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Samstag, 01.08.2020: Punk in Australien Teil 3


When The Algorithm Brings You Down Under! A Not So Short Guide To Current Aussie Punk Part III



Noch immer habe ich nicht den Weg aus dem Dschungel des australischen Punkrocks gefunden und schlage mich daher mit meiner Machete bestehend aus den Tasten ENTER und DELETE durch das digitale Strauchwerk, um endlich zu neuen Ufern aufbrechen zu können. Zwischenzeitlich ging mir beinah die Puste aus, so dermaßen dicht und zu gewuchert scheint dieser Urwald zu sein. Für einen Moment ausgeknockt von einem harten Schlag auf die Nase durch ein rasendes Skinguru und angespuckt und ausgelacht von einem Punkaburra musste ich mich eine Zeit lang auf einer Lichtung niederlassen und kostete dort schwer angeschlagen den Nektar derer Früchte, die ich bisher auf meinem Weg aufgesammelt habe. Nun ist zum wiederholten Male Nacht geworden und um mich herum raschelt und knackt es im Unterholz und Angst oder vielleicht auch eines der hier zahlreich vorkommenden tödlichen Insekten kriecht mir am Bein herauf. Also raffe ich mich wieder auf und renne, wie von der Tarantel gestochen, blind in die Nacht hinaus und gleichzeitig immer tiefer in die grüne Hölle hinein, um diese Reise und somit auch dieses Mammut-Projekt endlich zu Ende zu bringen. Dabei schreien mich von allen Seiten erneut die diesen Ort beheimateten und zum Teil nicht nur obskur klingenden, sondern auch manches Mal wild aussehenden Vertreter der von uns allen hier so geliebten Subkultur an. Welche Entdeckungen ich auf meiner letzten Etappe noch gemacht habe, könnt ihr nun im Folgenden lesen.

Wie immer lassen sich die Sounds der australischen Fauna unter der jeweiligen Erläuterung über das Klicken auf den Link nachvollziehen, dabei habe ich euch direkt auch mal zur leichteren Orientierung einen Anspieltipp angefügt, damit ihr nicht genauso "lost" seid wie ich. Eine Playlist mit einem Best-Of dieser Tiergeräusche findet ihr hier oder unter dem Namen des Artikels auf meinem Spotify-Profil. Ebenfalls gilt auch in diesem letzten Teil meiner Australien-Exkursion wieder, berücksichtig wurden nur Tiere, deren Aktivitäten in den letzten Jahren beobachtet werden konnten und die nicht schon lange als ausgestorben gelten.


SCABZ:

Die sich selbst als "Newtons shittest Band" bezeichnenden SCABZ haben es faustdick hinter den Ohren, denn dieses sich selbst verpasste Label ist ganz klar eine dicke Mogelpackung. Die Band liefert nämlich mal eben und so mirnichtsdirnichts ein ganzes Paket an richtig starken Tracks ab und das, obwohl sie bisher nicht mal ein Album draußen haben. Wer einmal ein Ohr riskiert und sich ihre Singles zu Gemüte führt, sollte eigentlich sofort von Songs wie "Brett Lee`s Got No I.D." oder "Feel Good Summer" mitgerissen werden.

Anspieltipp: Brett Lee`s Got No I.D.

https://www.facebook.com/SCABZBAND/

THE HARD ACHES:

THE HARD ACHES: Diese Band aus Adelaine ist wohl das australische Pendant zu der Emo-Punk-Band THE SMITH STREET BAND aus den USA. Irgendwo zwischen Alternative Rock, Punk und Singer-Songwriter spielen sie Songs, in denen sie Geschichten aus dem Leben erzählen. Ganz ohne sich dabei hinter verklausulierten Phrasen zu verstecken, so dass sich jeder, der sich darauf einlassen kann, schnell in ihnen wiederfinden kann.

Anspieltipp: Glad That You're Gone

https://thehardaches.bandcamp.com/

PRESS CLUB:

Die Band aus Melbourne hat mit ihrem Album "Late Teens" direkt von Beginn an einen starken Start hingelegt, legten mit "Wasted Energy" nochmal stark nach und haben nun kürzlich mit "Insecurities" noch eine richtig gute EP oben drauf gepackt. Von Beginn an blieben sie dabei ihrem Konzep treu und vermischen Indie und Punk mit ein bisschen Garage. Wenn Sängerin Natalie richtig los legt, bleibt kein Stein auf dem anderen, so viel Power steckt in ihrem manchmal leicht übersteurendem Gesang. Oft schreit sie alles zusammen, an anderen Stellen singt sie harmonisch und klar zu leiseren Klängen, die sich meist aber in der Minderheit präsentieren.

