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Ruhrpott Rodeo 2017 Tag 3: Terrorgruppe, Snuff, Samiam, Knochenfabrik, Jaya the Cat, The Adicts, Teenage Bottlerocket, Rasta Knast, Pears, Distemper, Peter And The Test Tube Babies, Irie Revoltes, Götz Widmann, Methanboys, 23.07.2017 in Hünxe, Flugplatz Schwarze Heide - Bericht von der Redaktion

Ruhrpott Rodeo 2017 Tag 3, 23.07.2017 in Hünxe

Fö: Ruhrpott Rodeo, dritter Tag! Am Freitag fand ich das Lineup eher schwach, gestern konnte es schon deutlich mehr, und heute hab ich kaum Zeit, zwischen den Bands zu verschnaufen. Das nenn' ich mal ne konsequente Steigerung!
Aber erstmal gucken, ob alle die Nacht überlebt haben. Der Regen prasselte so aufdringlich auf mein Zelt, dass trotz 3000mm Wassersäule feine Tröpfchen auf meinem Schlafsack landeten. Insgesamt aber Glück gehabt und erfreulich trocken geblieben. Weniger Glück hatte anscheinend Uschi: Mitten in der Nacht und mitten im wildesten Regen werden alle wach, weil sie laut "Irina, mach das Zelt auf!" brüllend über den Platz rennt. Sie saß kurz vorher noch im trockenen Auto, hat sich dann schließlich mit allem, was an Decken aufzufinden war, umwickelt und rannte durch den Monsun gen trockenes Zelt. Die einzige, die durch Uschis Rufe nicht wach wurde, war übrigens Irina.
Fö: Ansonsten steht aber noch alles! Der Zeltplatz selbst aber relativ unspektakulär, da macht sich irgendwie der Altersdurchschnitt bemerkbar. Okay, ein paar Idioten gibts immer. Die mit lauter Musik, oder die die mitten auf dem Weg vögeln (Videos im Paid-Bereich). Oder die, die sich ne viel zu kurze Rutschbahn bauen und anschließend wundern, warum der ganze Körper voller Kratzer ist.
Fö: Erkenntnisse des Wochenendes: Trockeneis ist auf dem Festival offensichtlich verboten, wer gewieft ist greift zur Kühlung auf Dünger zurück. Mit Eis hätte das Bier aber leckerer ausgesehen...
Fisher: Hochrangige Brigadist*innen haben immer gute Pläne. So wurde eine der vielen Verfügungen vom Veranstalter umgangen.
Fö: Vor den bereits gelobten Spülklos treffe ich Micha. Mit einem spontan dargebotenem Lied (es ging ums Kacken in der Stadt) versucht er, mich zu überzeugen, die Lieben Löwen beim Bierschinken-Festival spielen zu lassen. Ob es geklappt hat, seht ihr wenn ihr aufs Lineup schaut.
Fisher: Leider gab es zu Michas Darbietung keine Verfügung des Veranstalters. Immerhin bescheinigte er mir journalistische Weitsicht und erzählte, dass sich DIE BAND aufgrund meiner Konzertkritik zerstritten hat. Er selber ist laut eigener Aussage darüber nicht angepisst, aber Andere. Micha befürchtete aufgrund meines musikalischen Sachverstandes Auftrittsverbot im Rattenloch zu haben. Ein Solches kann ich dort wohl kaum verfügen, da ich im Gegensatz zu Herrn A.S. keine Verfügungsgewalt besitze. Nach Langen hin und her, habe ich ihm die Zusage gegeben, beim mächtigen Lawigator KEIN gutes Wort für sein neues Projekt  einzulegen. 
Fö: Derweil wurde Irinas Auto mit Klopapier, Milchbrötchen und Aluschalen dekoriert. Das ist sowas wie Betrunkene anmalen, bloß dass Autos sich noch weniger wehren.
Fö: Highlight eines jeden Festivals: Leuten beim Einpacken von Wurfzelten zuschauen.
Fö: GÖTZ WIDMANN. Kann den mal bitte jemand abstellen?
Hupe: Warum? Ist doch n schöner Auftakt.
