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Balarock Tag 2: Jaya the Cat, Heathcliff, Belvedere, Must Be Wrong, MakeWar, 20.06.2026 in Bad Laasphe, Schützenplatz - Bericht von der Redaktion

Balarock Tag 2, 20.06.2026 in Bad Laasphe

Zwen: Tag 2: Nachdem ich gestern auf der Rennstrecke von unserem Camp zur Stage einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt und dann nachts ein wenig Bröckelhusten in Bad Laasphe hatte, diskutieren wir heute erstmal, ob es sich lohnt ins Freibad zu gehen. Schnell dreht sich die Diskussion um Argumente wie "voll", "weit weg" und "generelle Ungewissheit" und dementsprechend entschließen wir uns heute, einen ruhigen Morgen am Camp zu verbringen. 
Roland der Voland: Da wir unsere Zelte strategisch geschickt so aufgebaut haben, dass sie morgens im Schatten stehen, ist es auch trotz der Temperaturen möglich, relativ lange zu pennen. Allerdings sind daher die Klamotten nicht getrocknet. Also für die Klamotten und Schuhe einen Platz in der Sonne gesucht und erstmal ab zum Frühstück.
Zwen: ...und so wird statt Freibad lieber Alhambra auf der Wiese gespielt. Wir haben es tatsächlich hinbekommen uns nicht nur die Regeln beizubringen, sondern auch eine vernünftige Runde durchzuspielen. Das Spiel selbst kann ich auch nur empfehlen. Es war sicher nicht umsonst 2003 Spiel des Jahres. Was ein Serail ist, wissen wir zwar immer noch nicht, aber das tut einer wirklich guten Partie definitiv keinen Abbruch. 
Roland der Voland: Wir hingegen starten nach dem ausgiebigen Frühstück direkt in den Frühschoppen, der dann am Nachmittag ins Grillen übergeht.
Roland der Voland: MUST BE WRONG sind dann die erste Band, die wir uns anschauen. Die drei Schweizer spielen zumeist schnellen, melodischen Punkrock. Das geht gut rein und auch die sympathischen bis lustigen Ansagen passen.
Zwen: Die erste Band, die ich mir dann irgendwann heute reintue sind HEATHCLIFF aus München. Ganz netter Skatepunk eigentlich, ich kann aber echt nicht sagen, warum das bei mir heute nicht zündet. Das Ballerschlagzeug könnte von NOFX sein und die mehrstimmigen Gesänge von Lagwagon. Dennoch finde ich die beiden Referenzbands richtig geil und Heathcliff bringen mich eher zum Gähnen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Bassist keine Schuhe trägt und seine ekelhaften Stinkemauken dann auch noch auf die Monitorbox packt. Bah! Pfui Deifel! Da kommt mir doch direkt das Frühstück wieder hoch, weshalb wir uns entschließen, wieder zum Zelt zu gehen.
Roland der Voland: Ich habe mich sehr auf Heathcliff gefreut, da ich die Band noch nie gesehen habe, das aktuelle Album aber sehr gut finde. Live gefällt mir das auch sehr gut, schon Wahnsinn, wie selbstverständlich der Truppe die teils doch recht komplexen Songstrukturen von der Hand gehen.
Zwen: Wir gehen nochmal runter zum Wagen. Dort ist das unsere Aussicht. Gut, oder? Da ist es dann auch okay, dass unsere Nachbarn eine richtig tolle Zeit in einem fast leeren Freibad hatten und zurück dann sogar noch den ominösen Shuttlebus nehmen konnten. Dafür haben sie aber nicht die Kaskaden elegant mit einem Garten verbunden. Man kann eben nicht alles haben.
Roland der Voland: MAKE WAR habe ich in den letzten Jahren jetzt auch schon öfter gesehen und immer für gut befunden. Personell scheint sich da aber was getan zu haben. Waren die nicht mal nur zu dritt? Wie auch immer, gefällt mir auch heute wieder sehr gut. Ist irgendwie auch insgesamt etwas flotter das Set, als ich es sonst in Erinnerung hatte