Anspieltipp: Surburbia

https://pressclub.bandcamp.com/

FRENZAL RHOMB:

FRENZAL RHOMB: Natürlich darf FRENZAL RHOMB bei einer solchen Auflistung nicht fehlen, gehören sie doch zur Australiens royaler Punkrock-Familie. Die australischen NOFX gibt es schon seit 1991 und sind daher beileibe kein Geheimtipp mehr, sondern gelten als eine der bekanntesten australischen Independent-Bands, die bereits auf einen prall gefüllten Katalog an Veröffentlichungen verweisen kann. Mit "Hi Vis High Tea" kam 2017 ihr nach wie vor aktuellstes Album raus, dessen ausführliche Besprechung ihr hier nachlesen könnt. Wie jeher gibt es darauf messerscharfen und teils asozial frechen Melodic-Punk, versetzt mit so manchen Ferkeleien, Frechheiten und Ellbogenhieben, zu hören.

Anspieltipp: Cunt Act

https://frenzalrhomb.bandcamp.com/

BEING JANE LANE:

BEING JANE LANE: Hier haben wir es mit einer All-Female-Punk-Band aus Brisbane zu tun. Die fünf Frauen haben es wirklich drauf, mitreißenden Melodic Punk zu spielen, bei dem die Sängerin ihre Bezeichnung ohne jeden Zweifel verdient hat. Melodiebögen so weit das Auge reicht! Jedem Fan von Melodic-Punk, dem das hier nicht gefällt, ist nicht mehr zu helfen!

Anspieltipp: Be Okay

https://beingjanelane.bandcamp.com/

THE CHATS:

THE CHATS: Drei Typen mit einer Vorliebe für komische Frisuren und ausgiebigen Alkoholgenuss spielen zackigen und flotten Pub-/Punkrock. Ganz früh in ihrer Karriere, als sie noch nicht mal die Highschool absolviert hatten, hatten sie schon mit dem Video von SMOKO einen viel geklickten Hit auf einer allseits bekannten Video-Plattform. Vor kurzem erschien mit "High Risk Behaviour" ihr neues Album.

Anspieltipp: SMOKO

https://thechatslovebeer.bandcamp.com

ABOLICIÓN:

Thematisch widmet sich diese Melbourner Punk-Band mit einem herausragenden Bassspieler und mit ihrem gebürtig aus Peru stammenden Sänger und Gitarristen Pedro Allemant hauptsächlich den Tierrechten und predigt somit natürlich den veganen Lifestyle. Nach einer EP kam im August 2017 ihr erstes Album „Songs of Justice“

Anspieltipp: The Perversity Of Hunting

https://abolicion.bandcamp.com/

SOMETHING SOMETHING EXPLOSION:

Dieses Trio um Sängerin Grace wurde stark von Bands wie NOFX, BODYJAR und FRENZAL RHOMB beeinflusst und, wie ich finde, auch von GUTTERMOUTH. Auf ihrer EP "Propaganda Machine" machen die Melbourner aus der Sicht eines Anfang zwanzigjährigen Stunk gegen alles was ihnen stinkt und avancieren dabei zu einem der heißesten Anwärter für eine Aufnahme in den Reigen der aktuellen FAT WRECK Bands.

Anspieltipp: Propaganda Machine

https://somethingsomethingexplosion.bandcamp.com

TOPNOVIL:

Für dich haben echte Punks Irokesen und tragen Nietenjacken? Dann war ja noch nicht wirklich was für dich dabei! Mit TOPNOVIL aus Wollongong, die räudigen und klar amerikanisch beeinflussten Streetpunk spielen, sollte diese Lücke allerdings geschlossen sein. Mich erinnert die Musik der vier immer wieder an das erste Solo-Projekt des ranzigen, gesichtstättowierten Lars.

Anspieltipp: Lone Wolfe

https://www.facebook.com/Topnovil/

THESE NEW SOUTH WHALES:

Hinter diesem bescheuerten Bandnamen versteckt sich eine Gruppe, die in den letzten Jahren in Australien zu einem Phänomen geworden sind. Nicht nur, dass sie einen Haufen richtig guter Songs in petto haben, die Punk-, New-Wave- sowie Goth-Einflüsse vereinen, sondern sie haben nebenbei aus eigener Hand noch einen Podcast und eine gefeierte TV-Serie in Form einer Mockumentary auf die Beine gestellt. Diese Serie hat es mittlerweile auf drei Staffeln gebracht, die zum Teil auf Comedy Central liefen!

Anspieltipp: Cholesterol Heart (God Bless Ya)

https://thesenewsouthwhales.bandcamp.com/

RADOLESCENT:

Songs über Drogen im Programm von Punkbands gehen doch immer, oder? Somit auch bei dieser Band von der Goldküste Australiens. Angenehm verzerrt rockt sich die Band durch den englischsprachigen Punk der 70er und 80er Jahre und transportiert ihn, nach gelungener Frischzellenkur, in das Heute.

Anspieltipp: Drug Fiend

https://radolescent.bandcamp.com/

GELD:

Du bist in Sachen Härte noch nicht befriedigt mit dem, was dir in diesen drei Listen geboten wurde? Dann kann wahrscheinlich nur GELD aus Melbourne dein Verlangen stillen. Schnell und mit viel Gegrowle, Geschrei und Gekreisch pflügt diese Band mit lärmenden Feedback-Gitarren alles und jeden um, der nicht schon durch pausenlosen Grindcore-Konsum komplett abgestumpft wurde und scheut sich dabei nicht vor dem Experiment, dieses Krach-Gewitter auch noch durch ein Saxofon zu bereichern.