Fisher: Echt mal. Stattdessen habe ich lieber ein zwei Gintonic gefrühstückt.
kiki: PEARS. Mal eben den Slot mit Knofa getauscht. Dies habe ich aber auch nur am Statement der jungen Dame neben mir bemerkt, die zu ihrer Reisegruppe sagte: "Das sind nicht Knochenfabrik. Der Sänger von denen kann nämlich kein Englisch."
kiki: Nun ja, PEARS können Englisch. Und ne amtliche Rockshow abliefern können sie auch. Schönes Gedresche mit rumschreien, rumhüpfen und ausrasten. Dazwischen immer wieder kleine Feedbackorgien zum Runterkommen und Ausruhen.
kiki: Definitiv ne Band für ne kleinere Bühne. Trotzdem auch hier und heute sehr kurzweilig und unterhaltsam.
Fö: Erstes (und lange nicht das letzte!) Highlight des Tages! Geile Band. Wie Sänger Zach Quinn seinen Körper und sein Gesicht verrenkt, ist einfach ein Traum. Musik: Schöner Singalong-Hardcore-Punk mit lustigen Zirkuseinspielern zwischen den Liedern. Das spart Ansagen. Könnten sich einige Bands ruhig mal was von abgucken.
Fisher: Das war schon amtlich, was da durch meine Ohren gepustet wurde.
Hupe: KNOCHENFABRIK. Eine Band ohne schlechten Song hatte an diesem Tag sogar richtig Bock ihre Hits zu spielen.
Mega wie immer.
Fö: Zweites Highlight des Tages! Knochenfabrik sind immer großartig, auch heute. Begeistert schwanke ich zwischen Texte mitgrölen und darauf konzentrieren, wenn Claus verkackt.
Fö: Beim kürzlichen Unwetter in Köln ist ihr Proberaum unter Wasser geraten. Mit Dank an den Klimawandel freuen sich Knochenfabrik aber, dass immerhin ein Bierkasten überlebt hat. Aber dafür heute eben mal ein Auftritt ohne Probe. Könnense.
Hupe: Oje, du hast den Fotoapperat schräg gehalten, Fö.
Fö: Sorry. Zu viel Wasser getrunken, da werde ich immer so taumelig.
Fisher: Igendwer schreit immer Filmriss. Leider durfte der Song auf Verfügung vom Veranstalter nur einmal gespielt werden, was von seinen Vollstreckungsgehilfen, unter dem Kommando von Herrn Spiller, gnadenlos durchgesetzt wurde.
kiki: Entschuldigung, gibts das Shirt auch ne Nummer größer?
Fisher: Bestimmt. Falls der junge Mann (mit Kotzreiz TS) diesen Bericht liest, bekommt er ein XS-Girlie von THE GRABOWSKIS geschenkt.
Fö: Mit Blick auf die Uhr meint Claus: "Wir haben nur noch eine Minute! Das reicht für das Solo von Toni und einmal Chorus" - gesagt, getan. Bühnenchef Spiller hat für so viel Disziplin nur noch den erhobenen Daumen übrig.
Fö: Erwähnten wir schon, dass es geregnet hat? Vielleicht ist deswegen vor der Bühne mehr Platz zum Tanzen als gestern.
Fisher: Endlich passiert hier mal was! Auf Verfügung vom Veranstalter haben diese Beiden das Publikum mit einer Wrestlingaktion einzuheizen.
kiki: Skapunk kann ich mir wahrlich nicht immer geben. Was DISTEMPER hier und heute aber abgeliefert haben war richtig geil.
Fö: Mir geht's da ebenso, nur dass Distemper mich schonmal mehr mitgerissen haben.
Fisher: Leider bin ich heute nicht so empfänglich für das Getröte der Combo auch Russland.
Fö: Es klingt halt einfach doch alles gleich, da ist schnell die Luft raus. Zum Glück nicht dem Hund, der hält tatsächlich den ganzen Auftritt durch und tanzt fleißig über die Bühne. Respekt!
kiki: Über die komplette Spielzeit die gesamte Bühne in Bewegung, sehr coole Choreos und ein Sänger, der wohl so ziemlich die längsten Dreads hat, die ich jemals bestaunen durfte.
