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Soli Festival am Arsch der Welt: Grenzwert, The Wolf I Feed, Emils, Propaganda Network, Shirker, Kasse 8 Mark, 30.05.2026 in Welver, Am Arsch der Welt - Bericht von niklas

Soli Festival am Arsch der Welt, 30.05.2026 in Welver

Endlich ist es wieder so weit. Eine kleine Reisegruppe macht sich aus Münster auf den Weg zum Arsch der Welt. Wir treffen uns vor dem Bahnhof und kaufen erst mal Tickets für unsere Fahrräder. Beim Betreten der Bahnhofshalle dann der Schreck: Laut Anzeige fährt unser Zug nur bis nach Hamm und nicht weiter. Wir beratschlagen uns kurz und einige Nerds befragen ihre Smartphones, laut denen die Verbindung erst noch okay ist, dann aber doch ausfällt. Wir beschließen erst mal nach Hamm zu fahren und dann mal weiter zu sehen. Am Bahnsteig wird noch die Information nachgereicht, dass wegen des gestrigen Unwetters ein Baum auf den Gleisen liegt...
So kommt es, dass wir eine deutlich längere Radtour als ursprünglich geplant unternehmen. Die ist aber tatsächlich ganz schön und verläuft relativ ereignislos. Lediglich an einer Stelle müssen wir etwas improvisieren, denn tatsächlich liegt auf unserem Weg auch ein Baum rum, der vom Unwetter gefällt wurde...
Irgendwann kommen wir doch am Arsch der Welt an und schlagen unsere Zelte auf. Dann ist es Zeit es sich gemütlich zu machen, Bier zu trinken und das Buffet zu stürmen.
Irgendwann geht dann auch das Musikprogramm los. Den Anfang machen KASSE8MARK, die andernorts ja gerne als Rausschmeißer*Innen gebucht werden.
Wie erwartet gibt es Hits quer durch die Deutschpunkgeschichte. Schon als zweiten Song gibt es "Ordinäre Liebe" von Toxoplasma und wer die Berichte hier aufmerksam verfolgt hat weiß, dass Toxoplasma-Cover mich immer begeistern.
Der Mitgröl-Faktor ist bei bekannten und beliebten Songs wie "Wochenendticket" oder "In Gotha gibts nen Laden" natürlich extrem hoch. Das Publikum ist begeistert und schon voll auf Betriebstemperatur.
Nach hinten raus noch "Pöbel und Gesocks", während neben der Bühne immer mehr Familien mit kleinen bis mittelgroßen Kindern auftauchen. Herrlich.
In der Umbaupause widmen wir uns einem anderen Highlight dieses kleinen wunderbaren Festivals: Likörchen!
Selbstgemacht und verflucht lecker. Leider aber schon viel zu früh leer...
Als nächstes auf der Bühne: SHIRKER. Hab ich bisher auch erst einmal gesehen und zwar hier.
Damals fand ich die Band nur so mittel. Heute verstehe ich wieder warum: Es gibt zwar viele viele gute Stellen und die Songs gehen meistens gut ab, aber dann kommen immer wieder so nervtötende Reggae-Parts.
Trotzdem ist der Auftritt unterhaltsam und am Ende darf auch noch ein Crewmitglied als Gastsänger auf die Bühne. Ich sach ma: Besser als beim letzten Mal.
Danach PROPAGANDA NETWORK. Die finde ich ja immer sehr stabil. Statt stumpfen Auf-die-Fresse-Deutschpunk bieten die Tiefgründigkeit und Wortwitz.
Das macht es aber auch schwierig, sich die Texte zu merken. Trotzdem finden sich ein paar Mitsingende vor der Bühne ein und geben mit ihrer Textsicherheit an.
Inzwischen hab ich die Band aber auch schon so häufig gesehen, dass ich mitsingen kann und meistens ist das gar nicht so schief...
Insgesamt ein sehr gelungener Auftritt. Das Gelände ist inzwischen auch gut gefüllt und der Möhrenkuchen ist aus, dabei hatte ich allen erzählt, der würde nicht schmecken, damit die die Finger davon lassen...hat nicht geklappt.
