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Einiges unter der Haube Teil 8: Humankapital

Einiges unter der Haube Teil 8: Humankapital

Willkommen zum achten Teil von "Einiges unter der Haube"! In dieser Reihe stellen wir euch vor, was bei Bierschinken so alles hinter der Kulisse passiert, wenn denn mal etwas passiert. Nachdem wir schon alle möglichen und unmöglichen Fragen abgekaspert haben, wollen wir uns diesmal etwas menschlicher erscheinen lassen und stellen das "Personal" vor! Kleiner Hinweis dazu: Da es so etwas wie eine feste "Redaktion" nicht gibt und schon gar nicht jede*r Bock hat, sich überhaupt hier darzustellen, ist das hier vermutlich nicht vollständig und sowieso nur ne Momentaufnahme. Andererseits sind wir selbst überrascht, wie viel hier zusammengekommen ist. Also los. Das sind wir, ohne besondere Reihenfolge:
Chris Crusoe: Chris kam 2009 zu Bierschinken und schreibt gerne in der dritten Person über sich. Keiner weiß warum. Auslösend war vermutlich „irgendwas mit Chefdenker“ oder vom „Kollegen“. Davor habe ich neben diversen Bandaktivitäten relativ lange bei einem Online-Radio mit den Schwerpunkten Punk, Metal, Hardcore und Oi! mitgemacht zu einer Zeit, bevor es Podcasts gab. Kurioserweiser war mein erster BS-Bericht einer über ein Death Metal Fest. Dafür folgten darauf aber Berichte über Konzerte von Die Parasiten, Pascow, Smoke Blow und Raptus etc. Es soll ja nicht zu einseitig werden und der Herr liebt die Vielfalt. Mit dem ersten Bericht musste ich lernen, was ich mir auch bei anderen schon hätte abgucken können, nämlich, dass bei BIERSCHINKEN nicht wie in ALLEN anderen Zines lange Labertexte beliebt sind, sondern es sich eher um Gonzo-Foto-Love-Stories handelt, was bei den folgenden Berichten von mir berücksichtigt wurde.

Diese unterhaltsame Form, bei der die Schreibenden selber Teil der Beobachtung sind und auch die Offenheit allen möglichen Genres und Kunstformen gegenüber, wobei der Fokus natürlich auf Punk liegt – natürlich – sind es, was mich an BS so begeistern. Und der unglaublich lange Atem von Fö. Chapeau!

Die beste Kritik an meinen pulitzerpreisverdächtigen Textschöpfungen kam vor nicht allzu langer Zeit von Ulf, der sinngemäß sagte, dass Chris‘ Berichte und Rezensionen nicht sehr unterhaltsam sind, da es zu viel um Musik und zu wenig um #saufen gehe. Dem muss ich voll und ganz zustimmen. Vermutlich würde ich die auch nicht lesen, wenn es nicht um die meist unvollständige Suche nach Tippfehlern gehen würde. Dank auch hier nochmal an Fö für die regelmäßigen Korikturem. Vermutlich schreibe ich zu sehr über Bands und Alben, die ich auch gut finde, daher ist es selten so wirklich investigativ und enthüllend. Verriss ist mir nur einer gelungen bisher, glaube ich.

Stand heute zähle ich 138 verfasste Konzertberichte und 90 verfasste Plattenkritiken. Es ist allerdings in den letzten paar Jahren deutlich ruhiger geworden, was nicht heißt, dass ich weniger auf Konzerte ging und gehe, aber irgendwann ähnelten sich die literarischen Ergüsse doch zu sehr und es passiert auch auf Konzerten irgendwie immer dasselbe… „Band spielte engagiert“ und „begeisterte die Anwesenden“. Außerdem kollidiert die ernsthafte Arbeit oft mit #saufen. Nachdem der hehre Anspruch, über JEDES erlebte Konzert zu schreiben (auch die der eigenen Bands) einmal unterbrochen war, wurde es schnell weniger.  Nichtsdestotrotz nehme ich nach wie vor gerne Teil an gemeinschaftlichen Besprechungen, schreibe über ausgewählte Konzerte, über #saufen und rezensiere hier und da neue Alben.

Die Freiheit, dass jede und jeder mitmachen kann und auch mehr oder weniger schreiben kann was er/sie/es/#saufen möchte sowie die Schönheit des Schlichten, ohne dabei plump zu sein sind es, was den Schinken mächtig und prachtvoll in meinen Augen machen! (#gossenjournalismus) Und ebenfalls, dass es keine plakative politische Agenda gibt, dafür aber eine klare Kante, auch wenn es selbstverständlich sein sollte. Zukunftsaussicht: die beliebten BIERSCHINKEN-Veranstaltung können wieder in vollem Umfang stattfinden und Fö wird endlich erfolgreichster TikTokker des Landes!
Kadda: „Man, was ein regressiver Haufen! Alles was nicht wie Pascow oder Chefdenker klingt, passt nicht in deren Punkverständnis. Bierschinken ist wirklich das Allerletzte!“, muss ich wohl gewütet haben, nachdem dieser „Fö“ hier so ganz frech den Live-Auftritt von ein paar Freundinnen durch den Kakao gezogen hat. Damit ist das Prinzip „Bierschinken“ auch schon halb erklärt: Irgendein Medium betrachtet sich als „Gegenkultur“, und dann kommt auch noch der bescheuerte Begriff „Punk“ mit diesem seltsamen Selbermach-Ethos ins Spiel - naja, und in einer Szene wo alle mal dürfen bzw. sich sogar aussuchen dürfen, wer sie sind, liegt es nahe, die bequemste Form der Teilnahme, in Gestalt der Kritiker:in für sich beanspruchen zu wollen - um am Ende daraus eine „Alle-Gegen-Alle“-Kultur mutieren zu lassen. 
Und die Hürden zur eigenen Teilnahme sind bei Bierschinken.net in der Tat mehr als leicht zu nehmen. So beschloss ich bei dem ganzen Zirkus auch mal mitmischen zu wollen - um zu einen späteren Zeitpunkt der in die Kritik geratene Band einen überschwänglichen Konzertbericht zu bescheren. 
Leider sollten weder Fö noch ich jemals wieder in den Genuss einer Live-Darbietung jener polarisierenden Musikgruppe kommen, so feierte ich mein Debut auf dieser Plattform mit einer kleinen Berichterstattung über einen Abend in Göttingen mit Kackschlacht und Wrackspurts
Mit Fö habe ich inzwischen übrigens auch meinen Frieden gemacht. Manchmal begeben wir uns sogar auf gemeinsame Höllentrips. So schlimm ist der Typ nämlich gar.

Ich selber wurde hier natürlich auch schon mal als DJ verschmäht bzw. gefeiert. Denn das Spektrum in dem meine Trinkfestigkeit angesiedelt ist, ist genauso breit wie die Meinungsvielfalt auf Bierschinken. 

Ansonsten gehöre ich hier wohl zu jenen Punksozialisierten, die gerne weit über den Tellerrand hinausblicken und mehr an Progress, DIY und dumm-schlauen Ideen (Kunst?), statt dem manifestierten Gitarrengenre "Punkrock" interessiert sind. Dabei vertrete ich die steile These, dass wenn wir an Promoagenturen und Alteingesessenem vorbei schielen, auf eine wesentlich diversere Szene stoßen werden, als öffentlich abgebildet. Und wie das dann klingen könnte, lässt sich mindestens einmal im Monat bei "80 Prozent - Die Sendung die früher mal Punk war" nachhören.   
Fö: Hallö! Ich bin Fö. Wie ich zu Bierschinken kam, oder Bierschinken zu mir, wurde schon woanders erörtert. Mehr als mein halbes Leben schleppe ich nun schon diesen gealterten Schinken mit mir rum und werde nicht müde, zu betonen, dass der noch total gut sei.
Es gab Zeiten, da wollte ich das Ganze auch mal drangeben, und es gab auch Zeiten, in denen ich nach längerer Pause der einzige Schreiber war, aber das ist jetzt auch schon lange her, irgendwann im vorletzten Jahrzehnt, also wollen wir uns damit nicht weiter aufhalten.
Jedenfalls, seit so ungefähr 2000 hadere ich mit meiner Rolle als "Chef" und habe kürzlich entdeckt, dass man auch einfach euphemistischere Tätigkeitsbezeichnungen wie "Redaktionskoordination" verwenden kann. Das klingt viel freundlicher! Jetzt muss ich den Schergen nur noch austreiben, mich immer als Diktator zu bezeichnen. Na wartet!

Am Liebsten schreibe ich Konzertberichte, hatte nach offizieller Zählung auch schon irgendwas im vierstelligen Bereich davon. Plattenkritiken sind weniger meins, ich hab Angst dass ich mich zu schnell an etwas "satt" hören könnte. Zudem mag ich, dass Konzertberichte ja quasi Momentaufnahmen sind und als solche im Grunde gegen jegliche Kritik gefeit (schön wär's).
Ich bin auch immer der, über den erzählt wird, er würde sich auf Festivals jede Band anschauen und er würde immer zu früh zu Konzerten anreisen, aus Angst die Vorband zu verpassen. Zugegeben, ich bin auch der, der auf der Rückfahrt die unvermeidliche Frage stellt "und, wer will den Bericht schreiben?". Trotzdem sind meistens alle nett zu mir, wofür ich sehr dankbar bin.

Meine grundlegende Haltung zu Bierschinken ist, dass hier alles geht und alles kann, solange niemand (verbal) verletzt wird. Das klappt sogar meistens!
Kloppstock: Moin zusammen! Ich bin Kloppstock, begeisterter Musikliebhaber und Sammler und komme aus dem potthässlichen Iserlohn. 
Zum Bierschinken bin ich vor einigen Jahren über einen Facebook-Post von Fö gestoßen, als er neue Rezensenten gesucht hatte, daher dachte ich, warum eigentlich nicht!
Ich höre privat am liebsten Psychobilly, Horrorpunk, Surf, Garage und Trash, aber sehr gern auch HC-Punk und sammle mit Leidenschaft Vinyl, CDs und Tapes. Außerdem spiele ich Gitarre bei der HC-Punk-Band Manege frei aus Hagen und habe mit meinem Kumpel Marcel Ende letzten Jahres das Projekt Surfistas No Muertos ins Leben gerufen.
Meine erste Besprechung im Bierschinken war die Punk'n'Roll-Band RoadRage aus Hessen. Was aus dieser Band geworden ist? Keine Ahnung :-) Mit bierschinken verbinde ich eine Vielzahl an coolen, bunten und netten Menschen und natürlich die tollen Festivals im FZW. Ich finde es toll, dass ich mir die Bands zum Besprechen selber aussuchen darf und natürlich auch viele coole, neue Bands kennenlerne. Hauptsächlich rezensiere ich natürlich die Sachen, wo ich Lust und Laune zu habe. 
Ich würde mich echt freuen, wenn sich die Lage bald wieder beruhigt, um euch alle mal wiederzusehen und mich euch zu quatschen! 
Zwen: Es muss wohl so grobe Richtung 2013 gewesen sein, als der Internet Explorer mich zum ersten Mal darauf hinwies, dass ich mich gerade im Begriff befinde, eine nicht wirklich vertrauenserweckende Seite namens "bierschinken.net" aufzurufen. Da jedoch dieses Schmandblatt immer mal wieder über meine damalige Band geschrieben hatte, musste ein Besuch in der Sondermüllabteilung des Internets wohl sein. Auf der Seite fanden sich sodann Berichte, in denen wir mal als "unterirdisch schlecht" und mal als "immer noch richtig schlecht" bezeichnet wurden. Mein Verhältnis zu diesem Medium war also zunächst ein eher angespanntes. Ich hatte damals sogar einen Diss-Text gegen Fanzines und v.a. gegen Bierschinken geschrieben, aber wie das nun mal so im Leben ist, kommt es oft anders...Und so begab es sich, dass ich meinen ersten Bericht zusammen mit Fö und tenpints über das 2013 stattfindende 900 Jahre Operation Semtex-Festival im AZ Mülheim geschrieben habe. Hierzu kam es, da ich nach ein paar wohlschmeckenden Hopfengetränken plötzlich Fö und andere finstere Gestalten an der Bar ausmachte. Vorsichtig setze ich also einen Fuß vor den anderen, wild entschlossen nun eine kleine Schlägerei anzufangen, worauf sich folgender Dialog ergab: "Eyyy, eure Berichte sind soo beschissen, selbst der dümmste Vollidiot verzapft besseren Scheiß!", worauf Fö nur erwiderte "Ja, cool, also wir suchen noch Leute, die am Bericht zu heute Abend mitschreiben!". Aus dem einen Konzertbericht sind dann bis heute mal eben 422 geworden. Außerdem habe ich mich irgendwann auch als Plattenrezensent gemeldet. Dort schrieb ich als erstes über den Untergangskommando Tribute Sampler. Ein furchtbares Dingen, dessen Existenz heute sogar noch unverständlicher ist als damals.

Tatsächlich fragen mich bis heute manchmal Leute, ob der Fö privat denn auch so furchtbar ist, wie das auf dieser Plattform so durchschimmert. Wenn ich denen dann erzähle, dass Fö eigentlich sehr umgänglich ist und ich ihn schon zu meinem engeren Freundeskreis zählen würde und wir sogar schon öfters mal gemeinsam verreist sind, sind die dann immer komplett von der Rolle.