Fisher: Ich gehe mal die Lagersicherheit überprüfen und lasse mir die bisherigen Darbietungen bei einem HaPi revue passieren.
kiki: Die Reibeisenstimme gepaart mit der russischen Sprache (Sogar die Ansagen waren auf russisch) passen richtig gut. DISTEMPER heute locker in einer Liga mit z.B. den Bosstones. Super Auftritt!
Fö: Waren nicht sogar englische oder deutsche Ansagen dabei? Ich habe keine Ahnung, mit der Stimme klingt einfach alles russisch. Aber Obacht, akzentshaming ist nicht so angesagt.
Fö: SAMIAM! Bisher nie live gesehen, aber irgendwann mal vor gefühlten Jahrhunderten irgendein Album ziemlich viel gehört. Seitdem aber leider nicht mehr, weswegen ich heute nicht allzu viele Lieder kenne - aber trotzdem von allen mitgerissen werde. Das muss man erstmal schaffen.
Punkchef: Aufgrund des grundentspannten Shuttlebus-Fahrers, welcher die Abfahrt zunächst auf in 5-10 Minuten, dann auf 15 Minuten prognostizierte und schließlich nochmal - Butterbrotpause - um 10 Minuten verlängert hat, komme ich zu spät. Selten hatte ich es nach Ankunft auf der Route GL-Counter-Markenbude-Bierbude hin zur Bühne so eilig. Als ich ankomme, spielt man "Mud Hill". Herrlich, willkommen zurück in den frühen 2000ern - und zwar der guten Sorte! 
Punkchef: Beebout scheint mir kaum gealtert. Doch ob wohl der Look früher etwas weniger gefährlich war? Aber diese Stimme...
Schlossi: Scheußliche Flickenjeans und dieses Hemd tut überhaupt nichts für ihn. Egal. Toller Sänger, gute Songs, allerdings stelle ich fest, dass SAMIAM eine Band ist, die ich nicht unbedingt sehen muss, reicht, zuhause die Platten zu hören.
kiki: Kennt ihr das wenn man Bands irgendwie scheiße finden will, weil die so Altherrenrock machen? Und dann steht man vor der Bühne und denkt: Ok, der Song war ganz gut. Und das Riff auch. Der Melodiepart war super...und schwupps wippt der Fuß und man möchte mitsingen, obwohl man den Text gar nicht wirklich kennt. SAMIAM haben mich heute gepackt.
Punkchef: Sound war so geht so, also so, wie man es von den Platten her kennt. Passt!
Fö: Ich fand's sehr schön. Stimmiger Auftritt, tolle Lieder, gerne mehr davon. Positiv zu vermerken sei auch, dass es wenige Pausen zwischen den Liedern gab. Lieber ordentlich viel abliefern. Super! Drittes Highlight des Tages!
Fö: Hat eigentlich irgendjemand die Methanboys gesehen? Aber naja, es gibt bessere Beschäftigungen als Coverbands zu gucken.
Fisher: Sowas Spießiges. Noch schlimmer sind die vom Veranstalter verfügten Dekomüllbeseitiger, die über den Campingplatz ziehen.
Punkchef: TEENAGE BOTTLEROCKET. Eine Fat-Band, die durch etwas straighteren Sound besticht und sich mit aufdringlichem Melodie-Gedudel zurückhält. Gefällt mir sehr gut. Die ersten 20 Minuten reiht sich Song an Song, ohne Ansage. Das ist Value for Money, hier wird noch sichtbares Handwerk verrichtet!
Schlossi: Ich find die ja gut. Leider spielen sie nie die Lieder, die ich hören will. Trotzdem sehr unterhaltsam und mit jeder Menge Mitsingpotenzial. Sänger Ray kramt zwischendurch immer mal wieder seine deutsch-Kenntnisse raus, für 69 hat er sich ganz gut gehalten. 
Fö: "Ich bin Ausländer und spreche nicht gut deutsch" ist ein ziemlicher Hit. Bleibt mir noch lange im Ohr hängen.
kiki: Wenn er singt ist alles noch viel schöner. Suuuper Stimme.
