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Die Shitlers:
This Is Bochum Not L.A.
Die Shitlers stellen ihre neue CD vor.

“Würdet ihr euer Kind Adolf Hurensohn der Gesichtszerfickte nennen?” Die Shitlers entwickeln sich musikalisch parallel zu ihrem Facebook-Auftritt: Sie werden einfach immer besser!

Seit jeher stehen die Shitlers vor allem für eins: Fun, Fun Fun!
Sympathisch frech und mit einer rüpelhaft-ironischen Fanschar im Gepäck: Die Shitlers aus Bochum um den ständig durch die Welt tingelnden Quatschkopf Martin Seeliger sind mittlerweile vor allem eins: Kult! Wie Money-Boy und die lustige “Was ist das für 1 Life”-Sprache sind sie neben ihren witzigen Liveauftritten vor allem ein Internet-Phänomen und als solches nicht mehr wegzudenken. Quietschvergnügt posten sie auf ihrer Facebook-Präsenz allerlei fiese Scherze und bissige Satire ober- und unterhalb der Gürtellinie. Dies gefällt vor allem jungen Menschen, die sich auch gerne mit ebenso gäggigen Kommentaren in das Bandleben der drei Musiker einschalten. Nun ist das neue Album “This Is Bochum Not L.A.” erschienen und wurde bereits lange vor Release auf gewohnt schnippische Art den potentiellen Hörer_innen schmackhaft gemacht:
Im Vorfeld wurde sich wie so oft humoristisch den Stilmitteln des Hip Hop bedient: Eine sogenannte “Promophase” und das Anpreisen einer coolen Sammlerbox zum Albumrelease. Das lässt die Anhängerinnen und Anhänger der Shitlers natürlich diebisch kichern, denn die Hardcore-Fans der Punk-Szene mögen es bekanntlich nicht so gern, wenn man einen ungewohnten Mainstream-Habitus an den Tag legt. Ein augenzwinkernder und höchst sarkastisch-gelungener Schachzug. Chapeau! Ebenfalls originell ist die kurze und ur-lustige Doku-Soap “Vater-Sohn-Tag”, die von Tristan und Frank im Vorfeld auf Youtube dargeboten wurde. Mit raffinierten Gesprächspausen gespickte, kleine Impro-Clips bei denen man laut prustend immer wieder den Pause-Button drücken muss um alles mitzubekommen. So viel Fingerspitzengefühl in Witz und Situationskomik hätte man sich bspw. Bei den Force-Attack- und Rumänien-Videos von Ferdinand und Roland gewünscht!
Musikalisch natürlich wieder alles beim Alten: NOFX-Coversongs mit deutschen Quatschtexten garniert (das Hauptthema sind meistens sie selbst). Das ist flott und bietet coolen Retro-Charme. Das Scherzbarometer schlägt bei den Texten natürlich wieder voll auf die Zwölf und der Spaß fährt stets im Kessel auf und ab. Immer wieder meint man, vermeintliche Einflüsse von Bands aus den 90er Jahren zu hören: Da ein bisschen LUSTFINGER, hier ein Stückchen VICKI VOMIT und DIMPLE MINDS. Das macht einfach gute Laune und zaubert beim Hören sekündlich ein fröhliches Grinsen auf’s Gesicht. Bei den Shitlers wird einfach alles vergackeiert bis die Lachmuskeln implodieren.