Als Schreiberling bei Bierschinken schätze ich gerade die große Freiheit. Ich hätte heute auch keinen Bock mehr, für ein Fanzine zu schreiben, das mir Dinge vorgibt. Somit bleibt bierschinken, dann doch das kleine Fanzine, wo du einfach hingehen und machen kannst. Bei mir gab es z.B. nur einen Bericht, bei dem ich mich nach Rücksprache mit Fö dazu entschieden habe, diesen nicht zu veröffentlichen. In meinen eigenen Berichten schreibe ich dann auch immer so wie's mir gerade passt, manchmal gibt es dann relativ normale, ja fast schon sachliche, Konzert-Reportagen, manchmal mit ironischen Untertönen, ab und zu geht es auch mal komplett ins Fantasieland, und politische Exkurse über alle möglichen Themen kommen auch nicht zu kurz. Immer so je nachdem wie es passt.  
kiki: Moin, der(!) Kiki hier. Ich bin seit 2005 bei diesem Medium und gehöre somit quasi schon zum Alt-Inventar. Irgendwann habe ich mal den Fö kennengelernt und da er immer genau wusste, wo es die besten Konzerte mit dem billigsten Bier gab, musste ich als Gegenleistung halt anfangen, mit ihm zusammen über die besuchten Events zu berichten. Das war damals noch ziemlich lustig, denn er war zu der Zeit noch wirklich stark am Glas und ich schwach am PC. Folglich konnte ich die Erinnerungen an die Bands und er die richtigen Buttons im Internet drücken und verwackelte Bilder einstellen. Mein erster Bericht müsste der hier gewesen sein. Da sind dann noch 340 weitere im Laufe der letzten 16 Jahre dazu gekommen. Auf einer gemeinsamen Reise mit Fö (Urlaube mit der Bierschinken-Crew sind jedes mal wieder persönliche Highlights!) kamen wir auf die Idee, vielleicht auch mal ein paar Lieblingsplatten von uns zu besprechen. Daraus wurden dann nochmal 612 weitere Plattenreviews auf meiner Habenseite, wovon allerdings eher wenige zu meinen Lieblingsalben gezählt haben. Aktuell (nicht nur wegen Corona) schreibe ich immer weniger Berichte. Mich kotzt die Zerrissenheit der Szene, die anonyme Haterei im Internet und auch ein Großteil der "neuen" Punkmusik ziemlich an. Von daher trinke ich mein Hansa lieber auf Konzerten, ohne meine Gedanken über ebendiese online zu stellen. An Bierschinken hat mir immer gefallen, dass es wirklich absolut DIY ist und jeder seinen Senf dazu geben kann. So gibt es auch immer mal wieder redaktionsinterne "Meinungsverschiedenheiten", die Fö aber stets in souveräner Art und Weise Mastermind-mäßig weg moderiert. Dass ich außerdem einige meiner heute besten Freunde über Bierschinken kennenlernen durfte, ist ein weiterer angenehmer Nebeneffekt. Für die Zukunft wünsche ich mir (bzw. eher der Punkszene im Allgemeinen), dass alle mal wieder in eine gemeinsame Richtung gehen, es hier hoffentlich noch viele Nachwuchspunker (nur mit amtlichen Irokesen!) schaffen, mal ein bisschen frisches Blut reinzubringen und mehr Pascow-Konzerte mit weniger als 50 Menschen vor der Bühne. Wenn sich wenigstens 2 dieser Wünsche erfüllen würden, wäre ich auch schon zufrieden.
Gerdistan: Der Mann, den sie Gerd nannten. Mein erster Bericht wird bald 10, d.h. Fö und andere haben diesen Quatsch schon 11 Jahre ohne mich gemacht.

Auf Bierschinken aufmerksam wurde ich, nachdem mein Kumpel Philipp die Duschband auf Wacken kennen gelernt und mir begeistert "Mach mir die Schere" vorgesungen hat. Beim Recherchieren im Internet stieß man immer wieder auf Duschenistkeinheavymetal.de und diese Seite hier. Ich las mich ein, hauptsächlich aus jugendlicher Langeweile, und kannte alsbald die wiederkehrenden Gesichter. Beim Ruhrpott Rodeo 2008 (glaube ich) lief dann Fö an mir vorbei und reagierte, als ich "hey! Bierschinken punkt net!" brüllte. Dann habe ich ne Zeit lang mehr gelesen und irgendwann auch angefangen, selber zu schreiben. Und dann auch CD-Kritiken zu schreiben. Und mit beidem auch wieder aufgehört, um selber Konzis zu veranstalten. 

Ich hab über BS jedenfalls viele nette Leute kennen gelernt und liebe den Anspruch, dass einfach jeder machen kann, was er*sie will (im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung versteht sich). 

Wenn mir noch ein schlauer Spruch einfällt, editiere ich ihn hier später hinein.
kraVal: Bierschinken wahrgenommen habe ich, als ich selber mit anderen ne Punkband gegründet habe. Das war 2012. Irgendwann stellte sich raus, dass der Labelchef des Labels, auf dem dann irgendwann meine Band ihre Platten rausbrachte, mit Bierschinken eng verhandelt ist. Kurz darauf war der Chef von Bierschinken auch Mit-Chef vom Label und so hatten wir immer öfters Kontakt und trafen uns hier und da. Irgendwann in Oberhausen auf einem Konzert fragte ich, ob ich bei Bierschinken mitmachen darf und Fö sagte ‚ja, meinetwegen‘. 

Ich fing dann an, Rezis zu schreiben und versuchte mich auch mal an Konzertberichten, deren interaktives Format mit eigentlich sehr liegt, aber ehrlich: ich hab eh so viel mein Handy in der Hand, da muss ich nicht auch noch so viel rumknipsen, wenn ich schon einmal auf einem Konzert bin. Und so eine schicke analoge Digitalkamera wie Fö sie noch besitzt und damit von einer Seite der Bühne zur anderen steppt, habe ich zwar, will ich aber nicht mitschleppen, und deswegen lass ich jetzt die Konzertberichte wech, außer andere stellen die Fotos und ich muss nur kommentieren, denn dann ist es fast wie Instagram und da häng ich auch schon genug ab. Und für Rezis habe ich gerade keine/kaum/wenig Zeit, weil ich dachte, dass es mit Anfang 40 ok wäre, mal ein wenig Geld zu verdienen um meinen Kindern teures Lego kaufen zu können, damit sie später Architekt*in oder Ingenieur*in werden können.

Dafür mach ich mit im Podcast-Kollektiv und nehm da die Reihe ‚pop, punk und politik‘ auf und bin Teil der ‚stadt, punk, suff‘ Menschen und liebe es, mich mit den stabilen nicen Menschen des Kollektivs in unserer Messenger-Gruppe regelmäßig auszutauschen. Kenne die gerade fast besser als meine anderen Freund*innen. Aber wir haben halt alle für sowas viel Zeit.

Ich mag an Bierschinken das premium Angebot und die Bezahlung und dass der Chefredakteur eigentlich alles zulässt außer miese Rechtschreibung und Grammatik und rassis x tische Scheisse! Und Grauzone! Da gibt es hier und da auch noch Luft nach oben und mehr gendern würde die Bierschinken-Crew noch sexier machen und mehr FLINTAs in unseren Reihen wären auch schön. Fühlt euch bitte angesprochen.

Ansonsten würde ich mir gerne mal wieder die Haare färben und mit Linus Volkmann mal einen Prosecco trinken.
Dinge wie das Ruhrpott Rodeo und Deutschpunk öden mich tendenziell eher an, von Chefdenkern kenn ich keinen Song und von Knochenfabrik nur Filmriss und das auch nur wegen der Antilopen Gang, bei der und Tocotronic bin ich aber sehr textsicher und von letzterer Band kann ich die ersten 3,5 Platten ziemlich gut auf der Gitarre spielen. 

Turbostaat sind in Ordnung, aber ehrlich Leute, wie geil sind bitte die Petrol Girls! 

Bundesgartenciao
h*einz_zweidreI: Küsschen? Oder lieber: TACH! ALTA? Zwischen diesen Polen der Begrüßung oszilliert meine innere Stimme des Schreibens und drückt dabei auch meine Beziehung zum Punkrock aus. Ich schreibe bewusst Punkrock (und nicht Punk), da ich eher aus der musikalischen Betrachtungsecke komme, die sich zwar als Akteur*in innerhalb des Beobachtungsobjekts sieht, aber sich selbst nicht als Punker*in bezeichnen würde. Und das nicht, weil ich mich abgrenzen möchte, nein nein, ganz im Gegenteil! Mein Herz fängt an zu hüpfen, wenn ich junge Menschen mit bunten Haaren und Nietengürtel sehe! Eher, weil sich die Biografien und Lebenswege von Menschen, die ich als Punker*innen bezeichnen würde, fundamental von meinem Leben unterscheiden und ich eher eine Spätzünder*in in Sachen Punkrock war. Meine liebste Punker*in z.B. definiert Punk für sich unabhängig von der Musik und hing in ihrer Jugend eher vor Konzerten ab. Eine Sache, die mir jedes mal ein Lächeln abringt, denn das ist ja auch das Tolle am Punk. Es ist das, was wir daraus machen. In meinen Zwanzigern spielte ich Bass in einer Tocotronicepigonenband, in meinen Dreißigern organisierte ich Konzerte im Berliner Umland und jetzt schreibe ich relativ sparsam für Bierschinken, hauptsächlich Konzertberichte, und veranstalte 1-2 mal im Jahr ein Punkrockcafe auf einem Wagenplatz.
Nun aber zu Bierschinken. Es war bestimmt ein Suchmaschinentreffer beim Erkunden einer Band und eine dazugehörige Rezi, das mich zum ersten Mal auf diese Seite führte. Und beim Entdecken der Konzertberichte machte es: MIEP! Ist es nicht das, was du zu Hause in deinem Kalender sowieso immer machst? Und die Hürden des Mitmachens sind quasi nicht vorhanden! Anmelden, sich trauen und los geht‘s! Mein erster Bericht war über Fahnenflucht und 100Kiloherz in Bernau 2018. Letztere waren als Vorband im Buchungspaket nicht verhandelbar und sagten mir gar nix. Egal, wird schon hinhauen, dachte ich, und außerdem war ich ja hauptsächlich fürs Bekochen der Bands verantwortlich. Ein paar Jahre später sind 100Kiloherz keine Vorband mehr - so kann's gehen.

Das Tolle an Bierschinken ist ja nicht nur die geringe Mitmachschwelle, sondern auch, dass es relativ heterogen daherkommt. Und auch wenn ich niemanden von den Schreiber*innen weiter kenne und mit Psychobilly z.B. rein gar nix anfangen kann, finde ich es herzerwärmend, wenn jemand anderes sich da mit Herzblut auseinandersetzt und dieses mit der Welt teilt. Ich hasse dann zwar immer noch alle -billyvarianten, aber mit dieser Ambivalenz kann ich leben. Zudem versteh ich nicht, wie Fö es schafft, das alles zu koordinieren, zu lesen und auch zu kommunizieren, aber hey, muss diese Leidenschaft sein…
Ich wünsche mir für Bierschinken, dass Punkrock es schafft, sich eine gewisse Relevanz aufrecht zu erhalten und dem Tod und Tödchen nochmal von der Schippe springt. Dafür muss er meiner Meinung nach aber: weiblicher, schwuler und emanzipatorischer daherkommen! UND DASS DIESES GEHATE ÜBER AKUSTIKPUNK UND STRASSENMUSIK AUFHÖRT IHR BANAUSEN! HABT DOCH ALLE KEINE AHNUNG ;)
Und dass Bands, die auf Deutschrock und harte Männer machen, weiterhin ausgelacht und angemessen bepöbelt werden. Danke.
kraVal: ähm: schlimmer als dein akustikpunkrock ist nur powermetal!
h*einz_zweidreI: hihi
Thomas: Irgendwie bin ich hier vor ein paar Jahren reingerutscht. Wie und wann das war, weiß ich gar nicht mehr. Fö hat mich wahrscheinlich betrunkenerweise dazu gedrängt. Also, ich war betrunken und Fö nicht. Den Bierschinken kannte ich schon länger und ich habs immer abgefeiert, dass alles so schön subjektiv ist und wenig auf den üblichen Promo-Media-Alles-ist-geil-Zug aufgesprungen wird.

Über die Jahre hab ich immer mal wieder Konzertreviews geschrieben. Meistens mit Fö, weil Kameras und ich stehen auf Kriegsfuß und im besten Fall habe ich am nächsten Morgen genau 1 schwarzes Foto, weil ich die Blende nicht abgemacht habe. Und Texte liest ja im Internetzeitalter kaum wer.
Dafür kann mensch ja hier auch einfach irgendwelche verwackelten Fotos hochladen. Sieht ja auch meist alles irgendwie gleich aus. Und aufgefallen ists bisher auch noch nie.
Warum ich von Fö aufgrund dieser Qualifikationen sogar mal ein Bierschinken-Festival fotografisch dokumentieren sollte, ist mir bis heute unklar.