Anspieltipp: L.O.W.A.G

https://geld.bandcamp.com/

BLEEDING KNEES CLUB:

Diese Gruppe empfahl mir mein Freund Freddy! Wie der Name schon vermuten lässt, hat sich hier eine Bande von Rollbrett-Fanatikern versammelt, um abseits der Half-Pipe in musikalischem Sinne ein paar Kick-Flips hinzulegen. Das machen sie derweil so gut, dass sie es sich leisten konnten, für die Aufnahmen zu ihrem ersten Album nach New York rüber zu jetten. Diese ist gefüllt mit bluesigen und recht einfach gehaltenem LoFi-Punk, bei dem der Spaß im Vordergrund steht.

Anspieltipp: Burning Crosses

https://bleedingkneesclub.bandcamp.com/

THE DECLINE:

Skate-Punk Band aus Perth, die 2005 gegründet wurde, ihre erste Veröffentlichung erschien 2008, ihre letzte Veröffentlichung ist eine 7-Inch von 2017. Durch ihre ausgedehnten Touren in Australien, Japan und Europa haben sie sich mit ihrem 90`s Melodic-Punk schon eine Menge Fans erspielt und sollten somit schon so einigen von euch ein Begriff sein.

Anspieltipp: Beat The Clock

https://thedeclinemusic.bandcamp.com/

C.O.F.F.I.N:

Diese Band sorgte mit ihrem Song "White Dog" bei mir das ein oder andere Mal für ordentlich extra Systolen. Der Song baut sich zu Beginn langsam, düster und fies, in Begleitung eines Didgeridoo auf, bevor er dann in wütenden und wuchtigen Punk übergeht. Er behandelt den Rassismus und die ungleiche Behandlung, den sich die australischen Aborigines ausgesetzt fühlen. Aber auch alle weiteren Titel der Band sind nicht ohne, gerade die manchmal Richtung Thrash abdriftenden Gitarren und der brutal und harsch agierende Sänger, der gleichzeitig die Drums bedient, sind der Hammer!

Anspieltipp: White Dog

https://coffin-aus.bandcamp.com/

THE DARRANS:

Es folgen zwei Bands, die beide einen sehr rauen und aggressiven Punkrock zu spielen pflegen. Beginnen wir mit den Darrans, dessen widerspenstiger Sänger und ihre dahin geschmetterten Gitarrenläufe sind wirklich eine Macht. Die Band versteht es, althergebrachten Hardcore-Punk/Punkrock (vergleichbar z. B. mit Reagan Youth) mit einer wohl dosierten Portion Heavy Rock zu vermischen. Es ist mir unverständlich, warum diese Band noch nicht mehr Aufmerksamkeit genießt. So erbarme sich doch bitte ein Label aus Europa und veröffentliche schnellstmöglich ihr Material auf diesem unseren Kontinent.

Anspieltipp: No One

https://thedarrans3rd.bandcamp.com/

ASCOT STABBER:

Punk aus dem Underground für den Underground. Diese Band ist definitiv nichts für große Festival-Bühnen und den Geschmack der breiten Masse! Dafür ist ihr von den Bands der 80er Jahre beeinflusster Hardcore-Punk viel zu wild und angepisst. Unzufrieden mit dem Status Quo der Welt, kotzen sie sich über die Auswüchse unseres modernen Lebens aus und wirbeln dabei mal ganz nebenbei die australische Hardcore-Punkszene durcheinander.

Anspieltipp: Blank Mode

https://ascotstabber.bandcamp.com/

HANNY J:

Neben ihrer Tätigkeit am Bass bei den CLOWNS ist Hanny noch als Sängerin und Songwriterin in ihrem Solo-Projekt aktiv und haut zudem auch hier kräftig in die Saiten. Sie tourte damit sogar schon durch Australien und Europa an der Seite von Erica Freas (RVIVR). Akustisch, folkig, emotional bis sentimental und wirklich stark im Gesang, fragt man sich beim Hören ihrer Songs, warum sie nicht öfter bei den CLOWNS zum Mikro greift.

Anspieltipp: Conditional Love

https://hannyjmusic.bandcamp.com/

DUMB PUNTS:

In Jeans und Leder gehüllt macht sich diese Band daran, mit ihrer schroffen und lärmenden Musik die australische Rockwelt zu revitalisieren. Textlich sind ihre Songs durchzogen von Paranoia, Zweifel an der Lage der Welt, dem Erwartungsdruck der auf vielen Menschen lastet, die wie verrückt im Hamsterrad rotieren, während die Songs von musikalischer Seite aus treibend und pulsierend vor Energie sind und einen Vibe versprühen, dem man kaum zu widerstehen vermag.

Anspieltipp: Chiller

https://dumbpunts.bandcamp.com/



Peter 08/2020
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