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Einiges unter der Haube Teil 8: Humankapital

Einiges unter der Haube Teil 8: Humankapital

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Paul Breitner: Ich bin Paul, Fanzine-Angestellter, Vater, Antifashist. Das Bierschinken trat irgendwann in den 00er Jahren dieses Jahrtausends in mein Leben. Den Chef lernte ich damals auf den Nachtbus wartend am Busbahnhof in Schwerte kennen. Ein Elend diese Fahrten vom Rattenloch nach Dortmund. Für den Vorstand ging es damals ins Dortmunder Villenviertel, für mich, mit zwei Dosen Bier bewaffnet, in den Regionalexpres zurück zum nächsten Dorf. (Diese unsäglichen Nahverkehrsanbindungen, auf die es sich einzulassen galt, waren nur mit einem stabilen Rucksack zu überstehen, der auch mal gut sechs Dosen 0,5l Pils durch die Nacht tragen konnte. Mit diesen beschissenen Jutebeuteln, die nahezu kein Fassungsvermögen nachweisen können oder dabei mindestens derbe aufn Rücken gehen, kam mensch damals nicht weit.)
Irgendwann, lange später, kam ich auf Nachfrage dazu, meine Wut und mein Unverständnis über das, was die "Szene" heute so an Tonträgern zulässt, in Form von Rezensionen niederzulegen. Wobei die dem Schinken so oft angedichtete Verrissdichte sich in Grenzen hält. Denn das Schöne am Schinken ist, dass mensch sich aussuchen kann, zu welchem Werk er seinen Senf abgibt und nicht jeder Schwachsinn besprochen werden muss. Das hat viele Nerven geschont und die Verrisse, die es dann doch wert waren, umso leidenschaftlicher werden lassen. 

Jetzt steht hier zum Thema was ich schreiben könnte: "gerne auch ein wenig euer Selbstverständnis, wie und worüber Bierschinken schreiben sollte, was geht und was gar nicht geht etc. Keine Scheu, alles ist erlaubt!", dementsprechend hier meine Kriterien für ein positives Feedback meinerseits: Eine gute Band sollte auf Trompeten und ähnlich folkoristische Inhalte verzichten, bestenfalls nicht aus Köln oder Bayern kommen und sich, wenn doch, mit allem was sie hat von ihrer Herkunft distanzieren und sich nach dem dritten Album aufgelöst haben (ihr seid nicht alle Bad Religion und selbst wenn es so wäre, es ist 2021 ihr Vollidioten!). Singer-Songwriter, die immer noch meinen, mit Hafen-, Anker- und Seebären-Romantik spielen zu müssen, haben die jeweils besungene Depression in der Regel nicht zu Unrecht. Instrumentalmusik kannste gerne machen, sei dafür nur besten Falls kein hochwohlgeborener (Kölner Musik-)Student. Dieses "ich hab 900 Mark vom Zivi in Equipment und Computer-Treters mit krassen Sounds gesteckt"-Scheisse nervt derbe. Ebenfalls wichtig: Wenn du dir schon dick Trueness auf die Socken schreibst, dann ist am Besten auch Trueness drin. Wenn du also zum Beispiel "workingclass" sein willst, dann sollte dein Daddy auch am Besten nicht Theologie oder direkt Medizin studiert haben. Und wenn du deine Scheisse schon an ein Punk-Fanzine schicken musst, dann überleg dir doch wenigstens ganz kurz und lass mich wissen, was deine AC/DC-Coverband in Castrop mit Punkrock zutun hat. Dass alles Abwertung erfährt, dem meine subjektive Wahrnehmung Sexismus, Rassismus, Antiseminismus oder Fleischfressertum unterstellt, versteht sich von selbst, is schließlich n Selbstverständnis.

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