Ich schreib ab und an auch mal Reviews, aber meistens finde ich die Sachen kacke. Viel mehr Spaß machen da schon die Review-Marathon-Abende, wo aus den dunkelsten Verliesen der Bierschinken-Archive irgendwelche Machwerke hervorgeholt werden. Auch da finde ich die Sachen meistens kacke. Ich sach nur Gedichtbände...echt ey. Was denken die sich dabei?
Auch schön war der Ausflug vor Jahren zum Tagtraum-Konzert in Schweinfurt. Das war, glaube ich, meine weiteste Konzertanreise mit der wenigsten Zeit im Gepäck. Und doch wars schön.

Ansonsten merke ich, dass mich Punk über die Jahre immer weiter anödet und sich irgendwie vor der Entscheidung drückt, ob Punk halbtot, das Häufchen Kotze vorm Aldi deiner Kleinstadt, oder vielleicht doch eine progressive, politische und solidarische Bewegung sein möchte. Wohl irgendwas dazwischen. Ich geb die Hoffnung nicht auf.

Alles in allem finde ich es nach wie vor schön, seit ich glaube 6 Jahren oder so, irgendwie Teil dieser heterogenen Community zu sein. Oder zumindest mit Bierschinken-Menschen in irgendwelchen kleinen, stickigen, mit Aufklebern übersäten Löchern hinten in der ersten Reihe billigste Getränke zu konsumieren. Oder davor rumzustehen. Und blöde aussehen. Und dann klatschen am Ende von jedem Lied. Ihr kennt das.

stay rebel.
Thruntilldeath: Hallo, ich bin der Thrun und meine Geschichte ist gar nicht so viel anders als die vom Gerd. Durch den Gerd, Ausgang Ost, Blinker Links, bla bla bla stieß man irgendwie unweigerlich auf diese schöne Seite, die damals noch cooler und mysteriöser war! Oder wirkte. Da dachte man ja nur "Boah, da steckt bestimmt einiges unter der Haube!" und jetzt weiß man es auch. Schade. Naja. Auf der anderen Seite ist es aber geil, was aus Bierschinken alles geworden ist. 

Es fing bei mir ganz harmlos 2011 mit einem laut Kritikern der "besten Berichte im Bierschinkenuniversum" an, danach hätte ich auch aufhören können. Aber da das Prinzip Bierschinken so einfach ist, dass wirklich jeder Mensch hier was verfassen kann, ging es dann mehr oder weniger regelmäßig weiter und führte im Laufe der Zeit auch dazu, immer mehr Menschen auf Festivals kennenzulernen und Patchworkberichte zu schreiben (HALLO FÖ HALLO COCO HALLO BERND HALLO ZWENT). Eigentlich auch schön, wenn aus dem harmlosen Zeitvertreib sowas wie eine kleine Familie wird.

Und weil wir alle so eine kleine Familie sind und irgendwie unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, hab ich dann irgendwann auch recht schnell gemerkt, dass Rezensionen für Platten eher nichts für mich sind und das andere auf dieser Seite doch viel besser in Worte fassen können. Was nicht heißt, dass ich mich nicht doch für Rezensionen angemeldet hätte, die dann aber nie verfasst habe. Auch das geht bei Bierschinken! Oder Berichte zu schreiben, bei denen die Texte aus Wikipedia-Artikeln zu Ingmar-Bergmann-Filmen geklaut worden sind. Wirklich totale Oberpisse, dieser Bericht, aber auch das geht durch.

Und weil in letzter Zeit die Konzerte etwas rar gesät waren oder Fotografieren auf Konzerten etwas nervig war, hab ich dann erst als Gast und dann als "Host" beim Bierschinken-Podcast mitgemacht. Genau, das kann Bierschinken nämlich mittlerweile auch: Podcasten. Braucht das jemand? Nein. Macht das Spaß? Ja! Denn auch darüber lernt man die anderen kennen, wenn solche Knallerevents wie die Bierschinkengala aufgrund von GRUNDGESETZVERLETZUNGEN DURCH DEN STAAT mal nicht stattfinden dürfen. Auch für den Podcast gilt: Idee? Bock? Einfach mitmachen! Und wenn es nur für die Gespräche im Chat ist ♥

Wie geht's weiter? Hoffentlich genau so wie bisher: Mit mehr oder weniger viel Enthusiasmus einfach mal irgendwas machen, schreiben, labern, knipsen oder eben auch nicht. Party on!
Carolita: Hi, ich bin Caro (aka Carolita, damals "Superpferd") und eigentlich ist es 'ne ziemliche Frechheit, dass ich mich an diesem Artikel beteilige, wo ich doch letztens erst feststellte, nur einen einzigen in meiner mittlerweile 20jährigen Bierschinken-"Karriere" verfasst zu haben - und der war auch noch ziemlich beschissen. Vermutlich habe ich es deshalb besser sein lassen. Dafür fragte mich Fö Ende 2020, ob ich Bock hätte, beim Bierschinken-Podcast mitzuwirken. Und obwohl ich selber kaum Podcasts höre, habe ich - so nach 9 Monaten Pandemie, konzertlos, alkoholmissbrauchend, völlig ausgehungert nach Aufmerksamkeit - "ja" gesagt. Meine Therapeutin sagt immer (diesen Satzanfang wollte ich immer schon mal irgendwo einbringen), dass jede Persönlichkeit auch narzisstische Anteile hat - dies sei völlig normal. Meine narzisstischen Anteile freuen sich sehr über die Existenz von Bierschinken. Hier können sie ganz sie selbst sein. <3

Kennengelernt habe ich Fö irgendwann, noch minderjährig, im Bademeister-Chat. Wie auch Bönx und Azi (später Frau Mansmann). Man freute sich damals über dieses "Internet" und neue Kontakte und deren Verknüpfungsmöglichkeiten über die eigene Stadt hinaus, zumal der eigene Geschmack in den jeweiligen Lebensräumen keinen breitflächigen Anklang fand. Wie genau sich dieses ersatzfamiliär anmutende Bierschinken aus diesem beklopptophilen Konglomerat aus verpickelten Wochenendpunks entwickelte, kann ich gar nicht mehr genau verifizieren. Hatte Fö damals die Seite schon programmiert oder sollte das erst noch folgen? 
Keine Ahnung. Ich bin jedenfalls sehr fasziniert und beeindruckt, dass es Bierschinken auch nach 20 Jahren noch gibt, was Bierschinken jetzt ist und wie wir gemeinsam erwachsen geworden sind, ohne dabei erwachsen zu werden. Nach wie vor ist es immer wieder toll, über diese Plattform neue geile Leute kennen zu lernen und auch irgendwie noch "am Ball" zu bleiben, ohne selbst immer überall dabei sein "zu müssen" (weil es die Zeit nicht mehr so gönnerhaft zulässt). 

Ich habe zu Bierschinken nicht viel beigetragen und trotzdem so viel davon profitiert. Im Grunde kann ich an dieser Stelle nur meinen tiefherzlichsten Dank aussprechen dafür, dass vor allem Fö, aber auch einige andere Bierschinken das amateurmusikalische Schaffen meiner Bands stets lieb und ehrlich supportet haben. Auch wenn es Delikat nicht mehr gibt und auch DivaKollektiv-Konzerte rar geworden sind - ich freue mich, dass dieser unvergessliche Abschnitt meines Lebens auf und mit Bierschinken konserviert wurde. Und natürlich nicht nur diese, sondern auch all die anderen Konzerte, die ohne Fös Elefanten-Gehirn erinnerungslückenhaft oder gar ganz in Vergessenheit geraten wären. Überhaupt ist an Punkrock in Deutschland ohne Bierschinken nicht mehr zu denken. Diese Offenheit, Ehrlichkeit, Herzlichkeit und den diplomatischen Umgang miteinander schätze ich wirklich sehr und würde ihn auch als auszeichnend für Bierschinken bezeichnen. Einfach ausgezeichnet! 

(Wochenend-)Punks Not Dead as long as Bierschinken!
frau wolfram: So richtig bewusst wurde mir das Ausmaß der Begegnung mit dem Bierschinkenhaufen erst beim Punk im Pott im Exil in Berlin. Besser noch, der Morgen danach, als mehrere Ungewaschene in meiner WG verstreut rumlagen oder auch wahlweise einfach am/unter/neben dem Küchentisch schliefen. Oder der morgen danach, der gar kein Morgen war. Das war der Jahreswechsel 2008/2009.

Meinen ersten Bericht gab es auch nur, da alle anderen Protagonisten sich ordentlich die Leber frikassiert haben. Und ausgerechnet u.a. das Unnötigste, was ich je auf der Bühne gesehen habe. Ich habe die Band/das Kollektiv nie wieder verfolgt, bis jetzt. Ja es gibt sie noch, nach wie vor bunt und anders, getrübt jedoch von einem unschönen Vorfall im Jahr 2019. So viel an dieser Stelle dazu.

Viel habe ich damals sowie heute nicht geschrieben, aber trotzdem mit vielen tollen Leuten schön viele Konzerte und Festivals besucht. Eine schöne Narbe im Mund-Innenraum habe ich mir auch zugezogen, als ich auf dem Ruhrpott Rodeo einst den Acker mit meiner besoffenen Schnute gepflügt habe. Und dann gab es auch noch eine lange Pause zwischen 2011 und 2019. Somit gibt es lediglich 33 Berichte mit mir, meist im Kollektiv geschrieben. Meine Strategie ist, dass ich die Vorlagen anderer nutze, um mich wieder zu erinnern, da ich, nicht sonderlich ekstatisch aber immerhin mit viel Bier, vergesse auf Details zu achten und Fotos zu machen. Hin und wieder schaffe ich auch Dinge allein niederzuschreiben, u.a. auch mal Rezis seit geraumer Zeit.

Das Gute ist ja, man muss keine sonderliche Ahnung haben oder Fachkenntnis aufbringen, um beim BS seinen Senf dazu zugeben. Niemand schimpft mit einem über die geistigen Ergüsse, außer natürlich jenige, die sich auf den Penis getreten fühlen.

Neuerdings habe ich auch bei zwei kleinen Weinschinken-Podcast-Folgen mitgesprochen mit meiner Busen-Genossin Carolita. Ja, Wein kann ich auch. Da hatten wir bis jetzt schon ein paar tolle Mädels mit am Start. Danke Girlz!

Gerade durch meine Pause ist mir aufgefallen, wie viel umfangreicher und vielfältiger die Berichtewelt geworden ist. Viele Schreiberlinge aus unterschiedlichen Regionen, mit unterschiedlichen Ansichten und Musikvorlieben. Am Anfang war das ganze doch sehr Pott-lastig mit Berliner Einschlag. Der Bierschinken wird auch langsam erwachsener, reflektierter, ohne sich in jedem Diskurs unendlich zu verlieren. Ich freue mich trotzdem, wenn sich bald eventuell eine frischere Generation dazugesellt, um die alten doch auch fest gesetzten Themen mit voranzutreiben oder weiterzuentwickeln.
Peter: Liebe Menschen, sprechende Papageien, Punker*innen und alle die sonst noch hier mitlesen, ich bin der, den man landläufig Peter nennt. Seid gegrüßt! Ich komme ursprünglich aus dem provinziellen und superöden Seppenrade und habe vor etwas über einer Dekade nach Dortmund übergesetzt. Irgendwann danach habe ich angefangen, im Rattenloch zu Schwerte Konzerte zu organisieren, dort hat mich dann der fuchsfarbende Fö, der immer freien Eintritt im Gegenzug für einen Konzertbericht erhielt (wohlwollend oder nicht, war dabei egal), versucht, für sein ehrenloses Internet-Fanzine zu rekrutieren. Da konnte ich als langjähriger Fanzine-Fan natürlich nicht nein sagen und nutze diese Plattform seitdem, um meinen Selbstwert durch selbstdarstellerische Berichte, Geschichten und Aneinanderreihungen von Lügen und Übertreibungen, zu steigern. Angefangen hat dann 2015 alles hiermit. Zunächst habe ich unter dem Pseudonym Sackabreisser geschrieben, irgendwann begann sich dieses Alter-Ego jedoch zu verselbständigen und meine Persönlichkeit zu übernehmen, daher musste es leider sterben. Nach ca. 80 Konzertberichten und Rezensionen im niedrigen dreistelligen Bereich, einer handvoll Interviews und ein paar kompletten Quatschberichten wie den Monatsrückblicken oder der Australien-Punk-Werkschau, bin ich hier schon lange der König der Texttapete, Meister der (...) und der endlosen Schlangensätze. Mittlerweile habe ich mangels vorhandener Rechtschreibfähigkeiten (ich setze Kommata auch weiterhin nach Gefühl und Windrichtung!) mein breitaufgestelltes Lektorat komplett in den Wahnsinn getrieben. 

Seit neustem versuche ich einen Fuß in die Tür des Kreises der BS-Podcaster*innen zu bekommen, um die Reichweite für meinen Unfug noch weiter zu erhöhen, weiß aber noch nicht genau, ob ich wirklich in diesem Format glänzen kann. 

