Rock am Berg Merkers Tag 3: Fuchsbau, murx., The Snouters, Berlin2.0, No°rd, Tigeryouth, Smile And Burn, Produzenten der Froide, Lygo, Acht Eimer Hühnerherzen, 100 Kilo Herz, Dream Nails, Björn Peng, 06.06.2026 in Merkers, Waldstadion - Bericht von Burn
Rock am Berg Tag 3, 06.06.2026 in Merkers
Campingplatz Konzert. Von weitem höre ich Turbostaat in einer Akustik-Version. Klingt vielversprechend. Dann spielt ein Fuchsbau als Ein-Mann-Band Captain Planet Songs auf der Gitarre. Sehr schön. Da wird mir mal wieder klar, wie gut Post Punk Songs in anderer Dynamik vorgetragen funktionieren. Toll. Pop Up Konzerte gibt es viel zu wenig. Das nehme ich mal für Dortmund mit.
Die Band Murx. hatte die Idee für dieses diy-Konzert. Werbung wurde auf Pappkartons an diversen Orten auf dem Gelände platziert. Ungefähr 50-100 Personen konnten sie so mobilisieren.
Dafür, dass die Bassdrum aus einem Karton mit Wasserkanister bestand, war der Sound beachtlich gut. Musikalisch bewegen sie sich irgendwo zwischen Indie Rock und Post Punk. Das was ich höre, gefällt mir eigentlich ganz gut. Die Band behauptet aber später, dass das größte Lob ein Verriss bei Bierschinken ist. Den Gefallen kann ich Ihnen gerne machen. Das war voll scheiße, keine Hörempfehlung.
Durch das diy-Konzert habe ich leider Eule Müller verpasst, und bin erst zu The Snouters vor der Bühne. Sorry an Eule Müller. Nur ein paar wenige Menschen haben sich vor der Bühne versammelt, aber diese wenigen Menschen pflügen den Platz vor der Bühne um. Ska Punk ist eine gute Sache, um die müden Knochen nach zwei Festivaltagen nochmal zu mobilisieren.
The Snouters liefern ordentlich ab. Fast schon schade, dass sie einen so frühe stagetime bekommen haben. Etwas später mit mehr Publikum wäre ihnen zu gönnen gewesen.
Schnörkelarme Gitarren, ein hämmernder Bass und der anklagende Gesang der Sängerin lassen mich mal wieder zufrieden zurück.
No°rd mag ich auch sehr gerne. Der im Post Punk eher ungewöhnliche tiefe Gesang, prägt den Sound sehr. Leider geht er hier etwas unter. Da ich die Songs größtenteils aber kenne, ist das für mich nicht so schlimm und nur etwas schade.
Komischerweise ist es immer noch nicht so voll auf dem Gelände. Im Publikum gibt es noch einige Lücken vor der großen Bühne.
Mit Tigeryouth geht es auf der kleinen Bühne weiter. Schon toll, was die drei auf die Beine stellen. Eine Schrammel-Gitarre mag ich immer, und die Akkorde sind so schön offen gespielt. Das Schlagzeug und der Bass schieben die Songs sehr gut an.
Der Sänger wirft zwischendurch die Playlist durcheinander. Das wird aber nett überspielt. Vielleicht ist er etwas aufgeregt. Das tut dem Konzert aber keinen Abbruch. Ein sehr gelungener Auftritt von Tigeryouth.
smile and burn höre ich mir zunächst von etwas weiter weg an. Das hört sich von dort aber sehr gut an. Eine gute Schippe Punkrock wird uns geboten.
Es wird auch langsam voller. Smile and burn haben schon gut gemachte Songs, die auch auf der großen Bühne funktionieren. Gute Bühnenshow.
Jetzt wird es etwas brachialer. Produzenten der Froide spielen auf der kleinen Bühne. Oi Punk Rock. Die Stimmen vom Bassisten und Schlagzeuger passen wunderbar zu dem Gesamtsound. Dann gibt es etwas Mitmusiker-Bashing. Die beiden Gitarren werden als Eierschneider bezeichnet, weil die ständig die Saiten stimmen müssen.
Eine für dieses Festival obligatorische Übernahme der Bühne durch Aktivisten der Antifa mit einem Aufruf, den AfD-Parteitag in Erfurt zu stören. Die Produzenten nehmen die Vorlage gerne auf und spielen dazu.
Lygo haben nach eigener Aussage lange nicht live gespielt. Das merkt man ihnen aber nicht an. Sie spielen ein super Set. Sehr druckvolle Post-Punk Songs mit einem Wechsel von Gesang und Geschrei. Songs bauen sich auf, eskalieren, und fallen danach wieder in sich zusammen.
8 Eimer Hühnerherzen schaffen es mit Akustik Bass und Gitarre den Akustik-Punk auch auf ein OpenAir-Festival zu transportieren. Ein paar Songs mag ich sehr gerne. Der warme Gitarren- und Basssound ist eine wunderbare Abwechslung zu den sonst so scharfen Verzerrsounds.
Das Publikum kommt der Bitte der Band nach, auf Pyrotechnik zu verzichten, um die Bühne nicht einzunebeln. Es ist wirklich sehr schön.
100 Kilo Herz sind ähnlich wie Rogers sehr professionell unterwegs. Ich mag es ja eigentlich etwas weniger glatt. Die beiden Bläser erzeugen aber eine tolle Stimmung.
Nicht nur, dass 100 Kilo Herz musikalisch ein Feuerwerk abbrennen, auch pyrotechnisch sind sie ganz vorne dabei.
Sehr guter Auftritt. Ich mag das sehr gerne. Da höre ich auf jeden Fall mal nochmal rein, wenn ich zu Hause bin.
Nach einem kurzen Schauer kann es weiter gehen, geht es aber nicht. Hinter der Bühne gab es einen Disput zwischen jemandem von Mal Elevé und Dream Nails. Der Disput konnte nicht geklärt werden, so dass die Veranstaltenden beschlossen haben, den Auftritt von Mal Elevé abzusagen. So konnte ich es der Durchsage entnehmen. Es entsteht etwas Leerlauf, was ein wenig auf die Stimmung drückt.
Nach einiger Zeit startet Björn Peng. Es hat sich merklich geleert. Ein paar Sachen mag ich von Björn Peng, kann mich aber nach dem Schauer und der Musikpause nicht mehr so richtig auf mir etwas fremde Musik einlassen. Schade.


































Kommentare: