Amplifire Festival Tag 2: Jools, Bad Religion, John Coffey, Blood Command, Still Talk, Turbostaat, Tribute To Nothing, Arson, Nikra, High Vis, Van Holzen, Overgrown, Malheur, The Hebridean Sheep, South Arcade, Seven Blood, 6Two7, 08.08.2026 in Hamburg, MS Artville - Bericht von der Redaktion
Amplifire Festival Tag 2, 08.08.2026 in Hamburg
Hier meine Entschuldigung, warum ich heute erst zu späterer Stunde auf dem Amplifire Festival aufschlage. Ich rotiere am Tombola-Stand auf dem Veganen Straßenfest Hamburg.
Das war krass. Ich hab nur kurz zugeschaut und mir wurde schwindelig, wie ihr da rotiert habt!
Das war krass. Ich hab nur kurz zugeschaut und mir wurde schwindelig, wie ihr da rotiert habt!
Okay, muss ich wohl alleine zum Amplifire! Außerdem hat Schlossi mir ihre Kamera geliehen. Ich mach erstmal ein Foto von der Fressmeile. Die ist echt nett, es gibt ne gute Auswahl, die meisten Gerichte auch vegan, aber mit unter 10€ für ne Mahlzeit kommt man nicht weit - naja, auch das mittlerweile normal. Ich werde mich später für nichtvegane Allgäuer Käsespätzle entscheiden, einfach weil ich's voll geil fand, sowas auf nem Festival zu futtern. Und weil vor dem Stand keine Schlange war.
Weiter zum Nest (kleinste Bühne), dort spielt bereits die erste Band: 6TWO7. Der Name verspricht harte Gen-Z-Vibes, aber die Dudes da auf der Bühne sehen eher aus wie frisch von der Ü30-Party. Sie kommen aus Düsseldorf. Ich lese, dass da der ehemalige Rogers-Gitarrist Nico mitspielt. Also vermutlich eine weitere Kopie einer Kopie einer Toten-Hosen-Kopie oder?
Pustekuchen! Die Musik klingt tatsächlich gar nicht nach Düsseldorf. Das ist so Pop-Punk vom unteren Rand der Gefälligkeitsliste. Also weniger Descendents, mehr Zebrahead. Ich finds relativ schlimm. Genretypisch laufen noch irgendwelche Elektro-Overdubs im Hintergrund. Und dann wird auch noch Rihanna (Umbrella) gecovert. Mega gruselig. Nee, nicht meins das. Immerhin sympathisch, dass sie sich zwischendurch verspielt haben.
Eigentlich wollte ich die anderen Schuhe fotografieren, die vom Sänger, die waren so geil pink! Aber noch eigentlicher wollte ich den Zoom von Schlossis Kamera ausprobieren. Klappt!
Nach diesem Schock weiter zur Butterland-Bühne (die zweitgrößte Bühne). Hier sind nun THE HEBRIDEAN SHEEP dran. Kannte ich zuvor nicht, aber klang irgendwie doch direkt interessant. Bin mal gespannt was uns da erwartet!
Zwei Leute, Bass und Schlagzeug, was mich erstmal an Heckspoiler erinnert, bis mir auffällt, dass hier gar nicht gesungen wird. Zumindest bei vielen Liedern nicht. Also ehrlich, ich hab trotzdem ne Weile gebraucht, das zu merken, weil die Songs halt trotzdem geknallt haben. Stark!
Der Bass wird auch für mindestens einen Song gegen ne Gitarre getauscht. Irritierender finde ich, dass irgendwann ein Gitarrensolo zu hören ist, als er Bass spielt. Gibt so leichte Playback-Vibes. Aber abgesehen davon: Geiler Sound! Schön drückend, schön voll, spannende Songs. Etwas stoneresk aber ballert ganz gut.
Und dann wird auch noch ein Saxophon alias "sexyphon" ausgepackt. Ich kann nicht mehr! Das ist tatsächlich alles voll geil, was die beiden da fabrizieren. Mehr davon!
Am Ende dann auch wieder ein Song mit Gesang. Geht auch klar. Kommt auf den Merkzettel.
Am Ende dann auch wieder ein Song mit Gesang. Geht auch klar. Kommt auf den Merkzettel.
Weiter zur nächsten (der größten) Bühne namens "Vorschot". Hier spielen SEVEN BLOOD. Den Namen hab ich tatsächlich schon mal hier und da gelesen. Musik ist irgendwas so zwischen Alternative-Rock, Emo-Punk und Metal.