An Bierschinken gefällt mir die komplett subjektive Herangehensweise und das Fehlen von Zwang und Deadlines, denn mein zweiter Vorname könnte Prokrastination sein. Außerdem fühle ich mich geehrt, gemocht und geborgen im Schoße der großen Bierschinken-Familie, zu deren Teil ich mich nun seit einigen Jahren zählen darf. Ich genieße das Novum, vor dem eigentlichen Erscheinen einer Platte in diese reinhören zu können und sie nach getaner Arbeit ins Regal stellen zu dürfen. Außerdem, durch die Berühmtheit als Journalist eines renommierten Punk-Fanzines, weltweit am Eingang von Konzertlocations wahlweise einen roten Teppich ausgerollt zu bekommen, oder bespuckt zu werden. Über allem stehen natürlich die vielen Bekannt- und Freundschaften, die mir das Schreiben hier eingebracht haben und die vielen schönen Ereignisse, die ich mit diesen ausnahmslos guten Menschen erleben durfte. 

Einzig die Entlohnung könnte etwas besser sein, das meiste an Geld wandert leider immer noch in die Taschen unseres raffgierigen Chefs (oder unsere "Redaktionskoordination", wie er sich neuerdings selbst nennt), der sich davon mittlerweile eine Yacht in den Hafen von Monaco gestellt hat, während wir, seine treue Belegschaft, weiter in unseren Schuhkarton-großen Büros arbeiten und wohnen müssen! 
aintjustmusic: Puh, kaum stellt man mal hier und da ein paar Videoplaylisten zusammen, wird man direkt vom Chef genötigt auch noch hier seinen Senf dazu zu steuern - und darf dafür nicht mal Überstunden aufschreiben ;-)

Dabei hatte ich "damals" ja eigentlich nur mal kurz unverbindlich angefragt, ob hier grundsätzlich Interesse an Musikvideos besteht, und erwähnt dass ich da so'n paar Notizen parat hätte aus denen wohl mal jemand was stricken müsste/könnte - aber wie es dann meist so ist, dann muss man es halt selbst machen... ^^

Texte schreiben halte ich nicht gerade für eines meiner Talente, eigene Fanzine-Versuche sind spätestens Anfang der 2000'er endgültig eingeschlafen (liest/schreibt hier eigentlich der Maks noch mit? Ich glaube das dürfte der Einzige hier sein, der sich noch an diese Zeiten erinnern können müsste ^^).
Vielleicht probiere ich mich dennoch evtl. hier und da mal wieder aus, ansonsten kann man sich ja auch ohne Schreibtalent an vielen Stellen "hinter den Kulissen" nützlich machen. "Sieht" dann zwar erst mal (fast) niemand, ist aber auch wichtig! Außerdem gibt's ja auch noch die Reviewmarathons und andere Gemeinschaftsartikel, wo man auch einfach mal zwei, drei Sätze dazu fallen lassen kann, ohne schlechtes Gewissen dass das (alleine) einem Review/Artikel nicht wirklich würdig wäre.

Und warum eigentlich ausgerechnet Bierschinken? Schwer kompakt zusammen zu fassen! Ehrlichkeit, Haltung, kein Business-Gekasper, ein Horizont der nicht am eigenen Tellerrand endet, massig Selbstironie... und über allem: Spass an der Freud' (und sicher noch so einige wichtige Stichworte mehr)! Und die musikalische Nähe war für mich selbstverständlich auch ziemlich wichtig :-D .

Bin zwar noch in der "Kennenlernphase", aber bisher durfte ich hier ausnahmslos sehr sympathische, nette Menschen kennenlernen - hoffentlich bald auch mal wirklich persönlich!

Da ich jetzt in diese Sache irgendwie "reingerutscht" bin und mir vorstellen kann, dass es viele Menschen wie mich gibt, die sich eigentlich nicht so recht "trauen" - einfach mal machen, auch wenn einem die eigene Idee selbst noch etwas seltsam/unausgegoren vorkommt. Was kann schon passieren, außer dass nichts daraus wird (aber dann hat man's wenigstens mal ausprobiert)? Okay, vielleicht hat man den Mist dann auch plötzlich regelmäßig am Bein und wird auch noch in andere Sachen mit reingezogen, die einen dann wiederum weitere eigene (vermeintliche) Grenzen ausloten lassen... ^^.

Wir leben in völlig verrückten Zeiten, da sollte man doch wenigstens versuchen, den eigenen Wahnsinn noch irgendwie in "produktive" Bahnen zu lenken!
 
Und was konkret unser allerliebstes Hobby, die Musik, betrifft: Gerade jetzt, wo alles so richtig übel den Bach runtergeht, ist doch wirklich jede/r gefragt, sich im Rahmen der Möglichkeiten einzubringen, damit zumindest so viel wie irgendwie möglich davon überlebt!

Deshalb: Mehr DIT statt DIY! Dies ist nicht die Zeit für Eitelkeiten und Profilneurosen.

*Micdrop*
Hasky: Tach, Hasky mein Name. Habe gerade festgestellt, dass die Mail von der Registrierung bei Bierschinken immer noch in meinem Archiv liegt. Das war im Oktober 2013. Nach Dortmund verschlagen hat es mich so um 2005. Damals hatten ein paar Kolleg*innen aus der Heimat und ich noch ein ähnliches Zine wie Bierschinken - punkrockbergischland.de. Die Seite gibt es schon länger nicht mehr. 
 
Fö habe ich immer mal wieder auf Konzerten gesehen, damals eher selten in Dortmund. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich Fö über Benni von Asspatrol kennen gelernt.  
2013 hat er mich dann irgendwie dazu gebracht, mich bei Bierschinken anzumelden. Anfangs habe ich es sogar geschafft, den einen oder anderen Konzerttermin einzutragen. Das ist fast unmöglich, gefühlt sind die Termine schon im Kalender, bevor die irgendwo öffentlich zu sehen sind. Seitdem schreibe ich ab und zu mal bei Gruppen-Berichten mit. Erster Artikel war zusammen mit Fö über Gloom Sleeper und Hysterese in Düsseldorf. Erstere habe ich noch das ein oder andere mal gesehen. Hysterese ist aber definitiv mehr hängen geblieben, habe letzte Woche noch die neue Platte vorbestellt.  
Ansonsten saß ich auch schon bei der ein oder anderen Bierschinkenveranstaltung mit Matze an der Kasse und habe versucht, böse zu gucken. Der größte Kontakt zum Bierschinken sind und bleiben die Konzertbesuche.  
 
Mir gefällt bei Bierschinken, dass jede*r seinen subjektiven Eindruck von sich geben kann. Das führt natürlich auch schon mal zu internen Diskussionen. Die Diskussionskultur habe ich dabei immer sehr positiv wahrgenommen. Oft habe ich das nur lesend verfolgt. Geil finde ich die Entwicklung rund um die Podcasts.  
 
Für die Zukunft bin ich gespannt, in welche Richtungen sich das Bierschinken DIY Universum noch so ausbreitet.   
 
Anekdote... Muss mich hier noch mal bei Fö für das Werbeveranstaltungsgeheimkonzert unplugged mit Jupiter Jones bedanken: Link.
Kabl: Mein Name ist nur hier auf bierschinken.net Kabl, eigentlich heiße ich anders. Meine Schuhgröße ist 42, ein Fuß ist aber etwas größer als der andere, somit habe ich manchmal Probleme, Schuhe zu finden, die nicht ein bisschen zu groß oder zu klein sind. Ich komme aus Dinkelscherben, das liegt bei Häder und Saulach. Mich verbindet mit Bierschinken eigentlich nichts Erwähnenswertes. Ich bin auf die Seite aufmerksam geworden, da ich früher viel Konzertberichte, beispielsweise über Chefdenker und die Superfreunde, gelesen habe, da bin ich dann penetrant auf dieser Seite gelandet. Irgendwann habe ich den Fö dann mal auf einem Punk-im-Pott-Festival angesprochen, das muss 2007 gewesen sein. Ich habe ihn dann angeprollt, ob er auch mal Konzertberichte aus Bayern haben will. Er meinte: Schick mal ne Leseprobe, was ich dann tat. Er sagte: Weniger Insider-Witze, wo Menschen irgendwo hin Aa-machen, wären gut. Ich sagte: Okay. Dann war ich dabei. Meinen ersten Bericht habe ich über Rasta Knast in der Kantine (Augsburg) geschrieben. Das war am 24.10.2008. Aus der besprochenen Band ist nicht mehr geworden, als sie es schon 2008 war. Eine sehr gute Punkband mit stattlichem, aber nicht überragendem Erfolg. Vorher spielten noch die Kafkas, die irgendwie keine Sau mehr kennt und die Römer, die kennen noch so 50 Leute in Augsburg. Ich halte von Bierschinken sehr viel, da man halt schreiben kann, was man will und ich immer wieder tolle Bands über die Seite entdecke. Ich wünsche mir, dass das so bleibt. Anekdoten: Ich habe bereits Fös Pornokuhle besichtigt, war bei der Pascow-Sause in Dortmund dabei, habe im offiziellen Bierschinken-Auftrag über Wacken berichtet. Ich habe Schiffel (Gerdistan) über Bierschinken kennen gelernt. Seitdem verbindet uns eine philosophische Freundschaft. Jawoll. So. Rohr.
Reni: Hallo, im Internet bin ich Renate Lohse, kurz Reni. Ich bin 2015 nach Bochum gezogen, komme eigentlich aus dem schönen Siegen im Siegerland, der "Provinz voll Leben" *hüstel*. Dort war ich eigentlich andauernd auf Konzerten in den üblichen Etablissements wie Vortex und VEB. Von der Existenz des Bierschinken hatte ich wohl mal gehört, aber nur so am Rande.
Der Umzug nach Bochum änderte alles. Plötzlich gab es hunderte Möglichkeiten, so fand ich mich auch eines Tages als Blockflötistin auf der Bühne mit Chefdenker wieder, gründete mit Zwen unsere Band Pissy Elliott und fand auch Gefallen daran, auf Konzerten nicht immer nur Schnäpsken zu trinken, sondern auch mal einen Bericht zu schreiben.

Mein erster Bericht war einer ÜBER mich, nicht VON mir. Es handelte sich um einen sehr schlimmen Verriss von Kiki über mein Blockflötensolo mit Chefdenker auf dem Ruhrpott Rodeo 2019 (?). Diese Schmach wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und beschloss, es Kiki heimzuzahlen und viele schlimme Berichte über ihn zu schreiben. Da er aber leider kein Musiker ist, musste ich mich umorientieren und schrieb stattdessen gute Berichte über gute Musiker, zB über das Seewinkel Noise Factory Festival in Wien.
Seitdem schreibe ich unregelmäßig und mache mit Gerd auch manchmal Podcasts.

Fö habe ich schon auf vielen Konzerten getroffen und ihn für gut befunden. Finde ihn als Mensch, wie auch als Chef einfach klasse (wir könnten mal ne neue Espressomaschine für die Firma anschaffen, aber dies nur am Rande). Eine besondere Ehre war es, als wir ihn für unsere Punkrock-Kochshow "Schmeckt einfach klasse" mal interviewen durften <3

Mir gefällt an Bierschinken, dass es ihn gibt. Er soll bitte immer da sein!
fred: Ich machs kurz und knapp, bin seit 2017 bei Bierschinken.
Den Fö kenne ich aber schon viel viel länger, glaube wir haben uns im Rattenloch Schwerte kennen gelernt, hab damals immer mal wieder ne Knipse dabei gehabt und Photos geknipst.
 Einige Bilder gingen dann auch mal an Fö für den einen oder anderen Konzertbericht.
Auf einer Party irgendwann im Jahr 2017 frage mich Fö, ob ich nicht auch Bock habe, für Bierschinken zu schreiben.
Ne Nacht drüber geschlafen, "jau bin dabei".

Der erste Bericht, bei dem ich mit geschrieben habe, muss dann so Ende 2017 gewesen sein, hab aber kein plan was für ein Konzert es war, geil oder?! Mitarbeiter am Start der null Plan hat, ist halt so machte nix.
Von Ende 2017 an hab ich immer mal wieder nen Bericht geschrieben und oder mitgeschrieben.