Zwen: Dann als nächstes BELVEDERE. Schon wieder eine Band, wo der Drummer singt. Kürzlich erschien außerdem ihr neues Album "Seven Years Of Bad Luck", was wirklich sehr stark ist. Die Band ist wirklich krass gut eingespielt und macht tierisch Laune. Zwischendurch frage ich mich dann aber doch wieder, warum mich der Auftritt so viel mehr mitreißt als heute Nachmittag Heathcliff, denn eigentlich ist das mehr oder weniger dieselbe Musik. 
Roland der Voland: Ich kann mich gar nicht mehr so recht erinnern, wann ich die zuletzt gesehen habe, ist auf jeden Fall schon etwas her, daher auch ne gute Portion Vorfreude, die nicht enttäuscht wird. Wie Zwen sagt, ist das ähnlich wie Heathcliff die Sorte Skatepunk, die doch etwas härter und komplexer ist, also so, wie ich es mag. Haben auch gut Spass inne Backen, schöner Gig. 
Zwen: Der einzige Moment bei Belvedere, der dann ein bisschen cringe ist, ist als der Gitarrist Bier in einer Ansage komplett abfeiert und alle zum Saufen animiert, dann aber ganz verstohlen statt an einem Bier schnell an seinem Wasser nippt.
Roland der Voland: Ist mir auch aufgefallen. Einige Zeit vorher habe ich den Sänger (zu dem Zeitpunkt nicht als Sänger von Belvedere erkannt) noch biertrinkend am Tresen gesehen.
Obwohl ich selbst sehr gerne Bier saufe, muss ich mit wachsender Lebenserfahrung aber sagen, dass ich mich mit Ansagen von der Bühne, die zum Saufen animieren, etwas schwer tue.
Zwen: JAYA THE CAT bekommen von mir sofort Pluspunkte. So wird hier auf die stinkende Nebelmaschine verzichtet und stattdessen werden ein wenig Seifenblasen ins Publikum geblasen. Außerdem trägt Geoff Flipflops. Flipflops sind Schuhe für Leute , die gerne barfuß sein würden, aber anders als Leute von Heathcliff Respekt vor ihren Mitmenschen haben. Jaya The Cat haben hingegen sogar noch Respekt vor ihren Mitmenschen, wenn sie ordentlich angesoffen sind, zumindest dreht nicht nur die Pulle Jameson ihre Runden über die Bühne. 
Zwen: Jaya The Cat haben einen neuen Gitarristen. Dieser kommt aus Düsseldorf. Es ist aber nicht Faf. Trotzdem sieht der lockige Typ mit dem AC/DC-Shirt und der Halskette aber zu 100% so aus als hätten die Band ihn direkt aus einem Venloer Coffeeshop geholt. 
Zwen: Die Setlist mit "Twist The Cap", "Hello Hangover", "Sweet Eurotrash", "Amsterdam", Convenience Store" und "Huddersfield Rain" gefällt mir auch ausgesprochen gut. Außerdem wird ein neues Album angekündigt, von dem es auch die ein oder andere Nummer zu hören gibt.
Roland der Voland: Zu Jaya The Cat kann ich einfach dem Bierschinken-Universum nichts sinnvolles mehr hinzufügen. Außer, auch dieses Mal: einfach toll.
Zwen: Von meiner Seite auch nichts mehr. Dieses Foto sagt doch eh alles.
Roland der Voland: Mit kurzem, aber schönem Feuerwerk endet der Live-Abend, bevor es in die Aftershow Party übergeht. Ich verkrieche mich aber ins Zelt, es war ein schöner, aber auch heißer und somit anstrengender Tag. Das war mal wieder sehr schön hier beim BALAROCK, sofern es sich einrichten lässt, werde ich nächstes Jahr sicherlich wieder am Start sein.
Am Sonntag Morgen gibt es auch nochmal ein ordentlich heftiges Gewitter, aber zum Frühstück ist wieder alles fein.
Zwen: Bei uns genauso. Absolut großartiges Festival übrigens. Auch wenn es am Anfang für uns ein wenig chaotisch war, war es doch in der Schlussbetrachtung einfach nur wunderbar. Tausend Dank an die Rockpalast Laasphe-Crew.


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