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Balarock Tag 1: Ratsalad, Maid Of Ace, Skameleon, 47 Million Dollars, 19.06.2026 in Bad Laasphe, Schützenplatz - Bericht von der Redaktion

Balarock Tag 1, 19.06.2026 in Bad Laasphe

Zwen: Monatelang haben mich jetzt Bandankündigungen und Bala-Veteran Roland auf dieses Festival heiß gemacht, heute ist es endlich soweit. Vorher noch schnell meine Mitfahrerin eingesammelt. Da der Zug aus Dortmund heute nicht bis nach Altenhundem sondern nur bis nach Finnentrop tuckert, bin ich dementsprechend noch eine kleine Extrarunde gefahren, dann geht es aber los. Jedenfalls kommen wir am Freitag irgendwann zwischen 16 und 17 Uhr an und erleben dort erstmal eine Überraschung. Der Caravanplatz wäre wohl trotz von mir erworbenen Ticket bereits voll. Die Secus leiten uns auf eine Wiese, die am Fuße des Berges gelegen ist. Der Schützenplatz liegt ganz oben auf dem Berg. Naja, es gibt Schlimmerers, aber ein Dixi auf der Wiese, die wohl auch ein Regenrückhaltebecken ist, wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Außerdem wird uns mitgeteilt, dass es einen Shuttle-Bus gibt. Das stimmt auch. Leider fährt der nur nachmittags zu bestimmten Zeiten und dann gar nicht mehr. Ist aber auch egal, dann auf der Campingwiese unten hält er sowieso nicht. Selbst als wir das Kind der Nachbarin auf die Fahrbahn gestellt haben, wurde nicht vom Gas runter gegangen. Naja, egal, dann laufen wir halt 10 Minuten den Berg rauf. Geht eigentlich. 
Roland der Voland: In der Tat habe ich dieses schöne Festival letztes Jahr schon besucht. Dieses Jahr gibt es schon am ersten Tag Programm auf der Hauptbühne, letztes Jahr spielten die Bands da noch ebenerdig neben der Theke. Es ist am Freitag dann auch deutlich voller als letztes Jahr. Zudem wurden Wohnmobil- und Zeltflächen verdoppelt. Dass Zwen dennoch keinen Platz oben bekommen hat, ist natürlich schade. Aber der Fairness halber sollte man noch erwähnen, dass Wochenendtickets mit Wohnmobil- oder Zeltberechtigung keinen Cent mehr gekostet haben, als die von Tagesgästen.
Zwen: Hier übrigens die sanitären Anlagen für Herren. Geil, oder? Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich sowas überhaupt mal gesehen habe.
Roland der Voland: Was sich nicht geändert hat, sind die Urinale. Mensch pinkelt hier einfach gegen die Wand. Ich weiß noch, dass ich letztes Jahr in diesen Raum gekommen bin und dachte, ich wäre irgendwo falsch abgebogen auf dem Weg zu den Urinalen. Bis dann jemand reinkam und gegen die Wand pinkelte. Da habe ich verstanden, dass das so gehört.
Der Sänger von MakeWar hat sich am Samstag auch darüber amüsiert.
Zwen: So, Waden gestählt, Wasser rausgelassen und ein Kaltgetränk in der Hand. Erstmal bei BOLZENSCHUSS reingucken. Musikalisch ist das so eine Mischung aus deutschsprachigem Skate- und Hardcore-Punk, wobei die Texte eingängig, aber merkwürdig sind.
Roland der Voland: Ich glaube, Bolzenschuss waren ausgefallen und das waren 47 MILLION DOLLARS.
Zwen: Jau! Das wurde sogar kommuniziert und die Band hat es mehrmals gesagt...ups!
Zwen: So extrem drauf gefreut, jetzt endlich vor mir: RATSALAD! Deren neues Album geht gerade richtig steil und somit verwundert es auch nicht, dass viele Songs von eben diesem gespielt werden.
Roland der Voland: Mir wurde die Band auch wärmstens empfohlen. Vor allem von Besuchern des Freak Valley Festivals, das ganz in der Nähe in Netphen vor zwei Wochen stattfand. Und die Lobeshymnen wurden nicht zu unrecht gesungen, mich überzeugt die Band komplett. Vor allem die Sängerin, aber nicht nur: die ganze Band ist extrem agil auf der Bühne. Zudem gibt es zusätzliche Abwechslung, indem auch mal der eine Gitarrist oder die Drummerin das Mikro übernimmt.