Freu mich mega, wenn es bald und/oder nächstes Jahr wieder los geht. Wir wieder gemeinsam Konzerte besuchen, Leute kennen lernen, schreiben, Bierchen trinken, Spaß haben und und und.
Vermisse Euch alle, hab Euch lieb,  fühlt Euch gedrückt.
Geht auch an ALLE die sich jedes Mal unseren Mist antun.
Übrigens ich bin der Fred.
Schlossi: Moin, ich bin DIE Schlossi und mache den Quatsch hier seit 2009, mal mit mehr, mal mit weniger Enthusiasmus. Wie man sieht, mag ich Katzen und Aerobic, mindestens eins davon ist gelogen. Meine erste Rezension war eine Platte von der Band GEGENTEIL, was die heute so machen, weiß ich leider nicht, die myspace-Seite ist nicht mehr aktiv und der Name ist nur bedingt suchmaschinenfreundlich. Erster Bericht war über das Force Attack 2009...später wurde das Festival umbenannt in Farce Attack. Warum war ich da eigentlich? Achja, ich hatte das Knie kaputt und konnte nicht schnell genug weglaufen. Zu Bierschinken bin ich über DEN Kiki gekommen, der hat mich pausenlos mit diesem Onlinezine vollgequatscht und irgendwann habe ich dann den sagenhaften Fö kennengelernt. Schnell stellten wir fest, dass wir eine ähnlich große Leidenschaft für Fußball im besonderen und sportlichen Wettkampf im Allgemeinen haben. Nämlich keine. Damals hat der Fö auch noch gesoffen, womit es dann nach einem gemeinsamen Venezuela-Urlaub irgendwie vorbei war...naja, genug aus dem Nähkästchen geplaudert.
An Bierschinken mag ich besonders die schöne Farbe und die vielfältigen Herausforderungen, die dieses kleine Paralleluniversum mit sich bringt, so konnte ich mich, neben Blödsinnschreiberin, schon als Catering-Service, Fotografin, Knöpfchendrückerin, Merchverkäuferin und Social-Media-Managerin ausprobieren. Nicht zu vergessen, das Filmen und Schneiden des legendären Jade-Unboxing-Videos. Ohne Bierschinken hätte ich wahrscheinlich auch niemals mit meiner kleinen Kapelle als Vorband für PASCOW gespielt. Danke dafür!
Gern nehme ich auch am Reviewmarathon und seit neuestem auch am Videomarathon teil, wo viele Leute völlig unreflektiert und sinnfrei über Liegengebliebenes reden. Manchmal sind da echte Schätze bei. Oftmals nicht.
Last but not least eine ganz feste und herzliche Umarmung an all unsere Hater. Danke, dass es euch gibt und ihr nicht müde werdet, uns den Punk zu erklären! Küsschen und Respekt geht raus <3
Roland der Voland: Ich kann mich nicht genau erinnern, wann ich das erste Mal über Bierschinken gestolpert bin, aber es war auf jeden Fall der Kalender, über den ich drauf aufmerksam geworden bin. Beim Googeln nach Konzerten landete ich auf dem Kalender und habe dann auch irgendwann angefangen, Konzertberichte und Reviews zu lesen. Interessanterweise habe ich zuvor überhaupt keine Musikmagazine gelesen und erst dadurch angefangen, auch welche in Papierform wie das Plastic Bomb zu konsumieren. Tja, so rum kanns auch gehn.
Aktiv geworden bin ich aber erst 2014, natürlich durch Fö. Den kannte ich zwar grob vom Sehen (er mich nicht), wusste aber nur, dass der irgendwas mit diesem Bierschinken zu tun hat. Richtig kennengelernt haben wir uns dann aber auf einem Supernichts-Konzert in Berlin (ich wohne im Sauerland, er im Pott, wo also auch sonst). Ich glaube, an dem Abend muss Fö dann auch den Samen zum Mitmachen gesät haben, denn nur wenige Monate später folgte mein erster Bericht über DER DICKE POLIZIST, BITUME und SCHMEISIG. Da habe ich mir auch direkt den ersten Kommentar eingefangen, ich sollte das Berichte schreiben sein lassen und erstmal auf die Punkrockschule gehen, weil ich zu dem Zeitpunkt BITUME noch nicht kannte (aber seitdem sehr schätze). Habe ich mich nicht von abschrecken lassen, denn seitdem bin ich, zwar vielleicht nicht sonderlich fleißig, aber recht beständig dabei. Seit kurzem versuche ich mich auch an Reviews (also erst eins, aber mehr folgen).
Auch wenn ich nicht wirklich persönlichen Kontakt zu den anderen "Redakteuren" habe, bin ich doch sehr gerne ein Teil von diesem Bierschinken. Das für mich legendäre Redaktionstreffen mit PASCOW-Konzert, sowie die seit kurzem aus Gründen online stattfindenden diversen Marathons, haben mich erkennen lassen, was ich schon vorher vermutet habe: da sind echt nette Leute am Start!
Heute ist für mich Bierschinken (neben der Bombe) das wichtigste Medium, um mich über (neue) Bands und "Szene"-relevantes (durch z.B. die Podcasts, die Ersten und Einzigen die ich höre) zu informieren. Auch mal selbst Berichte zu schreiben ist mein kleiner armseliger Versuch nicht ausschließlich nur zu konsumieren, sondern auch mal die Aufmerksamkeit des ein oder anderen auf eine Band/Location/Festival zu lenken.
Und das ist quasi auch das, was ich an Bierschinken mag: Wenn irgendjemand der Meinung ist, dieses oder jenes Album/Konzert ist super (oder scheiße) und die Welt muss davon erfahren, dann meldet man sich einfach an, schreibt darüber, und es lesen dann tatsächlich auch noch Menschen.
Hupe: Hey, ich bin Hupe und ich weiß was das Schlimmste ist! Das Schlimmste ist, wenn es keine Musik mehr gibt!
Is natürlich Quatsch, aber mir würde mein liebstes Hobby und jeglicher Ausgleich zu Allem fehlen, wenn halt die Musik alle ist.

Deshalb bin ich sehr froh, seit April 2016 mehr oder weniger aktiv dabei zu sei. Ich glaube der erste Bericht an dem ich mitgewirkt habe, war BIK & AUßER ICH in Oer Erkenschwick. Jedes Jahr kommen dann ein paar Rezis und Berichte von Konzerten dazu.

Wie lange ich die Seite aber schon verfolge, kann ich gar nicht sagen, bestimmt schon 10 Jahre länger. Keine Ahnung wie oft ich Berichte über KNOFA, den einen über BASH! und Chefdenker gelesen hab. Immer natürlich in der Hoffnung, dass ich mich in irgendwelchen Berichten meinungstechnisch wiederfinden kann und nicht peinlich irgendwo im Bild rumstolper. Mein peinlichster Bericht ist wahrscheinlich der über ein Dieter Thomas Kuhn Konzert.
 
Obwohl Bierschinken mittlerweile ja sehr breit gefächert ist, und Corona hat das ja echt nochmal vorangetrieben, finde ich sehr cool die unter der Haube Berichte und auch die politischen Themen in den Interviews gefallen mir sehr gut und zeigen ja auch, dass der Bierschinken nicht nur Trallafitti ist, sondern viel größer.

Wunderschön ist natürlich auch, dass ich immer wieder neue Musik entdecken kann und Menschen kennenlerne, die genau dieselben rotzigen Sachen wie ich schön finden - ohne Zwang und irgendeine Musikindustriebeeinflussung.

Cool fänd ich noch ne Rubrik, in der die Redaktion regelmäßig ihre Lieblingsplatten, Songs und Geheimtipps veröffentlichen kann.
verSemmelt: Ey, ich bin die 1064, "Sachsenbeauftragter" und meine ersten Zeilen stammen vom Back to Future 2019. Der Bericht war damals so gut wie fertig, aber bisschen Senf auf dem Schinken kann ja nie schaden. Ich hab auch schonmal angerissen warum ich hier gelandet bin.

Also ursprünglich war Bierschinken nur Mittel zum Selbstzweck, damit ich einfach die zahlreichen Konzertbesuche mal wieder niederschreiben konnte. Allein schon die Retrooptik schreckte damals am wenigsten ab, außerdem einmalig erschien mir so etwas wie der monatliche Konzertrückblick, wo man ein Wald- und Wiesenkonzert einfach mit ein paar Sätzen in ein digitales Gedächtnis pinseln konnte. Zusätzlich mag ich diese Art Community und ich bin im Nachhinein froh, mich für Bierschinken und nicht für einen Ego-Wordpress-Blog oder andere Webzines entschieden zu haben.

Wie im Bild steh ich auf Konzerten meist sinnlos bewegungslos rum und hab immer so ein Gefäß mit Flüssigkeit in der Hand. Bei der Konzertauswahl zieh ich in der Regel Bands vor, die ich noch nicht live gesehen hab. Ansonsten sind kleine Musikfestivals das Äquivalent zu Urlaub. Mit langen Anreisen, als auch Berge und Seen - damit kann man mich jagen - es könnten ja Touris in der Nähe sein...

Ach und die ganzen Leute, die hier schreiben scheinen auch ganz in Ordnung zu sein.

So - jetzt nutz ich mal die Gelegenheit, meinen allerersten niedergeschriebenen Bericht zu veröffentlichen. Der ist sogar verhältnismäßig sinnvoll geschrieben. Mein damaliges Ich könnte, wenn ich das so lese, noch in Dresden gewohnt haben.

Sonntag, 03.11.02 KETTCAR (HH) + BLOBKANAL (HH) Starclub DD (10€)
Wollte eigentlich garnicht zu diesem Konzert gehen. Aber n Kumpel wollte ne Platte haben und so habe ich mich alleine aufgerafft. 10€ Eintritt waren wiedermal Starclub-typisch ein heftiger Preis in meiner aktuellen Geldnot. Für Jon Spencers Blues Explosion hätte man am Vortag sogar 16€ hinbrettern müssen. Und dann gabs auch noch keine Platte, weder CD noch LP. Haben wohl zu wenig gepresst. Na toll. Dann gings irgendwann los. So 70, 80 Leute werden sich wohl verloren haben und standen auch starclubtypisch die ganze Zeit rum. BLOBKANAL spielten im großen Umfang eine Art Mischung aus Tocotronic und irgend´ner Gitarrenwand. Der Sänger erinnerte an den Keimzeit-Sänger und erzählte ziemlich wirre Witze oder Anekdoten?! Danach KETTCAR; hatte ich ja schon auf dem Immergut-Festival gesehen. Enttäuschten nicht, spielten ihren Stiefel runter. Sollte man gesehen haben; besonders der Ex-...but Alive Sänger überzeugt.
Horace: Ja moin, noch so ein Semi-Aktiver - was zum Teil aber auch an der Konzertdürre liegt. Ich habe 2020 echt keinen einzigen Konzertbericht geschrieben. "Aktiv" beim Bierschinken bin ich seit 2019 mit dem (Fuck Armageddon this is) Hell Fest #2 Leider wurde die aktuelle Ausgabe des kleinen, feinen Festivals pandemiebedingt gerade erst ein weiteres Mal verschoben.

Ansonsten schreibe ich auch ganz gerne mal ne Plattenrezi, wenn da gerade Bock und Zeit dafür da sind und was im Korb liegt, was mich in irgendeiner Weise anspricht (gut oder schlecht). Den Konzertkalender habe ich auch öfters mal befüllt, als noch was los war. Da ich in der Nähe von Stuttgart wohne, fehlt mir leider der räumliche und persönliche Bezug zum Großteil der Bierschinken-Crew. Aber vielleicht sieht man sich mal auf dem Back to Future, welches ich auch sehr gerne besuche. Neulich im Podcast gehört, dass der Gerd aus Augsburg kommt, also gar nicht mal SO weit weg. Die Südspitze wird stärker.

In einem meiner letzten Jobs konnte ich noch schön nach neuen Bands suchen und Konzertberichte lesen, während ich furchtbar beschäftigt ausgesehen habe. Ich meine mich noch erinnern zu können, dass ein Konzertbericht von Smoke Blow mich hierher geführt hat. Das zarte Fleischmassenrosa hat mich als Süddeutschen sofort angesprochen. Ich dachte erst ich lese lauter sehr alte Berichte, dabei war es nur das Design. Aber der Tonfall und das wohlorchestrierte Chaos der Multi-Autoren Berichte fand ich sofort sehr gut.

Angemeldet habe ich mich eher so Guerillamäßig als ich dann aus Neugierde mal den Login Knopf gedrückt und gesehen habe, dass man da schon einiges machen kann. Kurz darauf war das Hell Fest und schwups gings los. Fö hat dann auch gemerkt, dass da jemand neues am Start ist und mich dann wohlwollend in Empfang genommen. Dieser niedrigschwellige Ansatz macht den BS für mich irgendwie besonders schön. Die kaum vorhandenen Vorgaben haben in den ganzen Jahren echt nen großen (Wurst-)Blumenstrauß an verschiedensten Berichten, Interviews und Features von enormer Bandbreite gebracht. Irgendwas interessantes zu lesen hab ich immer gefunden.

Und jetzt will ich endlich wieder auf Konzerte gehen, mit stehen, schwitzen, tanzen und stinken und so!
The Kollege: OK. Vorgegebene Punkte vom Fö abarbeiten:

Ich heiße Dominik, man nennt mich Kollege.

Mich verbindet mit Bierschinken, dass der Chef, Fö, seit 20 Jahren unseren ganzen Band-Knöpfchendrückerscheiß macht, von dem kein Schwein weiß, wie das funktioniert.

Irgendwann habe ich so 2001 durch Bierschinken Aufmerksamkeit bekommen. Geil! Und ich dachte ernsthaft (!) das wäre irgendeine große was-weiß-ich Community oder so. Da hieß das noch nicht so. Und als er mir stramm (beide) einen Zettel mit Anmeldeformular (!) und diesen 100 Bierschinken-Fragen gegeben hat, hab ich den wirklich ausgefüllt. So Oldschool mit Stift und einem Auge zu. Das war hier: https://www.bierschinken.net/dae/2002-12-25foe/

War alles umsonst. Hab grad nachgeguckt. Antworten sind gelöscht. 

Was ich mir von Bierschinken wünsche: Bitte nicht schon nach 20 Jahren irgendwelche Antworten löschen.

 Stichwort Känzl Kaltscha und so.

Statistik sagt 108 Berichte und 16 Kritiken. Ich selber lese nur Sachen in denen es um mich geht!

Erster Bericht 2010. https://www.bierschinken.net/dae/2010-07-10kollege/

Was gar nicht geht: Meine Vorschreiber hier machen Speedmetal schlecht. Metal ist immer gut.

