Ruhrpott Rodeo Festival Tag 1: Sondaschule, Hatebreed, Mobina Galore, Team Scheisse, Buster Shuffle, Christian Steiffen, Schmeisig, Krashkarma, The Headlines, 30.06.2023 in Hünxe, Flugplatz Schwarze Heide - Bericht von der Redaktion
Ruhrpott Rodeo Festival Tag 1, 30.06.2023 in Hünxe
Yeah! Eine neue Variante: wir treffen uns bei der Bändchenausgabe und sehen uns anschließend am kompletten Wochenende nicht mehr wieder :-D! Leider haben kurz vorm Festival zwei potenzielle Highlights abgesagt (100 Kilo Herz, und bei AKJ ist es ja mittlerweile schon ein "Running-Gag" - Gute Besserung!), aber sowas hält uns ja nicht auf ;-)! Beim Ankommen war schon irritierend, dass der Campingplatz ungefähr 1/3 kleiner als in den letzten Jahren war. Und so ergab es sich, dass wir schon Freitags gegen 11 Uhr nur noch einen Platz zwischen Rettungsweg und Pissrinne (Zaun) bekommen haben. Zwischendurch fragten wir uns, wo diese ganzen Menschen, die noch nach uns ankamen, wohl hinziehen sollen. Erst auf der Rückfahrt fiel uns dann auf, dass einige den Campingplatz offenbar eigenmächtig erweitert haben (hätten wir das gewusst, wären wir vermutlich dabei gewesen). Und so hatten wir zwar nicht die gewohnten langen Wege, waren dafür genau im Schallkegel des "Discozeltes" am Campingplatz-Eingang, was sich dann später noch als großes Problem erweisen sollte...
SCHMEISIG rufen zum Nachmittags-Schoppen. Zwar nur kurzes Set, aber dennoch kommt man schnell in den Schmeisig-Flow und der Auftritt verbreitet gewohnt gute Laune. Die Band hat ihre Kinder mitgebracht (Schmeisig-Minions), die am Bühnenrand tanzen und auch mal (betreutes) Crowdsurfing machen dürfen. Ein Spaß für die ganze Familie.
Nächste Band die ich sehe, sind THE HEADLINES. Kannte ich zuvor auch gar nicht und gehe nur hin, weil es gut klingt, was da von der Bühne schallt. Wir haben nämlich auch dieses Jahr als Treffpunkt diesen tollen Platz, wo man sowohl beide Bühnen sehen (und hören) kann, als auch die nächste Theke in Rufweite hat. Und wenn man was hört, was gefällt, ist man ruckzuck vor der entsprechenden Bühne.
The Headlines also mir zuvor unbekannt. Aus Schweden kommen die, wie meine Nachrecherche ergeben hat. Musik würde ich einfach als Punkrock beschreiben, relativ melodisch mit rauer Stimme, aber nicht dieser Gainesville-Sound. Fand ich echt gut und behalte die im Auge und nehme mir vor, die auf dem Rebellion Festival anzusteuern.
Wir machten uns erst zu MOBINA GALORE auf zum Festivalgelände. Blöd dabei: nur wenige Tage nach dem Festival schaffen es ERSATZKOPF dann doch endlich mal unsere Aufmerksamkeit zu erregen, und schon finden wir es schade, die Band verpasst zu haben. Naja, dann eben beim nächsten Mal...
Gude Laune gibt es auch bei BUSTER SHUFFLE. Ein bestens aufgelegter Jet Baker führt gekonnt durchs Konzert und löst sich dazu immer wieder auch vom Piano. Aber auch der Rest der Band sorgt für einen guten Auftritt.
KRASHKARMA machen rhythmischen Hardrock mit Metaleinflüssen würde ich sagen. Musikalisch ist das nicht sowas besonderes, eher wie das Duo live agiert, denn zum einen werden durch eine Spezialgitarre Bass und E-Gitarre auf einem Instrument gespielt (durch WIZO-Basser Ralf Dietel) zum anderen sitzt Schlagzeugerin Nicole Skiskimas gefühlt die wenigste Zeit auf dem Hocker, sondern steht viel und turnt auch sonst viel über die Bühne. So vom Weiten war das Konzert ganz nett anzusehen. Was nicht heißen soll, dass es vom nahem nicht so war, aber ich stand halt hinten.