Fö: Seh ich auch so. Wobei wohl vor allem die Kombination der Gesänge das Besondere bei Teenage Bottlerocket ausmacht.
kiki: Ramones gepaart mit Melodycore. Geile Mischung wie sie (zum Glück!) wieder stark im kommen ist. Da freue ich mich doch gleich doppelt drauf, die Band beim Punkrockholiday in zwei Wochen wieder zu sehen.
Fö: Und ich beim Brakrock. Mittlerweile muss man sich in der Bierschinken-Redaktion ja auf mehrere Festivals aufteilen, um alles abdecken zu können.
Fö: Publikum. Gute Laune! Ist auch schön gefüllt vor der Bühne, für ne Nachmittagsband (okay, mittlerweile haben wir 18 Uhr) ja keine Selbstverständlichkeit. Viertes Highlight des Tages.
Punkchef: Der Bassist - ein echter Performance-Profi. Hier kriegt man einen vagen Eindruck seines Potentials. Am besten hat er mir gefallen, als er breitbeinig - nur mit einer Hand spielend - sich mit der anderen wie ein Affe am Kopf gekratzt hat. Die Amerikaner wissen eben einfach, wie Entertainment geht. 
Punkchef: Herzallerliebst!
Schlossi: Gegen Ende widmet Ray seinem 2015 verstorbenen Zwillingsbruder und Originaldrummer der Band Brandon noch einen Song von Tony Sly und kurz darauf ist der Spuk auch schon zu Ende. Schade, mir haben da noch einige Hits gefehlt.
Schlossi: Die Punklegende RASTA KNAST. Hab ich nie gehört.
kiki: Ignorantin! Die haben doch nur Hits! Warum spielt so eine Band nur läppische 30 Minuten?
Hupe: Bin auch n Ignorant. Musste kurz eine Mütze Schlaf im Zelt abholen, sehr dämlich von mir.
Punkchef: Tatsächlich die Band das letzte Mal irgendwann um 2002 mit Terrorgruppe gesehen. 15 Jahre her? Uff. 
Fö: Super Auftritt! Ehrlich mal! Hab die Band ja schon diverse Male gesehen, aber heute macht das nochmal mehr Spaß als sonst. Keine Ahnung warum. Vielleicht weil die 30 Minuten Spielzeit den Hit-an-Hit-Faktor noch weiter verdichten.
Punkchef: Vom Bierstand aus klangen sie gut und tatsächlich sehr tight. Und wesentlich amerikanischer, als ich sie in Erinnerung hatte. Ist das jetzt gut oder scheiße? Weiß ich jetzt ehrlich gesagt grad auch nicht.
kiki: Hm, die haben ihren Sound doch eher vom schwedischen Punkrock (ASTA KASK) geklaut.
Punkchef: Das ist richtig und klar, allerdings liegen deren Wurzeln ja letztlich auch wieder im angloamerikanischen Punk. Für die präzise Detailanalyse lag mein Fokus dann doch zu sehr beim Bier(-stand).
kiki: Ich weiß, man wiederholt sich aber der abwechselnde Gesang ist einfach ein Megabonus bei RASTA KNAST. So klingen die Songs viel abwechslungsreicher und interessanter als wenn immer nur einer singt.
Fö: Achso, ich dachte der Bonus wären die ins Publikum geworfenen Pfeffibälle gewesen.
Fö: Wie auch immer. Super Auftritt, nur Hits. Sogar ein Coverstück: "Eine rauch ich mir noch und dann hau ich ab" von Nonstop Stereo. Überraschend, aber sehr geil dargeboten. Ich bin entzückt! Fünftes Highlight des Tages!
Fö: Sich bei und nach Knochenfabrik total wegschädeln und dann beim Vollrausch ausschlafen von Claus Lüer geweckt werden: Unbezahlbar.
Hupe: Ein wahrer Engel :-). Danke Herr Schuldenberg.