Ein Konzertbesuch dieser Band sei jedem ans Herz gelegt.
Zwen: Irgendwann springen Teile der Band von der Bühne und ziehen eine absolut verrückte Show ab, die aus akrobatischen Einlagen und Bier aus Schuhen trinken besteht. Ich vermute, ihr ist die Bühne zu klein geworden um zeitgleich einen Handstand zu machen und Bass zu spielen.
Zwen: Ratsalad haben mir so gut gefallen, dass ich noch ein Shirt haben möchte. Leider habe ich kein Bargeld dabei und Paypal ist auf meinem neuen Handy noch nicht aktiviert. Egal, ich bin gut angesoffen und fest entschlossen, eine Lösung zu finden. Tatsächlich scheint die einzige Lösung aber zu sein, sich erstmal ein Shirt zurücklegen zu lassen und dann schnell zum Auto zu gehen und Geld zu holen. Auf dem Rückweg treffe ich meine Reisebegleitung, die auf mich warten möchte, was mir ein schlechtes Gewissen macht, weil ich sie nicht lange warten lassen möchte. Aus diesem Grund beschließe ich, den Hang nach oben zu sprinten. Wir wetten um Bier, dass ich das in 7 Minuten schaffe. Um zu kontrollieren, rufe ich nochmal kurz vom Auto aus an. 5 Minuten, viele komische Blicke und sehr viel Schweiß später bin ich wieder zurück. Geil! Reserviertes T-Shirt schnell geholt, in einem unverständlichen Brabbel-Anfall auch der Band schnell die Geschichte erzählt und dann kann es auch schon weiter gehen mit der nächsten Band.
Zwen: Zu MAID OF ACE zieht sich der Himmel ein wenig zu. Das hält die Vier aber auf gar keinen Fall ab. So wird ein Set gefeiert, dessen Motto "so melodiös wie nötig, aber so brachial wie möglich." lauten könnte.
Roland der Voland: Maid of Ace habe ich nun wirklich schon häufig gesehen und schlecht waren die Auftritte nie. Heute gefällt mir das aber nochmal ausnehmend gut. Und das, obwohl ich den Auftritt größtenteils von etwas weiter weg überdacht verfolge, da es angefangen hat zu regnen.
Zwen: Übrigens finde ich Wertmarken bekanntlich generell eher scheiße, bei dem Design hier kann man aber wirklich nichts sagen und ich glaube wir haben es tatsächlich mal geschafft alle Wertmarken perfekt aufzubrauchen und nicht eine unbestimmte Anzahl davon innerhalb der nächsten Tagen in irgendwelchen Taschen oder Ecken zu finden.
Zwen: Nach Maid Of Ace sollen dann noch SKAMELEON spielen, es zieht jedoch ein Gewitter auf, weshalb der Auftritt nach hinten verschoben wird. Wir nutzen das als Gelegenheit um den Absprung zu finden und flüchten uns in den Faradayschen Käfig.
Roland der Voland: Wir nutzen die Zeit bis zur Band zum Kickern und Nageln, also Drahtstifte in einen Hauklotz hämmern. Überhaupt gibt es eine "Spieleecke" mit Kicker, Nagelklotz, Dartscheibe, Tischtennis und Airhockey.
Roland der Voland: Dann beginnen SKAMELEON. Der Bandname trifft auch ganz gut zu, spielt die Band doch bekannte Mainstream-Hits als Party-Ska-Version. Das klingt jetzt erstmal ziemlich grausam, tatsächlich ist das aber ziemlich gut umgesetzt und mit viel Spielfreude dargebracht. Das geht doch gut in die müden Beine.
Allerdings wollte sich das Wetter einfach nicht der Gudde-Laune-Mucke anpassen. Denn dem Gewitter, weswegen der Auftritt verschoben worden war, folgten noch zwei weitere, sodass der Auftritt zweimal unterbrochen wurde. Dennoch harrten erstaunlich viele Gäste aus und so war die Stimmung am Schluss noch super, trotz nach wie vor starkem Regen und Badewanne vor der Bühne.
Gegen halb zwei begebe ich mich ins Zelt: Nach dem Auftritt hat es aufgehört zu regnen...


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