Was ich mir wünsche: Die Pornokuhle zurück! Und Maks´ Online-Rilbfhpa. Und bitte, lieber Gott, lass die nächste SKID ROW-Platte nicht schon wieder so kacke sein!
Coco: Huhu, ich heiße Coco. Ich mag diesen Bierschinken hier und ich hasse es, Selbstbeschreibungen zu verfassen.
Manfr3d: Upss. Ich passe hier nicht in die Reihe. Ich bin viel zu alt. Jahrgang 1963. Ich habe auch noch nie Musik selbst gemacht. Aber Musik habe ich schon immer gehört. Mein Musikgeschmack passte aber noch nie zu meinem Alter. 1975 Zappa. 1977 Punk. 1978 war ich mal auf einem Rory Gallagher-Konzert in der Westfalenhalle. 1980 New Wave. Ich war dann mal auf einem Extrabreit-Konzert, aber das war so richtig mies. Was dann folgte war eine 30 jährige Konzertpause. 1982 obskure amerikanische Garagen-Musik aus den 60ern. 1985 alten Rhythm 'n' Blues aus den 50ern und 60ern. Dann erstmal nix. Dann in den frühen 90ern Nirvana und dann HipHop und Rap. Dann als Deutschrap langweilig wurde, erstmal nix. Dann irgendwie Kettcar und Tomte. Scheiss Kettcar-Forum. Die haben dann dafür gesorgt, dass meine CD-Sammlung um 1000 CDs gewachsen ist. Und dann kamen die Konzerte.
Irgendwie hatte ich mal 'n Jahr eine Extrem-Konzertbesuch-Sucht. 150 Stück habe ich da mit meinen Kindern besucht. Irgendwie hat man da immer die gleichen Typen gesehen. Der ältere Mann mit seiner Frau und der Tochter, der Marc von Pretty In Noise (Viele Grüße) und eben einen langen Typen der immer kurz in die erste Reihe gelaufen ist und da mit seiner altertümlichen Digitalkamera irgendwie alles kurz fotografiert hat. Den hat man auch immer gesehen. Bei der Love A -Tour ist mir das extrem aufgefallen, ich glaube da habe ich auch Bierschinken entdeckt. Oder ne doch nicht. Ich habe mal 'ne CD gekauft von einer Gruppe namens Manual Kant. Da gefielen mir zwei Lieder drauf. Da wollte ich mehr wissen und da habe bin ich über den Bierschinken-Verriss gestolpert und irgendwie stimmte das. Irgendwie aber auch nicht. War aber frech geschrieben. Das gefiel mir irgendwie. Wo war ich? Ach ja. Love A. Love A im UntenLinx. Da gab's einen Konzertbericht und da bin ich im Bild drauf. Da wusste ich wer der lange Typ ist und dass der wie ich in Dortmund wohnt. Dann war ich bei zig Love-A-Konzerten und eben auch in Münster. Da war ich mit Alina und da habe ich den Fö gesehen. War da nicht Koeter Vorgruppe? Ach. Das ist schon so lange her. Irgendwie habe ich dann Fö gefragt, wie er nach Hause kommt und irgendwie habe ich den dann mit Alina nach Hause gefahren und ihm das Ohr vollgekaut. Irgendwie habe ich dann kurz danach Kritiken für Bierschinken geschrieben. Zeit genug hatte ich ja. Nach der Arbeit neue Musik auf den Ipod Nano packen und dann 2 Stunden mit dem Rad fahren. Am nächsten Tag ins Einzelbüro und 8 Stunden Musik hören. Abends dann die Platten besprechen. Passt. Kann man mal ne Zeit machen. Aber es ist schon schlimm, immer den gleichen Rotz zu hören. Dann muss man kürzer treten, wenn man nicht durchdrehen will. Gibt ja auch noch mehr im Leben. Man wird ja nicht jünger.
Härp: Huiuiui. Jetzt müsste ich tatsächlich lügen, ob ich zuerst Bierschinken kannte oder den Fö. Vermutlich aber durch ein gemeinsames Konzert meiner damals schon aktiven Deutschpunk-Rumpelkapelle, mit der ich mir irgendwann mal die Bühne mit Fös (und Ulf+Phils) "Betrunken im Klappstuhl" geteilt habe. Keine Ahnung.

Mein erster selbstverfasster Bericht war von einem Knallerkonzert mit JaKa, World Downfall und Konsortien mitten in einem Schneechaos 2010. Grandioses Konzert. Vermutlich gäbe es hier noch viel mehr Berichte (einer wurde sogar mal von Fö gestrichen oder skalpiert ^^) aber warum denn nur über Schlechtes berichten, wenn es nicht lesenswert ist außer; ist ja alles Mist?!

Mein erste Plattenkritik (hier auf BS) war zu der damaligen JaKa Scheibe "Bilder fressen Strom". Damals noch unter dem Deckmantel; das Album find ich geil - stell ich mal vor.
Vor Bierschinken habe ich bereits für ein anderes Online-Fanzine geschrieben, welches allerdings komplett aus dem Netz verschwunden ist. Da gab es auch die Vorschrift (!), Schulnoten zu verteilen, was ich immer schwierig finde, da es sich bei einem Review natürlich um eine subjektive Ansicht der Dinge handelt und da mit "Grandios" oder "für mich der letzte Mist" wohl eher gedient ist, als referenzlos Noten zu verteilen. Ach ja, ich bin immer mindestens drei, vier Monate mit den Reviews im Verzug. Sind halt oftmals Bananen-Produkte, reifen beim Schreiben.

Bierschinken verknüpfe ich eigentlich automatisch immer mit Fö, also auch mit Betrunken im Klappstuhl. Mit eben jenen Chaoten gab es einige sehr lustige und unvergessliche Konzerte in der Kurve in Witten, wo Ulf Schläge angedroht wurden wenn er nicht sofort die Fresse hält und weiter spielt, oder das grandiose Split-Konzert in Bergkamen, wo man vor keinem Publikum abwechselnd sich selber bespielte. Wenn ich Blagen hätte, würde ich denen wohl am Kamin (oder 'ner brennenden Bullenwanne) die sagenumwobenen Krach- und Suff-Geschichten von Feuerwasser und Betrunken im Klappstuhl erzählen. Weil früher war ja mehr Glamour....
Zwock: Hallo, ich bin Zwock.
Nach aufwändigen Recherchen im WorldWideWeb kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass Bierschinken in Form des Bierschinken eats FZW #5 am 11.04.2013 in mein Leben trat.
Freunde besuchten bereits das vorherige Event Bierschinken eats FZW #4 und berichteten begeistert von humanen FZW-Bierpreisen im Komfortplasitkbecher und der Möglichkeit, auch mal einer Band auf die Bühne zu speien.
Und tatsächlich: Ich wurde nicht enttäuscht - da hatten es doch tatsächlich Leute geschafft, im sterilsten Laden der Stadt eine amtliche Punkrockveranstaltung auf die Beine zu stellen.
Kurz gesagt - eine Bereicherung und wieder deutlich mehr Punkrock in diesem, meinem Leben.
Wie das so ist - es folgten weitere Konzerte, Bekannt- wie auch Besaufschaften und auch neue Freundschaften. Irgendwann lernte auch ich den Oberpunker der Direktion des Bierschinkenfanzines kennen. Er hatte zwar irgendwie an dem Tag seinen Iro nicht aufgestellt und auch die Sicherheitsnadel war ihm aus dem Ohr gefallen - aber ok. Mensch hinterfragt Autoritäten des größten Punkrockfanzines der westlichen Hemisphäre nicht.

Bis ich mich dann doch traute, mit meinem Co-Autor Dr. Lüken-moderiert unsere journalistische Karriere anzugehen, verging einige Zeit. Wir hatten große Sorge vor Lektorat, Deadlines und vernichtenden Kritiken der anderen Qualitätsjournalisten und natürlich dem Chefdenker des Blattes.

Doch dann war es soweit, eine altbekannte Boygroup aus dem benachbarten Mönchengladbach gab eines ihrer wenigen Konzerte und wir sahen uns berufen, der Welt zu berichten.

Wie es sich zeigte - ein großer Spaß und auch bei Deadlines reichte zumeist eine kurze Audienz beim Chef, um doch noch die lyrischen Ergüsse des letzten vernebelten Abends unpünktlich ins Internetz zu hacken.
Ich machte also weiter und es folgten diverse Berichte, aber auch ein paar mit Bierschinken's Fö gemeinsam organisierte und als Kunstvernissage getarnte Konzerte.

Eine reine Erfolgsstory also - was soll man anders sagen. Außer: Danke Bierschinken! Wenn ich jemals beim lieben Gott vorsprechen muss, wie D.I.Y zu sein hat - dann genau so: Unkompliziert ohne Coolness-Szeneschranken und mit einer Menge guter Leute zum Quatsch erzählen.

Ich schließe mit einem Zitat:

"Deutschland- Nein Danke! Kein Urlaub in Absurdistan."
Abby: Ja  - wenn ich mal groß bin werde ich Humankapital - eigentlich hasse ich es zu schreiben - sehe es wie Coco. Wurde von Kiki irgendwann mal doch genötigt, mal was zu schreiben so in 2018 - das erste Mal Bierschinken müsste bei Kiki im Wohnzimmer
 gewesen sein. Dieses oder dieses Bild ist eines der ersten die ich hier geschossen haben müsste... und bin auch auf einigen anderen mit dabei. Sucht einfach mal, wenn ihr Lebenszeit verschwenden wollt.
niklas: Moin!
Ich bin Niklas und schreibe erst seit letztem Jahr für Bierschinken. Mein erster Bericht war über den ersten Stream vom Ruhrpott Rodeo, aber eigentlich war das nur die Aufwärmübung für meinen Bericht über das Schwarze Schafe-Konzert in Essen. Dafür habe ich mir sogar extra eine Kamera angeschafft. Nix Dolles, aber hat immerhin 15,-€ gekostet. Das sind etwa zwei Kisten Hansa Pils.
Bierschinken kenn ich natürlich schon lange, aber so richtig intensiver Nutzer wurde ich erst während des ersten Lockdowns, um mir die langweiligen Arbeitsstunden erträglicher zu machen. Damals habe ich in der Wohnungslosenhilfe gearbeitet. Irgendwie dachten alle, wir hätten auch geschlossen, und so habe ich die Zeit mit Konzertberichten vertrieben. Als dann das Sitzkonzert der Schwarzen Schafe anstand, dachte ich mir, ich könnte ja auch anderen mit einem Bericht etwas die konzertfreie Zeit verkürzen.
Auch vorher bin ich schon ein paar Mal bei Bierschinken aufgetaucht. In einem Bericht von 2011 oder 12 wurde sich mal über mein Verhalten auf einem Konzert ausgekotzt. Ich hab sehr ausladend getanzt und dabei auf dem engen Raum nahezu jeden angerempelt. Der damalige Schreiber hat sich gewünscht, dass mir doch endlich einer der anwesenden Skinheads die Fresse polieren solle. Damit hätte ich damals wohl kein allzu großes Problem gehabt. Hin und wieder brauch ich eben mal was aufs Fressbrett. Aus heutiger Sicht tut es mir trotzdem ein bisschen leid, demjenigen und eventuell auch einigen anderen den Spaß am Konzert vermiest zu haben. War definitiv nicht meine beste Aktion und kommt jetzt eigentlich auch nicht mehr vor. Bierschinken hat also sogar zu Selbstreflexion geführt,… Schöner war da die Erwähnung ein paar Jahre später bei einem Konzert in meiner Wahlheimat Münster. Es war wohl eher mäßig besucht und ich habe mich trotzdem nicht davon abhalten lassen, mich ordentlich auszutoben. Der damalige Bericht-Autor hat auf jeden Fall lobend erwähnt, dass ich ein Rad vor der Bühne geschlagen hätte. Konnte ich mich selbst gar nicht dran erinnern. Später konnte ich aber weitere Zeugen dafür auftreiben und ich bin seitdem sehr stolz auf diese sportliche Leistung. Ansonsten habe ich mich aber meistens nur im Bildhintergrund rumgedrückt oder bin den Bierschinkenkameras gekonnt aus dem Weg gegangen.
Was mir aber schon lange vor der Pandemie bei Bierschinken immer sehr gut gefallen hat, war und ist der erstaunlich aktuelle und ausführliche Konzertkalender. Klar halte ich meine Augen immer offen, sammle Flyer und durchforste das Internet, aber schneller als der Bierschinken-Kalender ist mir glaube ich noch nie eine Konzertankündigung untergekommen. Und auch jetzt bei den eingepflegten Streams habe ich gerne mal geschaut, was mich interessiert. War dann aber manchmal einfach zu vergesslich, passend einzuschalten. Und außerdem sind Live-Streams eben kein Ersatz für Live-Konzerte. Dann würde ja auch keiner mehr aus dem Haus gehen.
Dr_Lü-Ken_moderiert: Hallo, mein Name ist Dr_Lü-Ken_moderiert. Ihr kennt mich wahrscheinlich noch von Berichten wie „Ohrwürmer Pfui“ und „Der Mensch gegen die Natur - auf der Straße zum Sieg“.