Das nächste Highlight: TEAM SCHEISSE!
Habe ich nur von hinten ein wenig verfolgt. Dass die Band aktuell mega gehypt ist, habe ich wohl mitbekommen, mich ansonsten aber noch nicht mit beschäftigt. So richtig gepackt hat mich das dann auch nicht.
Tja, Anfangs stand ich diesem "Hype" auch sehr skeptisch gegenüber, aber spätestens seit dem Hitalbum "042124192799" weht hier auch die kackbraune Fahne... ;-)! Jeder Song ein kleines Kunstwerk (lyrisch und musikalisch)!
Habe ich nur von hinten ein wenig verfolgt. Dass die Band aktuell mega gehypt ist, habe ich wohl mitbekommen, mich ansonsten aber noch nicht mit beschäftigt. So richtig gepackt hat mich das dann auch nicht.
Tja, Anfangs stand ich diesem "Hype" auch sehr skeptisch gegenüber, aber spätestens seit dem Hitalbum "042124192799" weht hier auch die kackbraune Fahne... ;-)! Jeder Song ein kleines Kunstwerk (lyrisch und musikalisch)!
Zu einem Song wurden ausdrücklich die weiblich gelesenen Menschen nach vorne gebeten, damit diese auch mal etwas Spaß haben können. Blöd dabei: beim nach vorne gehen gibt es von den (bisher) dort stehenden Männern dämliche Sprüche, und als der Song losgeht wird alles hemmungslos weggepogt... - bestätigt dass auch auf "unseren" Festivals solche Ansagen leider weiterhin und wieder und wieder nötig sind (zumindest bis es endlich funktioniert)!
Zu den DWARVES gabs etwas Sightseeing auf dem Festivalgelände, dann ging es weiter mit CHRISTIAN STEIFFEN
Und zu "Ja Ja Die Punkmusik" kam dann auch noch BELA B auf die Bühne (und verpatzte gleich mal seinen Einsatz ^^)
Auf jeden Fall eine gelungene Überraschung, nächstes Jahr kann er dann ja noch seine beiden Kollegen mitbringen ;-)
So, dann HATEBREED ganz nach vorne, bäm. Eigentlich nicht meine allerliebste Hardcore Band, war mir immer etwas zu dicke Butze, wobei sie unbestritten ihre Hits haben (ich kenne allerdings nur die aus den 90ern...). Aber was ist das? Den Sänger hatte ich als jungen, prolligen bandanatragenden Glatzkopf in Erinnerung. Jetzt shoutet sich Jamey Jasta als knuffiger, zotteliger Midager durchs Konzert. Ich meine klar, älter wird man nunmal. Aber die Attitüde war für mich gefühlt doch eine andere und das Konzert macht richtig Spaß. Auch im Publikum, es geht zwar zur Sache, artet aber nicht aus und alle sind im Rahmen der Möglichkeiten rücksichtsvoll. Schön war das.
Könnten das CRO-MAGS sein? Ich bin mir nicht sicher... Auf jeden Fall habe ich die von Ferne gesehen und zum ersten Mal. Habe ich als ganz gut abgespeichert. Aber viel hängen geblieben ist nicht, war damit beschäftigt Bier zu trinken und mich von Hatebreed zu erholen.
Denn jetzt geht es zu SONDASCHULE wieder ganz nach vorne. Und die Mülheimer (a.d.R.) können den Headliner-Slot problemlos füllen. Es ist für die späte Uhrzeit auch noch erstaunlich voll, wie ich finde. Kommt alles sympathisch rüber, gute Laune inklusive. Es werden hauptsächlich Lieder der letzten Alben gespielt, da sind auch genug Hits drauf. Die SaufiSaufi-Lieder werden ignoriert und hamse auch nicht mehr nötig. Runde Sache auf jeden Fall. Wobei das Publikum mir irgendwie weniger rücksichtsvoll vor kam, wie noch zuvor beim Metalcore. Aber vielleicht war ich auch einfach nur schon etwas kaputt. Das ist dann auch das Stichwort, ab zum Zelt, eine Gute-Nacht-Büchse und -Kippe, bei denen man kurz gemeinsam den Tag Revue passieren lassen kann und ab ins Bett. Kommen ja noch zwei Tage!