Außerdem spielen da noch Leute von anderen namhaften Bands wie Jennifer Rostock mit. Ist okay, aber so wirklich haut mich das nicht um. Noch dazu ist das nun schon die dritte Band heute, bei der ein Teil der Musik vom Band kommt - bloß dass es diesmal so klingt, als hätte der Tonmensch lediglich vergessen, die Musik von der Umbaupause auszumachen. Und das war dann halt leider die Trance-CD von der letzten Afterhour.
Lieber rüber ins Nest zu MALHEUR! Kannte ich vorher auch nicht. Kommen aus Münster, zu hören gibt es so Post-Hardcore-Kram mit deutschen Texten, irgendwo zwischen Turbostaat und Fjørt, insgesamt also gar nicht mal so verkehrt. Von den Liedern bleibt bei mir nicht wirklich was hängen, nehme mir aber vor, da mal mehr reinzuhören.
Sich Pechvogel-Namen wie "Malheur" zu geben, ist ein böses Omen - siehe z.B. auch die Band schaeden, deren Auto ständig liegen bleibt. Bei Malheur sorgt die Verkabelung der Tretminen für ne minutenlange Pause des ohnehin eng getakteten Zeitplans.
Dann ARSON! Schon öfter von gehört und gelesen, kann ich heute dann endlich mal live sehen - und was soll ich sagen, da wurde nicht zu viel versprochen! Kommen aus Belgien und machen sowas wie melodischen rock'n'rolligen Hardcore-Punk. Musik und Show erinnern schon stark an John Coffey, mit denen sie oft gemeinsam touren und die auch später noch spielen werden. Aber abgesehen von diesen copycat-Vorwürfen ne arschgeile Band!
Adrett gekleidet, alle wirbeln ständig über die Bühne oder durchs Publikum. Die Ansagen animieren auch immer wieder zu Höchstleistungen. Bin ganz baff! Endlich mal ne Band, die mal so richtig Alarm macht und nicht einfach nur ihr Brett runterspielt!
Sie haben einen Schnapsstand auf der Bühne, hinter dem er hier (wenn er nicht gerade Backing Vocals macht) kontinuierlich Whiskey in kleine Becherchen füllt und dann an Publikum oder Band verteilt. Aua aua. Ich finde diese ganze Alkoholismus-Abfeierei ja wirklich schlimm, aber das hier dann auch wieder irgendwie witzig. Aber falls ihr euch gefragt habt, was die Typen genommen haben, die zu späterer Stunde noch lattenstramm übers Gelände lallten: die waren halt einfach nur bei Arson im Publikum.
Zum Glück gab es aber wenig Totalausfälle, die einen rotzevoll doof anlabern oder vor der Bühne orientierungslos umhertorkeln.
Einer hat mich angesprochen, fand es traurig dass ich aus Dortmund komm und hat diverse Selfies mit mir gemacht. Wer weiß auf was fürn Handy ich da gelandet bin! Schöne Grüße.
Einer hat mich angesprochen, fand es traurig dass ich aus Dortmund komm und hat diverse Selfies mit mir gemacht. Wer weiß auf was fürn Handy ich da gelandet bin! Schöne Grüße.
Und dann haben sie noch mächtig Staub aufgewirbelt. Ja doch, showmäßig einfach das Highlight des Festivals. Unbedingt auschecken!
A wie Arson oder A wie Amplifire? Ich bin ein bisschen verwirrt. Aber hier ein beliebtes Fotomotiv. Dahinter Kunst. Es gab sogar Kunst, die sich bewegt hat. Dieses Artville-Gelände ist echt spannend!
Kurz mal gucken, wer SOUTH ARCADE ist - nie von gehört, spielen jetzt auf der großen Bühne. Es ist schon wieder dieser "false Pop Punk" à la Anfang der 2000er, irgendwo zwischen Sum 41 und der Schlumpfendisco. Im Hintergrund läuft schon wieder irgendwelche Techno-Musik. Ich verstehe das alles nicht. Nach 2 Liedern hab ich genug gesehen.
Kurz was zu essen reinpfeifen, und rüber zu NIKRA! Die haben anscheinend später angefangen als geplant - weiß nicht warum, aber anscheinend hab ich nicht viel verpasst. Sah ich zuletzt vor 3 Jahren beim Störfaktor, da sind sie kurzfristig eingesprungen und sagten mir nicht so recht zu.
Heute gefällt mir das richtig gut! Es ist so grungiger Punk-Alternative-Krams und die Band wirkt unfassbar sympathisch. Gibt ne starke Ansage darüber, dass die Leute, die uns erzählen, wie wichtig ihnen Kultur und unser Wohlergehen sei, die gleichen sind, die genau dafür die Gelder streichen. Ich würde ja noch hinzufügen, dass die "Entscheidungsträger*innen" einfach das falsche Kulturverständnis haben. Zum Beispiel dieser sogenannte Kulturstaatsminister. Jedenfalls: Wichtig, dass wir an dem, was für uns Kultur ist, festhalten!
Weiter zu BLOOD COMMAND! Auf die hab ich mich auch sehr gefreut. Schon länger auf dem Schirm, aber irgendwie live immer verpasst. Dabei spielen sie zuminest aktuell so ziemlich jedes Festival, das sie kriegen können.
Norwegische Band mit hohem Sängerinnen-Verschleiss. Die aktuelle und dritte (und bleibende?) Sängerin heißt Nikki Brumen, kommt aus Australien, sang früher bei Pagan und wurde einfach aus dem Nichts vom Blood-Command-Gitarristen bei Facebook angeschrieben, ob sie in seiner Band spielen will. Kurz danach zog sie nach Norwegen.
Wir haben gestern auf der Rückfahrt noch ein wenig über Punk recherchiert und sind dabei auch über das sogenannte "Gobbing" gestoßen, das in der Punkszene der frühen 80er in UK ziemlich angesagt war. Nikki scheint da auch großer Fan von zu sein. War es aber damals oft das Publikum, das die Band angespuckt hat, ist es heute Nikki, die ständig ihren Sabber verteilt. Zum Leidwesen des unter ihr stehenden Security-Menschen.
"Ein wenig über Punk recherchiert" ist ein schöner Euphemismus für: wir machen den "Wieviel Punk steckt in dir?"-Test von Radio Bob.
"Ein wenig über Punk recherchiert" ist ein schöner Euphemismus für: wir machen den "Wieviel Punk steckt in dir?"-Test von Radio Bob.
Vielleicht sollte die Spucke auch nur den Staub binden? Klimawandel-bedingt ist es etwas trocken vor der Bühne. Aber Circle Pit geht immer! Oder wird hier gerade die Revolution gestartet?
Blood Command machen sehr aufgeweckten, quirligen Punkrock. Ich hatte tatsächlich mit mehr Elektro-Einsprenglern gerechnet, aber die wurden wohl zurückgefahren - oder werden nur ausgepackt, wenn Nikki sich umziehen muss. Sie scheint eine leichte Obsession für Adidas zu haben.
Jedenfalls: Auch ein sehr spaßiger Auftritt! Unterhaltsame Ansagen, gut aufgelegte Band, die Musik knallt auch ganz gut. Toll!
Dann HIGH VIS. Ich habe ja häufiger versucht, mit dieser Band warm zu werden, weil mir der Musikstil (dieser neumodische wavige Hardcore-Punk) ja eigentlich liegt, aber bisher konnte das nie so recht zünden. Nun also die Chance, die Band live zu sehen - aber auch hier - nee, irgendwie kriegt mich das nicht.
Ansonsten wird die Band aber ganz gut gefeiert und der Slot auf der Hauptbühne wohl gerechtfertigt. Glaube ich geb's auf, die Band ist wohl einfach nichts für mich.
Also mal gucken, was parallel im Nest so passiert: OVERGROWN sind hier zugange. Sagte mir auch nix. Ist, zumindest in Teilen, musikalisch gar nicht mal so weit weg von High Vis, nur nicht ganz so bollerig. Irgendwie Post-Hardcore, manchmal auch eher Shoegaze bis hin zu Emo-Punk. Haut mich auch nicht so ganz um, aber ist doch ganz nett.
Als der "heaviest Song" im Set angekündigt wird, wünscht sich jemand aus dem Publikum einen Circle Pit. Merken für die Zukunft: "heavy" heißt nicht unbedingt immer pogotauglich. Oder? Aber dass der Circle Pit stellenweise wie ein Spaziergang aussah, war dann doch ganz witzig.
Dann TRIBUTE TO NOTHING! Sah ich zuletzt vor 17 Jahren live und sie waren auch lange Zeit einfach weg vom Fenster. Nun also mal sporadische Auftritte der Emoband aus UK. Cool, ich freu mich! Zu meinem Leidwesen handelt es sich um eine Albumshow zum 20. Jubiläum des Albums "How Many Times Did We Live" - leider war das ein Album, das ich nie gehört hab. Ich bin erst zum Nachfolger "Breathe How You Want To Breathe" dazu gestoßen. Schade.
Aber der Auftritt: Großartig! Das ist ganz große Emocore-Küche. Die Lieder gehen gut nach vorne, die Band hat tierisch Bock, das macht echt Laune! Hier sieht man Sänger Sam, wie er sich mal wieder unheilbar im Mikrokabel verheddert und wahrscheinlich kurz bevor er seine Gitarre umherwirbelt und nicht mehr dazu kommt, sie aufzufangen. Kurz danach musste er die Gitarre tauschen. Das Energielevel ist wirklich groß hier. Stark!
So. Wir sind auch wieder da. Pünktlich zu TRIBUTE TO NOTHING. Noch so eine Band, die ich nie gehört habe, die mich aber voll mitreißt.
Die Band macht augenscheinlich nen Familienausflug. Die Kinder des Bassisten (und Neffen des Gitarristen/Sängers) fungieren als Bier-Bringer und Handtuch-Holer. Schönes Familienunternehmen. Apropos: Das legendäre Label Lockjaw Records wurde ebenfalls von diesen fleißigen Herren (also nicht die Kinder, aber wer weiß) gegründet.
Einen Besetzungswechsel hat es am Schlagzeug gegeben: Max ist neu dabei, zuvor aktiv bei WonkUnit. Witzig, der lief gestern schon übers Gelände und ich hab mich die ganze Zeit gefragt was er hier zu suchen hat.
Jedenfalls: Tribute To Nothing sind für mich ein weiteres Highlight des Tages! Und sie haben ne ganze Stunde Spielzeit, was bedeutet, dass sie nicht nur besagtes Album, sondern danach auch noch andere Stücke spielen können. Den Gesten der Band zufolge mussten sie zwar auch da kürzen, aber ich freu mich tierisch, am Ende den Überhit "Day In, Day Out" hören zu können, zu dem die Band auch nochmal total ausrastet und der mir den Ohrwurm für die kommenden Tage verschafft.
Richtig gut: Kurzer Wechsel am Schlagzeug und der Nachwuchs darf übernehmen. Und das macht er tatsächlich sehr gut. Inklusive Abschieds-Tusch. Toll! Tribute To Nothing kommen übrigens im Oktober wieder auf Tour.
So, kurz Geld abheben. Oder kann man hier Mario Kart spielen?
Auja! Ich bewerfe dich mit Schildkrötenpanzern, bevor mir der miese Tintenklecks die Sicht nimmt!
Auja! Ich bewerfe dich mit Schildkrötenpanzern, bevor mir der miese Tintenklecks die Sicht nimmt!
Da ich mit TURBOSTAAT leider nichts anfangen kann, und ich habe es wirklich versucht, gehe ich lieber zu den mir bis dato völlig unbekannten STILL TALK.
Weil du nie zum Youth Brigade Festival gehst :(
Weil du nie zum Youth Brigade Festival gehst :(
Und bin sehr froh über meine Entscheidung. Der energiegeladene poppige Emopunk der Band aus Köln macht einfach Spaß und passt super zum sonnigen Wetter.
Neues Album ist in der Mache, das aktuelle heißt "Year of the cat" und ein Album mit diesem Titel kann nur gut sein.
Still Talk ist tatsächlich die einzige Band des Festivals, die ich nicht sehe - weil sie zeitgleich mit TURBOSTAAT spielen, und die darf ich ja nu auch nicht verpassen. Denn auch TURBOSTAAT spielen heute eine Album-Show: Das komplette dritte Album "Vormann Leiss" wird dargeboten.
Vormann Leiss erschien vor 19 Jahren, ist also nicht mal ein rundes Jubiläum heute. Was soll das also? Weiß man nicht. Aber egal, ich freu mich. Zuletzt war ich vor 9 Jahren auf einer Vormann-Leiss-Show und war damals selbst überrascht, wie gut dieses Album doch immer noch ist. Heute weiß ich es besser und freu mich unbändig drauf.