Nachdem ich 2023 genau hier die EMILS schon mal gesehen hatte, hab ich mir selbst die Hausaufgabe auferlegt, mal eine Platte von denen zu kaufen und mich mit der Musik auseinander zu setzen. Immerhin; die Platte hab ich gekauft. 
Deshalb weiß ich auch nicht, welche Lieder hier gespielt wurden. Die EMILS machen eigentlich auch gut Stimmung, aber viele Anwesende scheinen ein leichtes Fresskoma zu haben. Bleibt Zeit für mich Werbung für Schöni zu machen, der bestimmt viel bessere Fotos geschossen hat als ich...
Richtig ab geht es dann aber doch noch, als die Band das obligatorische Slime-Medley zum Besten gibt. Da wird es vor der Bühne plötzlich voll und alle singen mit. Hab ich kein Foto von, ihr könnt euch denken warum.
Schlagzeugerfoto! Hab ich auch schon lange nicht mehr gemacht...
Abwechslung muss sein: THE WOLF I FEED brettern im Strobolicht zwanzig Minuten pures Geballer runter. Knaller.
Als GRENZWERT beginnen, wird für den ersten Song (ausgerechnet mein Lieblingssong "Nihil agere delectat") Platz vor der Bühne wegen einer Pyroshow eingefordert. Die ist dann zwar etwas unspektakulär aber jeder hat mal klein angefangen...
Danach dann flotter Skapunk der erstaunlich hör- und tanzbar bleibt. Auch schon recht früh im Set: "Wir fordern den Linksruck der Gesellschaft!" Das wär doch wirklich mal schön!
Üblicherweise werden bei GRENZWERT-Konzerten ja tonnenweise Konfetti verschossen. Da das heute nicht geht (die Umwelt!) werden halt bunte Outfits getragen...reingefallen: die Outfits gibt es auch bei allen anderen Auftritten!
Thematisch holen die Songs mich auch meistens ab: Arbeit ist Scheiße, Bier ist super. Sowas gefällt mir.
Dank des guten Wetters ist es auch immer noch ziemlich voll am Arsch der Welt. Sieht man hier besonders gut, da ich mal wieder meine besten Foto-Skills rausgeholt habe...
Etwas emotional wird es dann auch noch, als Boris gedacht wird, der auch das Cover der neuen GRENZWERT-Platte ziert. Selbige Platte wurde mir im Vorfeld von der Band geschenkt, weil ich immer so nett über sie schreiben würde. Das Bierschinken-Berichte-Schreiben hat sich also endlich ausgezahlt!
Nach dem Konzert noch rumgammeln am Feuer, bis es zu heiß wird...
Am nächsten Morgen sitzen nur noch ein paar Versprengte an der Theke. Das ist aber kein Grund, nicht einfach noch ein paar Bier zu trinken. Ich übernehme kurzerhand die Thekenschicht und versuche die Leute, die nach und nach aus den Zelten kriechen, mit Bier und Kräuterlikör zu locken. Klappt nur so mittelmäßig.
Das für heute angekündigte Unwetter bleibt zwar aus, aber ein paar Schauer gibt es dann doch. Das verbliebene Schwein Fredi wird gefüttert und irgendwann beschließen auch die letzten anwesenden Mitglieder*Innen meiner Reisegruppe, den Heimweg anzutreten.
Dieser dauert dann doch etwas länger als geplant. Ich erspare euch das übliche Bahn-Bashing und zeige euch lieber die Lieferantinnen der Frühstückseier. Da fällt mir ein, was ich noch vergessen habe zu schreiben: Dieses Festival unterstützt, wie immer, einen guten Zweck: Alle Einnahmen werden zu 100% an die Sea Punks gespendet. Das ist schön, dafür lässt man gerne mal ein paar Euros mehr hier. Ich würde mich jetzt gerne aufs nächste Jahr freuen, aber wegen der Indonesien(?)-Tour von THE WOLF I FEED fällt das Festival da leider aus. Hoffen wir also auf einer Neuauflage in 2028.


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