Fisher: Bevor wir uns auf den Weg zur TERRORGRUPPE begeben, haben wir noch ein Foto von unserem Lager gemacht. Wie der verehrte Leser erkennen kann, haben wir uns allen Verfügungen des Veranstalters widersetzt und für eine ordentlich Dekoration in unserer Wohlfühloase gesorgt. Das Foto erbringt übrigens den Beweis, dass ich, extra für Tanni, meine Docs gegen Chucks getauscht habe.
Fö: Dann TERRORGRUPPE. Um es vorweg schonmal zu sagen: Sechstes Highlight des Tages!
Punkchef: Na endlich! Der Hauptgrund der Anreise: TG! TG! TG!
Fisher: Mein Highlight des Festivals!!!
Punkchef: Eröffnet wird mit "Leider nur ein Traum" - was soll da noch schief gehen? Falls jemand versucht ist, auf diese Frage zu antworten: sie ist rhetorisch.
Schlossi: Veto. Was hier noch schief gehen soll? So einiges. Und zwar immer, wenn die Band zwischen den Liedern eine Pause macht. Klamaukiges Kasperletheater par excellence, alberne Mitmachaktionen, Pennäler-Humor. Leider macht die TERRORGRUPPE ziemlich häufig Pause. Hab ich an anderer Stelle noch das fehlende Engagement einiger Bands bemängelt, hier ist es des dämlichen zu viel und ich wünsche mir, die Band würde einfach nur ihre Hits spielen und zwischendurch mal höflich Danke sagen. 
Leider nur ein Traum und so muß ich nach kurzer Zeit gehen, da ich das Fremdschäm-Gefühl nicht länger bekämpfen kann.
Punkchef: Klarstellend - in veto veritas: es geht hier um die Setlist. 
Fisher: Das kann ich hier nicht so stehen lassen. TG machen beim heutigen Gig so gut wie alles richtig. Fetter Sound, gute Songauswahl, beste Interaktion mit dem Publikum, riesen Party- und Mitmachfaktor, etc.. Auch mein fachkundiger Kumpel D. feiert ordentlich mit und lobt die "Eingängigkeit der Songs bzw. der Texte", die er vorher nicht kannte. Einziges Manko ist die von A.S. verfügte Spielzeit. Ein Gig zur späterer Stunde und einer etwas längeren Spielzeit wäre das Optimum gewesen.
Fö: Ich hab ja in der Vergangenheit die Show und Ansagen der Terrorgruppe immer verteidigt weil ich's doch eigentlich immer wieder witzig fand. Aber heute nervt auch mich das Archi-Jacho-Wechselspiel. Da muss echt mal was Neues her. Vielleicht kann Zip Schlitzer ja mal ne Rede halten? Wie auch immer. Ach doch, einmal habe ich gelacht: Über den Satz "MC Motherfucker ist der größte Fister der Erde". Aus datenschutzrechtlichen Gründen verraten wir die Meta-Ebene dieses Witzes aber nicht.
Punkchef: Ich wäre tatsächlich mit etwas weniger albernem Geschwätz vom linken Bühnenteil auch einverstanden gewesen. Und da ich eh großer Fan von ihm bin, finde ich diesen Vorschlag natürlich astrein: Bitte (mehr) Ansagen vom antifaschistischen ZIP Schlitzer! <3
Fö: Abgesehen von den Ansagen: Ein Traum! Ein wirklicher wahrer vollkommener Traum! Es werden wirklich nur Hits gespielt, und alle werden so wunderbar auf den Punkt und gekonnt dargeboten, dass mich die wohligen Klänge in den siebten Himmel heben. Was hat die Band doch alles für geile Songs auf dem Buckel. Ich komme aus dem Feiern gar nicht mehr raus! Ach doch, wenn ne Ansage kommt. Ach Jungs...
Fisher: Abgesehen von eurem ewigem Geseier über die Ansagen, kann ich Fö nichts hinzufügen.
Punkchef: Ich muss hier direkt einfach in den professionellen BS-Fachsprech verfallen, denn es ist wahr: "Es reiht sich Hit an Hit!"
Punkchef: Aus jüngstem Anlass mal wieder: "Der Rhein ist tot"... Ska in einer Dosis, wie ich ihn - gerade bei dieser Message - ganz gut ertragen kann.