Ich bin inzwischen seit einigen Jahren gefangen im Bierschinken-Imperium. Alles begann im Jahre 2012. Fö, der Bill Gates des Punks, lockte mich in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit in ein kleines Stübchen namens „Rattenloch“. Dabei habe ich eigentlich panische Angst vor Ratten. Diese Situation nutzte Fö damals schamlos aus und bot sich mir als Therapeut gegen meine Rattenphobie an. Ich müsste ihm als Gegenleistung „nur hier und da mal einen Gefallen tun“. Von Musik sagte er damals nichts. Ich sagte zu. Und schon war ich im Netz der Spinne gefangen.

Damals, bei meinem ersten Bierschinken eats FZW (Nummer IV) schien alles noch bester Ordnung. Supernichts spielten und Fö war so gut aufgelegt, dass er nach einem Schwall anzüglicher Herrenwitze mir und meinem alten Mitbewohner Steve sogar ein Bier spendierte. Steve schien damals schon zu ahnen, dass damit irgendetwas nicht stimmte, und erbrach dieses, nachdem Fö uns wieder alleine gelassen hatte, kurzerhand vor der Bühne. Ich hingegen verstand nicht, denn ich war völlig geblendet von Fös schillernder Persönlichkeit.

Fö umgarnte mich weiter. Er ließ mich in dem Glauben, dass alles seine Richtigkeit hatte. Ich traf mich regelmäßig mit Fö zu unseren vereinbarten Therapiesitzungen gegen meine Rattenphobie. Mal waren wir im Backstage des FZW, ein anderes Mal lud er mich sogar zu ihm nach Hause ein, hin und wieder führte er mich am Rekorder in die Büsche bei den Müllcontainern. Stück für Stück besiegte ich so meine Angst vor Ratten.

Und dann kam im Dezember 2019 der Anruf, der alles veränderte. Ich solle mich sofort im Büro von Fö einfinden, sagte der Sekretär zu mir am Apparat.
Und so saß ich dann vor ihm in der Zentrale, im Angesicht des Paten des Punks, und spürte, dass meine Zeit gekommen war.
„Lüken, du alter Aal!“, sagte Fö zu mir. In seiner Stimme spürte ich eine Mischung aus Genugtuung und sadistischer Vorfreude. „Jetzt, nachdem ich dich von deiner Rattenphobie befreit habe, bist du an der Reihe, mir einen Gefallen zu tun!“ Ich wusste, würde ich ihm das verwehren, wären meine Tage gezählt, denn er würde die Scherg*innen der Punks auf mich loslassen.

So fuhr ich zu meiner ersten offiziellen Bierschinken-Mission nach Recklinghausen zu EA80. Zum Glück wurde ich von Zwock begleitet. Weitere Anrufe folgten von Fö. Die Bitten um einen Gefallen nahmen kein Ende. „Lüken, ich hab da noch eine offene Rechnung mit Maz beim Copacabanana!“ Oder: „Heute musst du für mich was in Mülheim erledigen!“ Oder: „Koch, du Schmutz!“ Auch Spezialaufträge wie die Annahme von Phantom Records Platten blieben nicht aus. Dabei würde ich doch lieber zu Konzerten fahren als mir vor der heimischen Stereoanlage Bands wie „Pisse“ oder Tapes wie „Rauchen macht heroinabhängig“ anzuhören. Nicht einmal vor dem Traumschiff schreckte Fö zurück. Und mancher Gefallen führte sogar nach Slowenien. Die kalte Dusche wurde zu meinem besten Freund.

Die Jahre zogen durchs Land und er ließ mich weiter die Drecksarbeit für ihn erledigen. Nur eine Pandemie konnte mir eine kurze Verschnaufpause von dem Grauen des Bierschinkens verschaffen. Und so sitze ich nun hier und fühle mich leer, ausgenutzt, verbraucht. Die vielen Jahre im Bierschinken haben ihre Spuren hinterlassen. Wann hat das alles ein Ende? Wann stirbt der Punk endlich? Ich brauche dringend Hilfe. Vielleicht sogar eine neue Therapie? Ich wähle die Nummer meines Therapeuten. Mal hören, was der dazu sagt.
Er nimmt beim ersten Klingeln ab. „Lüken, du Aal. Ich habe dich erwartet!“, krächzt Fös Stimme aus dem Hörer...
Paula: Dieses, mein schön verpixeltes Bierschinken-Profilfoto beschreibt ganz gut, was eigentlich so toll am Schinken ist. Er ist unser aller kollektives Saufgedächnis. Die Geschichten, die dir im Nachhinein immer erzählt werden, wenn du dich selber schon nicht mehr erinnern kannst. Das Foto entstand irgendwann mal, kurz vorm abendlichen Weggehen, bevor mir eines Mittags (die Nacht war lang) im Trinkteufel mein Handy geklaut wurde, und ist einzig und allein in dieser runterreduzierten Auflösung noch auf Bierschinken archiviert...

Die Bierschinken-Liebe begann vor langer Zeit und ehrlich gesagt, weiß ich schon garnicht mehr, wann genau. Als sich die Vordenker der Idee noch im DÄ-Gästebuch chattend tummelten, trieb ich mich eher im beatsteaks- und FU-Chat rum. ICQ war damals groß im Kommen. Es muss so 2004 gewesen sein, als ich eine meiner besten Freundinnen Safi und 2005 auch den Käptn (der Kümmerich) auf diversen Konzert in der Stadt kennenlernte und man sich fortan gemeinsam auf wilde Trips begab. Irgendwann in der Zeit wurde ich dann auch zu Delikat-Konzerten mitgeschleppt und lernte die Sippe kennen. Erinnerungen meinerseits an diese Zeit sind alle sehr verschwommen und der Bierschinken erwies sich immer wieder als zuverlässiges Nachschlagewerk, wenn man mal wieder jemanden kennengelernt hat, nicht mehr wusste, wie Band xy hieß, oder wo man eigentlich war. Toll! Meine Schreiberlings-Tätigkeiten beschränkten sich zu der Zeit eher auf unsere piefige Schülerzeitung, in der mir regelmäßig ausufernde Konzertreiseberichte zensiert wurden, so dass ich irgendwann einfach keinen Bock mehr hatte und daher auch nie auf die Idee kam, selbst im Schinken zu berichten.
Ab und an tauchte ich auf einigen Bildern auf (z.B. hier, hier, hier, hier oder hier), freute mich, immer, wenn wir in Berlin die Besucher ausm Pott trafen (Berliner an sich sind bequem, verlassen äußerst ungern ihre Stadt), hatte aber auf die Frage "Schreibst du heute n Bericht?" immer die Ausrede "Ach, ich bin doch gar nicht beim Bierschinken registriert". Dabei hab ich heute noch n Haufen Bilder im Archiv, aus denen man diverse alte Artikel stricken könnte. So war ich also schon lange dabei aber nie aktiv, bis mich der Fö dann doch irgendwann mal überredete, n Konzertbericht mitzuverfassen, weil ich so viele Fotos gemacht hatte. Das war 2017 auf dem AMK in Dresden. Sonderlich aktiv bin ich bis heute nicht, da ich immer irgendwelche Fristen verpasse, und für Rezis oder sogar Interviews zu faul bin. Aber auf Konzerten mach ich gerne Fotos und die in nem Redaktions-Bericht oder Monatsrückblick unterzubringen, klappt dann doch abundzu mal. Am Review-Marathon konnte ich dank coronabedingter Digitalisierung auch schon teilnehmen. Toll!
Und dank der höchst geheimen Bierschinken-Gala durfte ich sogar schon bei Pascow als Gastsängerin auf der Bühne rumhüpfen.

Bierschinken, ein Haufen an bunt zusammengewürfelten Menschen, die alle n ähnliches Selbstverständnis haben, ihren Dunstkreis über Musik und Konzerte definieren, sich austauschen über Erlebnisse, und auf der Suche nach neuem heißen Scheiß auch nur das abfeiern, was ihnen eben grad so gefällt. Für mich in erster Linie aber Freunde, mit denen man gern auf Konzerte geht. Und mittlerweile auch ganz viele andere, die ich gar nicht kenne und die wesentlich mehr dazu beitragen, dass die Welt von guter und schlechter Musik erfährt.

"Was der Markt nicht regelt, das regeln WIR!"
poly: Mein Name ist Christian, beim Bierschinken laufe ich aber unter meinem alten Spitznamen poly, wahrscheinlich aus nostalgischen Gründen bei der Anmeldung.
Den originalen Bierschinken hätte ich früher gerne aufs Schulbrot gehabt, stattdessen gab es Vollwertkost und maximal ein Knoppers. Damals fand ich es nervig, heute bin ich nicht weiter  unglücklich darüber.
Von dem gleichnamigen Onlinefanzine hörte ich zum ersten Mal in den Nuller oder 10er Jahren von meinen alten Kumpels von Francesco, oder den Driftwood Fairytales, personelle Überschneidungen ermöglichen mir keine genaue Erinnerung. Dies versank jedoch zunächst in meinem Unterbewusstsein, bis mir im Jahre 2018 ein Bekannter neueren Datums erneut davon erzählte. Er bat mich, einen Bericht über ein Konzert zu schreiben, welches er veranstaltet hatte. Gesagt getan, ich machte mir während des Konzertes ein paar Notizen und begab mich am nächsten Tag auf die Suche nach dem Bierschinken. Dort gelandet las ich zunächst einmal über mich selbst, in einem eher peinlichen Kontext. Bei irgendeinem Konzert hatte ich mich wohl nicht ganz artgerecht verhalten, wahrscheinlich in einem Anfall von pubertärer Regression. Dies war wohl auch dem Chefredakteur zugetragen worden, er lehnte meinen Bericht kurzerhand ab. Es gäbe keine Fotos und außerdem bist Du ein Idiot. Der zweite Punkt stand eher zwischen den Zeilen, traf mich aber dennoch empfindlich. Selbstreflektierend schrieb ich kurzerhand einen Text darüber, der immerhin zum Song mutierte.
Zum Punk gekommen bin ich mit 15, Bad Religions Suffer und New Yorks Boyband No1 Gorilla Biscuits ließen mir keine andere Wahl. Das ist lange her, es brauchte dennoch 30 Jahre bis zu meinem ersten Bericht beim Bierschinken. Ein kurzer Austausch mit Fö, per E-Mail, wir haben uns bis heute leider noch nicht persönlich getroffen, ja gut, komm, scheiß auf die alten Geschichten, her mit dem Bericht. Flipper in Aachen, alte Helden von mir, Mike Watt am Bass, ich schrieb etwas darüber. Flipper gibt es mittlerweile nicht mehr, es war eher eine Art Abschiedstour. Es folgten noch ein weiterer Bericht, dann kam dieser Meteoriteneinschlag namens Covid und alles steht still seitdem. Ich versuchte mich noch an einer Reflexion über Onlinekonzerte, meine neuen Held*innen von Lügen mussten herhalten, das war es dann. Weitere Konzerte dieser Art habe ich mir nicht gegeben, dann lieber Platten hören und träumen.
Weitere Berichte, vor allem Rezensionen, wabern seitdem dämonisch durch meinen Kopf, über Hank Wood and the Hammerhead, eine Wahnsinnsband aus New York, oder auch über Coriky und Hammered Hulls, die beiden neuen Bands der Gebrüder MacKaye, mit deren Verweigerung der Kommerzialität ich mich bis heute identifiziere.
Das wiederum gefällt mir am Bierschinken, sich zu verweigern, zu tun und zu schreiben, was der/die jeweilige Schreiber*in will und nicht will, einfach dem Herzen folgen und nicht der Masse. Ok, ich habe etwas Positives über die Toten Hosen dort gelesen, aber wo viel Licht, dort auch Schatten. Außerdem haben die tatsächlich ein Lied, welches ich richtig mag. Ich werde aber nicht verraten, welches dies ist, manches Wissen gehört einem allein.
2022 werde ich hoffentlich noch einige Berichte für das Bierschinken verfassen, vielleicht über Dry Cleaning, Bohren und der Club of Gore oder auch Bierschinken eats FZW.
Ich möchte gerne dabei bleiben und somit hoffentlich verhindern, von meiner eigenen Vergangenheit aufgespießt  zu werden. Lieber werde ich den Spieß weiterhin vor mir hertragen.
Paul Breitner: Ich bin Paul, Fanzine-Angestellter, Vater, Antifashist. Das Bierschinken trat irgendwann in den 00er Jahren dieses Jahrtausends in mein Leben. Den Chef lernte ich damals auf den Nachtbus wartend am Busbahnhof in Schwerte kennen. Ein Elend diese Fahrten vom Rattenloch nach Dortmund. Für den Vorstand ging es damals ins Dortmunder Villenviertel, für mich, mit zwei Dosen Bier bewaffnet, in den Regionalexpres zurück zum nächsten Dorf. (Diese unsäglichen Nahverkehrsanbindungen, auf die es sich einzulassen galt, waren nur mit einem stabilen Rucksack zu überstehen, der auch mal gut sechs Dosen 0,5l Pils durch die Nacht tragen konnte. Mit diesen beschissenen Jutebeuteln, die nahezu kein Fassungsvermögen nachweisen können oder dabei mindestens derbe aufn Rücken gehen, kam mensch damals nicht weit.)
Irgendwann, lange später, kam ich auf Nachfrage dazu, meine Wut und mein Unverständnis über das, was die "Szene" heute so an Tonträgern zulässt, in Form von Rezensionen niederzulegen. Wobei die dem Schinken so oft angedichtete Verrissdichte sich in Grenzen hält. Denn das Schöne am Schinken ist, dass mensch sich aussuchen kann, zu welchem Werk er seinen Senf abgibt und nicht jeder Schwachsinn besprochen werden muss. Das hat viele Nerven geschont und die Verrisse, die es dann doch wert waren, umso leidenschaftlicher werden lassen. 