Damit ist zur Songauswahl schon das meiste gesagt! Vormann Leiss steht immer son bisschen zwischen der Schiffen-Ära und den "neueren" Turbostaat, aber ich hab's halt auch einfach damals rauf und runter gehört, oder vielleicht ist es auch wirklich immer noch so gut, verglichen mit den neueren Alben, die zwar auch alle gut, aber eben auch "nur" gut sind. Aber das sind ja nur persönliche Empfindungen.
Persönlich hätte ich nen Auftritt auf ner kleineren Bühne geiler gefunden. So ungefähr den Slot, den gestern Fjørt hatten. Aber egal, Hauptbühne, auch geil, sei ihnen gegönnt. Ich frag mich ja immer, ob Leute, die Turbostaat nie gehört haben, sich die ganze Zeit denken "was das denn fürn monotoner Quatsch?", oder zündet sowas auch beim ersten Hören?
Laut Jan heute das erste Mal seit 25 Jahren, dass Rollo sich verspielt hat. Geil! Also, Vormann Leiss, saustark. Danach ist immer noch Zeit. Gespielt werden ein paar neuere Stücke wie die "Rattenlinie Nord", aber am Schluss auch das überragende "Schwan". Überhit!
Haben wir schon erwähnt, wie schön das Gelände ist? Sogar Verpackungen sehen hier aus wie Kunst. Zumindest steht es drauf!
Ich freu mich total, endlich mal wieder JOHN COFFEY zu sehen. Gefühlt war die Band eine halbe Ewigkeit von meinem Radar verschwunden.
Von meinem auch! Aber die waren ja auch tatsächlich weg. Gerüchteweise, weil es dem Sänger auf den Keks ging, ständig mit Bierbechern beworfen zu werden.
Dank Becherpfand passiert das hier nicht.
Ich hätte da noch die Schale von den Käsespätzle!
Von meinem auch! Aber die waren ja auch tatsächlich weg. Gerüchteweise, weil es dem Sänger auf den Keks ging, ständig mit Bierbechern beworfen zu werden.
Dank Becherpfand passiert das hier nicht.
Ich hätte da noch die Schale von den Käsespätzle!
Muss sagen, nach dem Abriss von Arson heute nachmittag wirken John Coffey geradezu zahm. Bloß dass John Coffey einfach die krasseren Hits im Gepäck haben. Sowas wie "Romans", "Heart of a traitor" oder das überragende "Broke Neck". Irre! Am 9.10. kommt ein neues Album, es wird auch neues Material gespielt heute. Bin gespannt!
Nicht nur ich scheine mich über die Niederländer zu freuen, eine Menge anderer Leute rennt vor lauter Begeisterung fröhlich im Kreis.
Die Band hat irre Spaß am Spielen, das ist echt ansteckend! Und sie sind sich nicht zu schade, darauf hinzuweisen, wer sie so weit gebracht hat. Heute stellen sie uns Steve vor, der nicht nur Gitarren stimmt und auf die Bühne bringt, sondern der Band auch Bier und Wasser bringt. Wenn wir Probleme haben und eine Umarmung brauchen, sollen wir uns doch vertrauensvoll an Steve wenden. Ok.
Oh, Schlagzeugerfoto. Heute Aushilfe von Mert von State Power. Macht er auch gut. Und schaut so fröhlich dabei!
Sänger David weist darauf hin, dass das hier eine Stagedive Free Show sei und wundert sich, dass niemand stagedived. Das Missverständnis ist schnell aufgeklärt und die Bühne zum stagediven freigegeben, so wirklich genutzt wird es nicht, dafür sind eine Menge Crowdsurfer unterwegs.
Da war auch ne harte Lücke zwischen Bühne und Barrier, so weit kann man in unserem Alter nicht mehr springen.
Da war auch ne harte Lücke zwischen Bühne und Barrier, so weit kann man in unserem Alter nicht mehr springen.
Anschließend spielen parallel Bad Religion und Van Holzen. Wir entscheiden uns zunächst für VAN HOLZEN - die haben die kürzere Spielzeit, und dann kann man danach ja immer noch rüber. Ich hab mich mit Van Holzen nie groß auseinander gesetzt. Es ist halt so deutschsprachiger Punk bis Alternative-Rock. An manchen Stellen denke ich mir, wenn sie englisch singen würden, klängen sie wie jede x-beliebige Alternative-Band, aber so mit deutschem Gesang hat das schon was.