Fö: Dito!
Punkchef: Weiß eigentlich jemand, wie man dieses Gerät nennt? Dekadenlange Musik(er)-Erfahrung schützt vor Unkenntnis nicht. In jedem Fall sieht Uli sehr souverän bei dessen Bedienung aus.
Schlossi: Weniger Gelaber, mehr Theremin!
Fö: Das mit dem "souverän" kann ich unterstreichen. Außer Uli sind alle Leute, die ich bisher am Theremin gesehen habe, gnadenlos gescheitert.
Schlossi: Dann solltest du dir mehr Surfpunk-Bands auf Bauwagenplätzen anschauen.
Fisher: Oder bei den FALLOUT BABIES!
Fö: Die Terrorgruppe ist sehr gut in Coverversionen. Sagt MC Motherfucker, und er muss es wissen. "Hurra diese Welt geht unter" von KIZ reiht sich nahtlos ein in die Hitdichte des Sets. Besser als das Original. Ehrlich!
Fö: Nach TG schnell rüber zur kleinen Bühne. Ker, was ein Gerenne heute! SNUFF sind nun an der Reihe! Juhu! Leicht peinlich berührt denke ich zurück an vor 7 Jahren, als ich den Auftritt aufm Rodeo einfach mal eben verschlafen habe. Das soll mir nie wieder passieren!
Punkchef: Habe ich zwar nur noch "so halb" mitgekriegt, aber hey! Singender Drummer! Duncan, bester Mann auf den Platz.
Fö: Erfrischend bodenständige Band. Da wird der ganzen Rockstarscheiße von der großen Bühne mal schön was entgegen gesetzt.
Hupe: Snuff waren echt gut. Hätten auch mehr Spielzeit verdient, aber naja. Schön war auch, dass der Altersdurchschnitt vor der Bühne stark anstieg.
Fö: Wichtig bei dieser Band: Schlagzeugerfoto. Puh, mal eben hingekriegt.
Fö: Geile Band, tolle Lieder, super Show! Mein siebtes Highlight des Tages!
Fö: IRIE RÉVOLTÉS. Ich gehe kurz mit nach vorne, man soll ja Allem mal eine Chance geben. Aber dieses hibbelige Möchtegern-Dancehall lässt mich eher erschaudern. Lösen sich bald auf - stört mich nicht. Aber, natürlich, darf ja nicht unerwähnt bleiben: Immerhin genug Message hat die Band im Gepäck. So hagelt es alle 10 Sekunden ein "für die Rote Flora!"
Fisher: Das ist auch das Beste was diese Kapelle tun kann, sich auflösen. Dann gehen sie mir wenigsten nicht mehr Sack. Was hat so ein Weltmusikgejaule auf nem (Punk)festival zu suchen? Wer diese Frage beantwortet haben möchte, wendet sich bitte vertrauensvoll an den Veranstalter, der ja bekanntlich die Verfügungsgewalt hat.
Fö: PETER & THE TEST TUBE BABIES! Mal wieder ne Band, mit der ich mich nie auseinandergesetzt habe und von der ich außer "Banned from the Pubs" keinen Song kenne. Der Auftritt kommt trotzdem ganz gut rüber, eben weil man das Gefühl hat, dass hier wirklich noch ne Punkband auf der Bühne steht und keine Showband.
Fö: Aber spielen Punkbands barfuß? Das sollte man nochmal eruieren.
Fisher: Leider war der der Sound für PTTTB auf der kleine Bühne nicht angemessen. Trotzdem spielen sie einen guten Gig.
Fisher: Hier sieht man den neuen Bassisten, auf den ich ein besonderes Augenmerk legen musste. Der Mann macht heute Abend einen grundsoliden Job, nicht mehr und nicht weniger. Jetzt weißte Bescheid, Enno.
Schlossi: THE ADICTS hab ich irgendwann schonmal auf dem Rodeo gesehen, da haben sie keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Da ich aber von mehreren Leuten immer wieder höre, wie gut die sind, beschließe ich, ihnen noch eine Chance zu geben.