Jetzt steht hier zum Thema was ich schreiben könnte: "gerne auch ein wenig euer Selbstverständnis, wie und worüber Bierschinken schreiben sollte, was geht und was gar nicht geht etc. Keine Scheu, alles ist erlaubt!", dementsprechend hier meine Kriterien für ein positives Feedback meinerseits: Eine gute Band sollte auf Trompeten und ähnlich folkoristische Inhalte verzichten, bestenfalls nicht aus Köln oder Bayern kommen und sich, wenn doch, mit allem was sie hat von ihrer Herkunft distanzieren und sich nach dem dritten Album aufgelöst haben (ihr seid nicht alle Bad Religion und selbst wenn es so wäre, es ist 2021 ihr Vollidioten!). Singer-Songwriter, die immer noch meinen, mit Hafen-, Anker- und Seebären-Romantik spielen zu müssen, haben die jeweils besungene Depression in der Regel nicht zu Unrecht. Instrumentalmusik kannste gerne machen, sei dafür nur besten Falls kein hochwohlgeborener (Kölner Musik-)Student. Dieses "ich hab 900 Mark vom Zivi in Equipment und Computer-Treters mit krassen Sounds gesteckt"-Scheisse nervt derbe. Ebenfalls wichtig: Wenn du dir schon dick Trueness auf die Socken schreibst, dann ist am Besten auch Trueness drin. Wenn du also zum Beispiel "workingclass" sein willst, dann sollte dein Daddy auch am Besten nicht Theologie oder direkt Medizin studiert haben. Und wenn du deine Scheisse schon an ein Punk-Fanzine schicken musst, dann überleg dir doch wenigstens ganz kurz und lass mich wissen, was deine AC/DC-Coverband in Castrop mit Punkrock zutun hat. Dass alles Abwertung erfährt, dem meine subjektive Wahrnehmung Sexismus, Rassismus, Antiseminismus oder Fleischfressertum unterstellt, versteht sich von selbst, is schließlich n Selbstverständnis.
Makke: Ich nenn mich hier Makke, weil das ein guter Punker*innenname ist. Und Menschen sich fragen, ob es von Macker oder von 'eine Macke haben' kommt. Das wirkt geheimnisvoll und cool. Was wiederum zum Bierschinken Zine passt. Ich musste in meinem Alkoholiker*innenhirn lange suchen und überlegen, um mich an meine erste Begegnung mit dem Bierschinken oder vielmehr mit Fö zu erinnern. Aber es ist mir gelungen (glaube ich). Das muss 2015 gewesen sein. Und ich war in Düsseldorf (wo ich selten bin, weil da eigentlich nie was Cooles passiert und auch konzertmäßig jetzt eher selten was Lohnenswertes stattfindet) und wir wurden ganz klassisch durch Freund*innen vorgestellt. Aber ich war sofort in Love. Wer war dieser nette, eher bedächtig sprechende und lachende Mensch? Hatte ich mich gefragt. Als mir dann die Zusammenhänge klar wurden, konnte ich kaum glauben, dass dieser solvente, nüchterne und freundlich ausschauende Fö das Bierschinken Zine gegründet haben soll. Das ich dann doch eher mit Pöbel-Punk-Saufen-Oi in Verbindung gebracht hatte. So sollte ich mich täuschen bzw. es ist halt alles das, was alle Beteiligten draus machen. Und dadurch hat das Bierschinken Zine die konstruktiv-kritischen, klugen und eher nüchternen Anteile eines Fö, sowie die pöbel-punkigen, oder die blöden, die feministischen und die (für mich) nichtssagenden oder obsoleten (hedonistischen?) oder witzigen Anteile. Das Bierschinken braucht halt keinen Leader sondern ist das, was alle draus machen. Und das ist schon ein wesentlicher Punkt, den das Bierschinken auszeichnet: Es kann halt jede*r (in einem gewissen Rahmen) alles sagen. Damit ist es zugänglich, niedrigschwellig und diskursfähig. Und manchmal ist es nervig oder belanglos. Aber dann wieder on point und treffend. Vor allem gibt es halt den Punk-Minimalkonsenz: Es darf alles verissen werden. Und das ist mir sehr wichtig. Die ganze Kacke, die Punk auch so anspült an sexistischer oder dummer Kackscheisze, darf hier hemmungslos genauso genannt werden. Und wenn die angekratzten Männeregos sich dann Fäuste schwingend und mit großem Opferethos beschweren, schreibt Fö ein Schulterzucken in den Bierschinken Chat mit der Frage: "Will wer dazu Stellung nehmen? Nein? OK." Großartig. Genau diese Haltung kann Punk gut gebrauchen in Zeiten, in denen viel zu viel Rücksicht auf alte Männeregos genommen wird, die noch von damals berichten können, als Punk und Weiber angeblich gefällig und ohne verwirrende Sternchen daherkamen. Das heißt nicht, dass dies keine harte Arbeit ist, denn insbesondere  mit dem Anspruch, dass jede Meinung Raum bekommen kann, ist der Kampf um die Grenzen und Rahmen besonders hart. Und ich weiß, wie wichtig Fö (und den meisten Schreiber*innen) dieser Rahmen ist, welcher eben auch die politische Idee des Punk hier rahmen soll. Und dieser ist Emanzipation und Gesellschaftskritik und nicht in erster Linie Spaß haben und Saufen. 

Ich für meinen Teil schreibe hier etwas, wenn es für mich was zu sagen gibt. Ich bin sehr froh, dass es diese Möglichkeit gibt und schätze diese Art, den eigenen Gefühlen zum Punk Ausdruck zu verleihen, sehr. Auch wenn hier die ein oder andere Person mitschreibt, mit der ich nicht gerade einen Konsenz herstellen könnte, der über: ich find Nazis scheisze und ey, du kennst auch Knochenfabrik, hinausgeht, ist das vielleicht dennoch in diesem besonderen Zusammenhang aushaltbar und es genügt für den Moment darauf zu hoffen, dass die Gegenseite zuerst ausstirbt. Das ist ja auch was wert. Und vielleicht kann ja durch die hier angepriesene Diversität der Schreiber*innen doch noch etwas überraschend Gutes in Richtung No Future entstehen.
Lux: hier mein Beitrag

LG
Lux
Yanik: Hallo, ich bin Yanik und meine Bierschinken-Geschichte begab sich zu einer Zeit, als sich Menschen dicht gedrängt in manchmal schönen, meist aber charmant-schäbigen Läden des Landes (und darüber hinaus) zusammenfanden, um wiederum anderen Menschen beim, manchmal charmant-schäbigen, meist aber schönen Musizieren beizuwohnen. Sehr gute Kombinationen, meiner Meinung nach. In dieser Zeit, im Oktober vor zwei Jahren, machte ich mich also auf den Weg, um im Druckluft in Oberhausen (charmant-schäbiger Laden) die damals neue Superkombo TRIXSI (schöne Band) anzuschauen. Das Konzert an sich habe ich unter Keine besonderen Vorkommnisse abgespeichert, und ein Blick in den Artikel dazu verriet mir auch, dass dieser Abend wohl wenig mit "dicht gedrängt" zutun gehabt haben muss. Egal. Umso mehr blieb aber die Zugfahrt zurück ins beschauliche Dortmund in meinem Gedächtnis, hatte ich ja dort Fö getroffen. Also wiedergetroffen. Vom Sehen auf diversen Konzerten, einschließlich dem vorher erwähnten, kannte ich ihn schon. Die vorher gängige Praxis war aber eher: zunicken, Moin sagen, weitergehen. (Vielleicht unterhielten wir uns im Vorfeld auch schon mal?) Jetzt aber erinnerte ich mich an ein Posting auf irgendeinem Social-Media-Kanal des Bierschinkens, in dem praktisch um neue Schreibende gebuhlt wurde. Das waren zumindest meine, vom Bier getrübten, Erinnerungen in dieser Situation, also bot ich mich als Retter in der Not an. Die Wirklichkeit kann von dieser Erinnerung deutlich abweichen. Aber ehe ich mich versah, saß ich am nächsten Tag an einem Text zu ebenjenem Konzert und seit diesem Tag schätze ich es sehr, in dieser Runde mal über Schönes und mal über charmant Schäbiges zu schreiben und zu plaudern.
Bönx: It's me Bönx! Ich hab hier keine Fotos von mir, da ich nur manchmal ein Selbstdarsteller bin, okay, das ist gelogen. Das fand ich aber schön, da ich dort im Jahr 2020 das letzte Mal auf einer Bühne stand und zusammen mit 100 Kilo Herz Filmriss gecovert habe. Nach wie vor sicher das Liedchen was uns BS-Member verbindet, oder?

Meine Reise mit dem Bierschinken, puh. Es begann wohl alles um das Jahr 2000 rum. Fö, damals noch BS-JCN, wollte, dass ich Member werde, was ich dann auch tat. Ich hatte damals glaube die BS-Nummer 30. Da ich früher noch mehr anti war als heute, fand ich die Nummer irgendwann doof und bin wieder ausgetreten.
Einige Zeit später wollte ich aber wieder Teil des Imperiums sein und habe mir die Nummer 111 schnappen können, seitdem meine Lieblingszahl. Wie genau es dazu kam, habe ich aber vergessen oder vielleicht doch verdrängt? Da ist wohl auch das ein oder andere Kaltgetränk Schuld, welches ich in den letzten 20 Jahren mit dem Bierschinken vernichtet habe.

Nun schweife ich aber schon wieder ab, das passierte mir auch in den Konzertberichten immer, deswegen ruht dieses Amt auch irgendwie zurzeit.

Wow, ich hätte nicht gedacht, dass mein erster Bericht ausgerechnet Frau Doktor war. Hätte ich mir aber denken können. Keine Band habe ich in den letzten 20 Jahren so oft gesehen wie die Wiesbadener. Was ist aus der Band geworden? Tja, es gab ein neues Album in der Coronazeit, zwischendurch mal eine Auflösung und eine Reunion, wie man das halt so macht. Zwischendurch hatte Sänger Üni mit einigen Mitstreiter*innen die Band CanYouCanCan gegründet. Diese spielen 2018 auf meiner Hochzeit. Meine Frau lernte ich allerdings nicht beim Imperium kennen, wäre ja auch ein bisschen zu viel Groschenromanromantik (nices Wort, btw.), oder?

Die Geschichte des Bierschinkens habe ich mit meiner Band Frau Mansmann übrigens mal vertont, das Lied war der Hiddentrack auf unserem Debütalbum "Bio-Bananen sind von glücklichen Affen". Uff, auch schon wieder 9 Jahre auf dem Buckel! Wie, das kennt ihr noch nicht? Hier entlang!

Den Schlusspunkt setze ich jetzt einfach mal mit meinem schönsten BS-Erlebnis: Das 10-Jahre-Bierschinken-Festival im Berliner Tommyhaus!
Wer dabei war weiß warum und wer nicht dabei war ist selber Schuld, ätsch, Oi! und aus!
stefffan: Mahlzeit! Kennen gelernt habe ich diese wilde Posse auf dem Force Attack 2008 (ja, ich bin der mit dem Sprung vom Bus) und Caro plapperte im Suff irgendwas von duschenistkeinheavymetal.de und Bierschinken. Hatte mir nur ersteres gemerkt, fand ich aber doof, die Website kam so ekelhaft professionell rüber, außerdem waren da keine Bilder. Keine. Bilder. Auf Nachfrage bekam ich dann nochmals den Hinweis mit Bierschinken und zehn Jahre später hab ich wiederum im Suff "Ja, gerne, warum nicht." gesagt, als Fö mich bei irgendeinem Konzert fragte, ob ich nicht auch Rezensent bei bierschinken.net werden wollte (der Korb war wohl mal wieder viel zu voll). Und da sind wir auch schon beim Warum: ich finde das Konzept (wenn man es denn so nennen will) dahinter ziemlich gut. Musikjournalismus verachtende Punker geben sich musikjournalistisch und ihren Senf zu den Ergüssen der tausenden von sich und ihrer Sache viel zu ernst nehmenden, in Musikgruppen gegossenen Profilneurosen, nehmen kein Blatt vor den Mund, erklären anderen Punkern was Punk vor allem nicht ist und die regen sich dann auch noch darüber auf. Großartig. Außerdem hat man manchmal das Glück, so auf echt gute Sachen zu stoßen, und die Platten gibt's dann auch noch für umme. Für mich gilt hier also viel mehr der Unterhaltungfaktor, als die objektive Beurteilung von...äh...Kunst. Wenn ein Platte super ist, kann man die in den Himmel loben. Wenn aber eine Platte nicht so gut oder, noch besser, so schlimm ist, dass sie der Rezensent:in körperliche Schmerzen zufügt, dann kann das auch genau so in der Rezension stehen. Außerdem mag ich es, in Streichelzoos den Kindern das Futter für die Viecher zu klauen und bin ansonsten sehr gerne alleine. 

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