Frontmann und Oberspaßvogel Martin Seeliger hielt in der Promo-Phase auch den fingierten Streit mit dem Bierschinken-Onlinezine aufrecht: “Alle beim Bierschinken sind Arschlöcher.” gröhlt er in ein Mikro und grunzt, furzt und rülpst in gewohnter Punk-Manier bei einem Auftritt im Pogoradio. Das ist zum Beömmeln und man weiß natürlich, dass die Shitlers und Bierschinken schon jahrelang Hand-in-Hand gehen mit ihrem aufgesetzten Konflikt. Das ist vermutlich so ein NRW-Ding: Immer zusammenstehen, aber sich trotzdem brüderlich necken. Apropos NRW: Wie der Titel der neuen Scheibe schon zeigt, geht es textlich sehr häufig um die Stadt Bochum. Das ist witzig, weil das keine besondere Stadt ist, aber die drei Buben da nunmal herkommen und so zieht man den amerikanischen Lokalpatriotismus à la “This Is Boston, Not L.A.” schon im Titel durch den Kakao. Das ist Szene- und Medienkritik in Reinkultur. Echt stark und erfrischend komisch.
Sowieso ist vor allem das spitzzüngige Auftreten von Martin Seeliger bspw. in den Youtube-Videos der Combo ein absoluter Hochgenuss: Kryptisch formuliert er schräge Sätze zwischen Musiker-Nerdtum und Soziologiestudium, um in normalen Alltagsgesprächen nicht selten inhaltlich am Thema komplett vorbeizureden, richtig Helge-Schneider-mäßig mit ständig kippender Stimmlage. Das macht ihn so unglaublich “stabil”, wie das sicher Mitt-30er-Skatepunks sagen würden, die so klingen wollen wie Teenager aber natürlich wissen, dass diese gar nicht (mehr) so reden. An diesen drei heiteren Jungs kommt man derzeit einfach nicht vorbei, verkleidet doch keiner Zynismus und Verbitterung so neckisch in kesse und wortwitzige Pop-Punk-Songs.

Die Shitlers, immer ein Ironie-Level höher als alle anderen. Das macht sie zur größten Quitschquatsch-Kapelle, die es derzeit im Punkrock zu sehen und zu hören gibt. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt, euch eines ihrer raren Konzerte anzuschauen, tut es auf jeden Fall. Ihr werdet euch in den Armen liegen und Tränen lachen bei soviel witzigem Zirkus auf einer kleinen Jugendhaus-Bühne.
Wenn es nicht vorher schon klar war, so steht 2017 eines ganz sicher fest: Die Shitlers sind die J.B.O. des Punk.
Lux 07/2017
Hörprobe:
Die Shitlers - This Is Bochum Not L.A.

Stil: Deutschpunk
VÖ: 14.07.2017, CD, Weltgast


Tracklist:
1. Wir sind die Shitlers
2. Nur wegen Shitlers
3. +1
4. Fat Wreck/ Epitaph
5. CCN 4
6. Dr. Helmut Kohl
7. Weiße Touristen mit Geld
8. Bochum Hamme
9. Liebeslied
10. Bierbong
11. Uwe
12. Politische Musik

(FB nicht mehr anzeigen?)

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Thruntilldeath
(Thruntilldeath)
13.07.2017 19:43
Ich find die einfach scheiße. Wie fährt denn der Spaß im Kessel auf und ab, so technischer Art?
Lux
(Lux)
13.07.2017 19:51
Na so: "Wääuummm, wääääuuuummm!"
Thruntilldeath
(Thruntilldeath)
13.07.2017 21:02
Daher kommt das Geräusch immer. Dachte früher, dass es vom heiligen Geist kommt, anscheinend ist dem nicht so. Danke!
Nils

14.07.2017 10:22
Bis zum vorvorletzten Wort hattest du mich. Verdammt!
DER Sascha

15.07.2017 01:44
Ich dachte, dass nur noch Hella von Sinnen das Wort Kult als Adjektiv verwendet. Weia.
Kabl

16.07.2017 22:04
Chapeau! Lux schreibt immer ein Ironie-Level höher als alle anderen. Er ist schon jetzt der Postillion des Bierschinkens.
Arno Nyhm

18.07.2017 11:41
puh das aber schon hart ... jbo des punk... ich würd danach direkt meine instrumente versilbern.


20.07.2017 22:34
Nils.
Chester hat sich ungebracht. weil: Das neue Albung war zu scheisse!

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