu stoppen, weil er der einzige ist, der das schaffen könnte. Junge Leute müssen sich mehr engagieren und wählen gehen. Alte Leute sollen aufhören so dumm zu sein.

Bierschinken: Brian hat ja mal ein kleines Weihnachts-Special gemacht, bei dem er angeboten hat, Songs für Geld zu schreiben. Wessen Idee war das und wie war die Resonanz?
Pears: Das ist eine gute Möglichkeit, etwas Kohle zu verdienen, wenn man gerade mal nicht tourt. Touren sind unsere Haupteinnahmensquelle. Aus diesem Grund müssen wir uns auch alle was überlegen, wenn wir mal nicht auf Tour sind. Die meisten von uns haben noch andere Jobs, wenn wir zu Hause sind. Personalisierte Songs zu schreiben ist eine gute Möglichkeit für Brian, ein bisschen Kohle mit etwas zu verdienen, in dem er gut ist. Das ist auch tatsächlich sehr beliebt. Brian hat Geburtstags-Lieder geschrieben, Liebes-Lieder, und sogar die Titel-Melodie für Podcasts und andere Formate.

Bierschinken: Und nun ein paar Fragen, die nicht von mir sind, aber die rausgekommen sind, als ich Leute bei Bierschinken gefragt habe, was sie euch gerne fragen würden:
Salz oder Pfeffer?
Pears: Äh, mein Mitbewohner hat so schwarzen Knoblauch gemacht und das pulverisiert. Das packe ich jetzt in alles rein...also, schwarzer Knoblauch (Salz aber auch).

Bierschinken: Wie schätzt ihr die Konkurrenz zu Apple ein?
Pears: Ich esse jeden Tag einen Apfel.

Bierschinken: Würdest du lieber den Rest deines Lebens ohne Decke schlafen, oder nicht mehr kratzen können, egal, wie sehr es juckt?
Pears: Das ist schwer, weil ich es echt hasse ohne Decke zu schlafen. Aber ich weiß auch, wie es ist, wenn es die ganze Zeit juckt, da ich allergisch auf Katzen bin. Das macht das Touren manchmal schwierig. Meine Antwort ist, dass ich eher ohne Decke schlafe. Kratzen ist richtig scheiße.

Bierschinken: Lieber für ein Jahr einen kleinen Stein im Schuh oder immer was im Auge haben?
Pears: Kleiner Stein im Schuh. Ich bin im Laufe der Jahre echt gut darin geworden, den kleinen Stein zu bewegen und ihn zwischen meine Zehen zu schieben, sodass ich nicht drauftrete. Da behalte ich ihn bis ich eine Möglichkeit habe, den Schuh auszuziehen. Damit kann ich besser leben, als immer was im Auge zu haben. Da habe ich ja gar keine Kontrolle drüber.

Bierschinken: Gibt es etwas in deinem Besitz, worauf du sehr stolz bist?
Pears: Ja, die Krawatten-Sammlung von meinem Opa. Die mag ich wirklich sehr.

Bierschinken: Was war das Fieseste, was mal jemand über eure Band geschrieben hat?
Pears: Dass wir zu sehr nach anderen Bands klingen oder langweilig wären. Ich versteh ja, dass, wenn wir nicht dein Ding sind, du uns auch nicht mögen musst, aber zu sagen, dass wir langweilig wären, das stimmt einfach nicht.

Bierschinken: Warum klingt ihr genau wie all die anderen Bands, die genau klingen wie ihr?
Pears: Ich versteh die Frage nicht ganz, aber ich beantworte sie mal, indem ich „Erich“ sage.


Zwen 03/2020
Mehr zu: Interview Pears
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