Schlossi: Zwanzig Minuten später. THE ADICTS und ich werden wohl keine FreundInnen mehr.
Fisher: Ach Schlossi, als BierschinkenreporterIn machst du dir eh keine Freunde. Ich sprech da aus Erfahrung.
Fö: Als ich die Adicts das erste Mal beim Rodeo gesehen habe, fand ich sie ziemlich geil. Danach spielten sie alle zwei Jahre - und von Mal zu Mal ging mir das weniger rein. So auch heute.
Fö: Ist halt doch alles nur Show und Konfetti. Die Lieder, klar, gibt's auch noch - ein paar von denen sind gut, ein paar Massenware. Aber so wirklich will da bei mir nichts rüberkommen.
Fisher: Für mich sind THE ADICTS die beste Band unter den ganzen Uraltenglandpunkbands. Die Show ist einfach bombastisch und die Musik auch nicht so verrostet, wie bei anderen ihrer Zeitgenossen.
Fö: Seit wann spielt eigentlich Highko Strom da mit? Bezeichnet sich die Band immer noch als älteste Punkband in Originalbesetzung?
Fisher: Das trifft ja auch zu, dass alle Gründungsmitglieder immer noch dabei sind. Auch mein Kumpel D. findet die Band "ganz passabel, obwohl der Drummer laut seiner Aussage ganz schön rum eiert, was bei Punkrock aber legitim sei".
Fisher: Auf diesem Bild ist eine der letzten Verfügungen des Herrn A.S. zusehen. Aus Promotiongründen werden die Sat1bälle aus den Neunzigern hier kostengünstig entsorgt.
Fö: Und das alles zu "You'll never walk alone". Gibt es irgendein Lied, außer vielleicht Last Christmas, was noch totgedudelter ist?
Schlossi: JAYA THE CAT. Als die spielen, muss ich glücklicherweise helfen, den Plastic Bomb Stand abzubauen. Danke dafür.
Fö: Ach komm. JAYA THE CAT sind super! Für mich ein willkommener Abschluss eines großartigen Tages. Und mein achtes musikalisches Highlight heute.
Schlossi: Heute gehen unsere Meinungen aber sehr auseinander...
Fisher: Zum Schluss muss ich Schlossi recht geben. Was hier geboten wird ist nur unter Einfluss von Rumcola zu ertragen.
Fö: Kann mich zwar erinnern, dass die Band mal mehr Gas gegeben hat, aber der Reggae-Punk-Misch geht immer noch wunderbar in Ohren, Beine und Arme.
Fö: "Drug Squad", "El Camino", "God and State" - auch ältere Songs finden den Weg ins Programm. Ebenso wie neue vom Schlage "Fake Carreras" oder "Here Come The Drums" (Überhit!). Ein ganz neuer Song wird auch gespielt und ein Album für November angekündigt - ich freue mich! Stark!
Hupe: Ich schließe mich Fö an! Ist doch n mega friedlicher Abschluss für ein schönes Wochenende.
Fö: Störend ist höchstens der letzte überlebende Sat1-Ball, den irgendwer von den Adicts rübergeschleppt hat. Der hat inzwischen matschbraune Farbe angenommen und macht so richtig eklige Matschgeräusche, wenn er den Leuten ins Gesicht matscht.
Hupe: Und ein Bad in der Menge war am Ende auch noch drin.
Fö: Fazit: Ruhrpott Rodeo, wie immer toll. Dieses Jahr vor allem wegen dem bandtechnisch sehr starken besetzten Sonntag, wegen dem gemütlicheren und kleineren Gelände und natürlich wegen den vielen Leuten, die man so trifft. Trotzdem wäre etwas mehr Mut in der Programmauswahl wünschenswert, die meisten Bands hat man ja doch schon oft genug beim Rodeo oder zumindest anderswo gesehen...
Hupe: Ich glaub die größte Neuerung dieses Jahr war, dass Dritte Wahl nicht dabei war. Aber ein sehr schönes Rodeo wieder mal mit sehr vielen tollen Menschen.
Fisher: Denkt euch selber eins aus.

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