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MakeWar:
Get It Together
MakeWar sind aktuell noch ein recht junges Pferdchen im Fat-Wreck-Stall. Eingefangen von niemand anderem als Brendan Kelly (Lawrence Arms) irgendwo an der Südgrenze der USA. Dort wurde der multinationale Dreier zunächst auf der hauseigenen Ranch von Red Scare aufgepäppelt, dressiert und schließlich vom Dicken nach Kalifornien entführt. "Get It Together" soll an dieser Stelle demnach wohl der erste richtig große Wurf werden. Der Titel bezieht sich hierbei auf die aktuelle Situation in den Staaten, welche bekanntlich von Rassismus, Segregation, Dummheit und Hass geprägt ist. Das Feindbild auf den elf Songs ist klar abgesteckt. Zusätzliche Authentizität gewinnt das Ganze hierbei über den eben erwähnten Background der Musiker, die zu 2/3 aus Ländern südlich der USA stammen und dementsprechend eine ganz besondere Wut auf den US-Präsidenten angestaut haben dürften. Dies ist legitim, wichtig und mehr als verständlich, dennoch mag der Funke nicht so wirklich bei mir überspringen. Dies liegt vor allem daran, dass der größte Teil von "Get It Together" musikalisch eher so vorbeiplätschert. Pepperann meinte letztens, dass man das Album gut hören könnte, wenn man einfach nur komplett fertig ist. Aber ob das nun das ist, was MakeWar mit der Platte erreichen wollten? Ich denke eher nicht. Das wütende Bollwerk gegen Konservatismus und die Republikaner kann ich in "Get It Together" jedenfalls nicht erkennen. Stattdessen wird das Tempo nur selten so wirklich hochgedreht. Die einzigen Ausnahmen bilden hier vielleicht noch das spanischsprachige "No Mas" und "No Excuses". Letzteres ist für mich hierbei auch das Highlight der Platte. Auf treibenden Drums und knackigem Bass gibt es für den aktuellen Status-Quo dann endlich mal ein bisschen Mittelfinger. Das tut gut, greift aber textlich an vielen Stellen etwas zu kurz. Deutlich wird das vor allem an der Textstelle "This place used to be different. Everyone was nicer. Some of you would even help each other.". Sicherlich war es im Neoliberalismus unter Obama angenehmer als Minderheit in den USA zu leben und vielleicht habe ich, da ich auf der anderen Seite des großen Teichs lebe, nicht das Recht hierüber überhaupt zu urteilen, dennoch ignoriert diese Sichtweise beispielsweise den Terror durch Drohnenangriffe oder geführte Kriege. Generell stört mich an "Get It Together" wohl am meisten diese Verklärung und Glorifizierung der Vergangenheit. Das beginnt schon beim Artwork, das mir grundsätzlich sehr gut gefällt, schlägt sich dann aber auch in den Texten nieder. Klar sind Trump und seine Schergen riesige Arschlöcher und vielleicht war sogar früher vieles besser, aber auch den Status Quo von vor zehn oder mehr Jahren halte ich nicht für ein wirklich erstrebenswertes Ziel.

Fazit: Zu poppig um wirklich wütend zu sein und für Tiefgang zu plakativ.

Anspieltipps: No Excuses, No Mas
Zwen 03/2020
Hörprobe:
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MakeWar - Get It Together

Stil: Pop-Punk
VÖ: 2019, LP, CD, Fat Wreck Chords


Tracklist:
01. Hopeless Dreamers
02. My Bones
03. No Excuses
04. Squeeze
05. No Mas
06. American Futbol
07. Sails
08. Inmunda Realidad
09. Oh, Brother
10. Hands on the Tyrant
11. Get It Together

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