Die heutige "Spezialaktion": Mit Bier gefüllte Feuerlöscher! Sind aber nicht nach vorne um zu probieren, ob es es nicht evtl. doch nur Wasser war ;-)
Anschließend geht's zurück zum Zelt, nur um dort dann festzustellen dass die komplette Nacht mit fucking Eurodance und ähnlichen Scheußlichkeiten in hemmungsloser Lautstärke bespielt wird, und so an "Schlaf" kaum zu denken ist. Bei 90bpm kommen Körper & Geist halt nicht sonderlich gut zur Ruhe...und morgen geht's schon weiter.





























Kommentare:
Link zum Video, wo die Band Unantastbar genau diese Verbindung ebenfalls bestätigt:
https://www.facebook.com/unantastbar/posts/10154871661629076
Schade, dass so eine Band noch immer in (vermeintlich) linken Zusammenhängen gebucht wird.
Keine Ahnung was das für ein Song war oder ob das eine ernstgemeinte Ansage war oder sie ironisch sein sollte, wir sind nach der Ansage gegangen.
Eine Band mit absolut fragwürdigen Ansichten, die genau wie The Headlines keine Plattform auf solchen Festivals verdient haben sollte.
Was dabei dann rauskommt, ist nun wieder offensichtlich. Einfach mal einen frauenverachtenden Song spielen und sich bei der Ankündigung noch selbst dafür abfeiern. Natürlich ist die Band mit ihrer Hufeisentheorie auch immer moralisch überlegen, da sie sich selbst als "unpolitisch" bezeichnet, was dazu führt mit NSBM Bands zu spielen oder auf dem Ruhrpott Rodeo.
Am Ende wird von denen dann alles mal wieder unter dem Motto "Meinungsfreiheit" gelabelt genauso wie das Geschwurbel von Tom Angelripper während der Pandemie.
"es sollte gegenenfalls mit NSBM Bands zu spielen heißen."
Das bezog sich auf deren Statement bzgl. des Steelfest.
Es gibt mittlerweile einige Bands mit FLINTA* Anteil und am Ende siehst du auf den Konzerten in NRW oder in anderen Ballungsräumen immer die gleichen Bands mit FLINTA* Anteil.
Die Vielfalt muss schon mehr außerhalb von Punkkonzerten gesucht werden, damit du am Ende nicht wieder die gleiche Band zum 1000. Mal mit irgendwelchen reinen Männerband sehen musst.
Andererseits fressen auch zu viele das, was z.B. das Ruhrpott Rodeo einem da auftischt und sind da auch gar nicht so sehr interessiert, dass sich das ändert. Deshalb wird sich da gar nicht so viel bewegen, da das bestehende Konzept am Ende des Tages doch wieder aufgeht.
Manche Festivals haben seit gefühlt über 20 Jahren die gleichen Headliner und das scheint dann irgendwie immer wieder zu funktionieren.
Wo ich absolut bei dir bin, bezüglich Rodeo: "Deshalb wird sich da gar nicht so viel bewegen, da das bestehende Konzept am Ende des Tages doch wieder aufgeht." Der Rubel rollt halt trotzdem. Der würde sicher genauso gut rollen, wenn Maid Of Ace weiter oben stehen würden und auf mehr Diversität tatsächlich geachtet werden würde. Dass Alex Schwers damit Geld verdient halte ich auch für legitim. Und er ist auch authentisch und ganz sicher Teil der großen Punkrock-Szene (die sich halt dann in verschiedene Bereiche splittet). Ich fände es nur einfach mal schön, wenn er klar sagen würde, dass ihn das alles (Diversität) nicht interessiert. Dass darauf zu achten nicht sein Ding und sein Thema ist. Dass ihm es egal ist, dass nicht mehr Bands mit FLINTA*-Anteil (oben) im LineUp stehen. Stattdessen diese scheinheiligen halbherzigen Begründungen, die immer mal wieder irgendwo auftauchen. Das Rodeo 2023 war doch der Beweis dafür, nach all den Äußerungen in den letzten Jahren zuvor, dass er schlichtweg keinen Wert auf ein diverseres Festival legt. Bands, die da hätten spielen können, gibt es inzwischen mehr als genug. Und es kann mir niemand erzählen, dass die alle nicht konnten. Dafür ist die Auswahl (zum Glück) inzwischen zu groß.