Apropos Gesang: Der ist meist klar artikuliert. Das find ich gut. Wo doch viele andere in diesem Genre dazu neigen, zu näseln, zu schnoddern, zu knödeln, zu nuscheln oder sonstigen Schlunz. Bisschen schade finde ich, dass ich kein Lied kenn. Aber dafür sind die Songpausen gut, da tönt nämlich die Musik von Bad Religion rüber.
Okay, rüber zu BAD RELIGION! Oft genug zufällig irgendwo auf irgendwelchen Festivals gesehen. Ich war nie großer Fan, kenne irgendwie trotzdem die meisten Lieder. Ist schon nicht verkehrt, die Band. Wir sind früh genug drüben, um noch ein paar Hits mitzubekommen. Ich freu mich über "Generator" zur Zugabe, aber auch über so Sachen wie "Suffer" oder "Sorrow". Weniger über "Punkrocksong", das Lied nervt.
Bisschen süß fand ich zum Abschied, als sonst schon alle von der Bühne verschwunden waren, die Ansage von Jay Bentley. Sinngemäß ging es darum, dass sie seit 45 Jahren Musik machen für Leute, die anderen aufhelfen, wenn sie vor der Bühne hinfallen. Und dass es wichtig sei, das auch sonst zu tun. Also Leuten helfen, die unten sind. Das fand ich schön.
Dann JOOLS! Abschlussact des Tages und des Festivals, und ein weiteres Highlight. Die haben uns letztes Jahr beim Sniester Festival schon umgehauen!
Natürlich ist der Überraschungseffekt hin, aber die entfesseln halt einfach ne wahnsinnige Energie! Allen voran die beiden Frontpersonen, die ständig wild über die Bühne (und darüber hinaus) huschen. Ein armer Stagehand ist die ganze Zeit damit beschäftigt, die Mikrofonkabeln aus irgendwelchen Spalten im Bühnenboden zurück zu fischen
An eine Ansage kann ich mich noch lebhaft aus Den Haag erinnern und ist laut Sängerin Kate Price auch der wichtigste Teil des Auftritts, der auf keinen Fall gekürzt werden kann: die Ansage zu "97%". Es geht um die Gesellschaft und um die Objektifizierung von Frauen, um Femizide, um Gleichberechtigung, vor allem aber auch um weibliche Wut. Starker Moment.
Auftritt ansonsten auch echt stark. In Teilen auch viel zu drüber und manche Positionierungen sind mir einfach zu viel, aber was da so an Energie rüberkommt, das ist schon der Wahnsinn.
Absolut. Ich fand sie beim Sniester letztes Jahr schon total stark, heute bin ich leider nicht mehr ganz so aufnahmefähig und wippe nur ein wenig mit. Aber JOOLS ist definitiv eine Band, die einen nicht kalt lässt. Würdiger Abschluss eines tollen Festivals.
Absolut. Ich fand sie beim Sniester letztes Jahr schon total stark, heute bin ich leider nicht mehr ganz so aufnahmefähig und wippe nur ein wenig mit. Aber JOOLS ist definitiv eine Band, die einen nicht kalt lässt. Würdiger Abschluss eines tollen Festivals.
Ja, das war dann auch schon das Amplifire! Zwei Tage lang ein Haufen Bands diverser Rock-Richtungen auf drei Bühnen auf nem echt schönen Gelände. Das hat Laune gemacht! Sympathisches Festival, starkes Lineup. Gute Mischung aus Neuentdeckungen und alten Helden. Meine Highlights: Gallus, Karen Dió, Get Up Kids am ersten Tag sowie Arson, Jools, Tribute To Nothing, Blood Command und Turbostaat am zweiten Tag.
Der Termin fürs nächste Jahr wurde auch schon angekündigt (6. & 7.8.2027).
Ein Wochenende voller Wiedersehensfreude, neuer Lieblingsbands und der Frage, warum man eigentlich genau diese Band jahrelang nicht auf dem Schirm hatte. Cooles Festival, ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe!
Der Termin fürs nächste Jahr wurde auch schon angekündigt (6. & 7.8.2027).
Ein Wochenende voller Wiedersehensfreude, neuer Lieblingsbands und der Frage, warum man eigentlich genau diese Band jahrelang nicht auf dem Schirm hatte. Cooles Festival, ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe!









































































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